AA_heisse-dvd_sxc_1182740.jpg

Heiße Scheibe

CDs und DVDs mit dem Gnome-Tool Brasero brennen

09.11.2009 CDs und DVDs zu brennen, gehört auf praktisch jedem Rechner zum Alltag. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie sie Ihre heißesten Scheiben mit dem Gnome-Tool Brasero verewigen.

Ubuntu 9.10 bringt die neueste Version 2.28 von Gnomes CD/DVD-Brennsoftware Brasero mit [1]. Sie ähnelt in ihrer Funktionalität der Nero-Brennsuite von Roxio, lässt sich aber einfacher benutzen. Die Software ergänzt und erweitert den Dateimanager Nautilus, der über eine einfache integrierte Brennfunktion verfügt.

Tipp:K3b und Nero

Falls Ihnen Brasero nicht zusagt, gibt es mit K3b und Nero Linux zwei sehr gute Alternativen. K3b installieren Sie einfach über das Software-Center. Die Linux-Version von Nero kostet 20 Euro, unterstützt dafür als einziges der grafischen Programme auch Blue-Ray-Medien.

Beim ersten Start

Sie starten Brasero durch einen Klick auf Anwendungen | Unterhaltungsmedien | Brasero CD/DVD Brennprogramm. Das Brasero-Hauptfenster erscheint und bietet die folgenden Projekttypen: Audio-Projekt, Daten-Projekt, Video-Projekt, CD/DVD kopieren und Abbild brennen. (Abbildung 1)

Abbildung 1

Abbildung 1: Ubuntu setzt standardmäßig auf das Brennprogramm Brasero. Es ergänzt die Brennfunktionen des Dateimanagers Nautilus.

MP3s brennen

Brasero erlaubt es Ihnen, einfach MP3s und die meisten anderen Audioformate in das Projektfenster zu ziehen, um sie auf eine Audio-CD zu brennen, die Sie im CD/DVD-Player daheim oder im Auto hören können. Die Qualität der verwendeten CD- oder auch DVD-Rohlinge gilt als wichtiger Faktor, um eine verlässliche Disk zu brennen. Es empfiehlt sich also, nicht die billigsten Medien zu kaufen.

Um eine Audio-CD zu erstellen, klicken Sie auf den Button Audio-Projekt im Brasero-Hauptfenster oder in der Menüleiste auf Projekt | Neues Projekt | Neues Audio-Projekt. Es öffnet sich ein großer leerer Bereich. Wählen Sie Hinzufügen und suchen Sie die gewünschten Audio-Dateien von der Festplatte. Erscheint dabei bei MP3-Dateien eine Fehlermeldung (Abbildung 2), dann müssen Sie zunächst die passenden Codecs installieren. Öffnen Sie dazu die Software-Verwaltung über Anwendungen | Software-Center und geben Sie oben rechts als Suchbegriff plugins-ugly ein. Markieren Sie nun den Treffer GStreamer extra plugins zur Installation. Danach müssen Sie Brasero neu starten.

Abbildung 2

Abbildung 2: Um MP3-Dateien ins Audio-CD-Format umwandeln zu können, müssen Sie zunächst die passenden Codecs installieren.

Haben Sie die Audio-Tracks erfolgreich hinzugefügt, dann geben Sie ganz unten der CD einen Namen, in der Grundeinstellung wählt Brasero den Titel Musik-CD mit einer Datumsangabe. Sobald Sie unten rechts auf Brennen klicken, öffnet sich ein kleines Fenster, das die eingelegte CD auflistet, liegt noch keine CD im Laufwerk, erscheint ein entsprechender Hinweis (Abbildung 3).

Abbildung 3

Abbildung 3: CD einlegen und unten rechts auf Brennen klicken.

Über den Knopf Eigenschaften können Sie bestimmen, ob Sie die Disk später noch per Multisession beschreiben oder das Brennen nur simulieren wollen. In unserem Beispiel wählen wir Brennen, um den Vorgang zu starten; eine Statuszeile begleitet den Fortschritt optisch.

Medien kopieren

Brasero kann Medien auch kopieren. Das ist praktisch, wenn Sie eine 1:1-Kopie einer CD oder DVD brauchen. Dabei kümmert es Brasero nicht, ob es sich um eine Daten-CD, einen Film auf DVD oder eine Audio-CD handelt. Zwei optische Laufwerke brauchen Sie nicht unbedingt: Brasero kann erst ein Abbild des Mediums auf der Festplatte zwischenspeichern und fordert Sie danach auf, eine leere CD oder DVD einzulegen.

Um eine Disk zu kopieren, legen Sie diese ein und halten Sie einen leeren Rohling bereit. Klicken Sie auf CD/DVD kopieren und wählen Sie ein Quell- und ein Ziellaufwerk aus (Abbildung 4). Um den Kopierprozess zu starten, klicken Sie auf Kopieren. Brasero zeigt einen Fortschrittsbalken an, wirft nach dem erfolgreichem Einlesen das Quellmedium automatisch aus und bittet um einen Rohling. Sobald Sie diesen einlegen, brennt Brasero automatisch das eingelesene Abbild. Eine Dialogbox am Ende informiert über den erfolgreichen Brennvorgang. Um auf die eben gebrannte Disk zuzugreifen, müssen Sie das Medium allerdings erst auswerfen und dann wieder einlegen.

Abbildung 4

Abbildung 4: Eins-zu-eins-Kopien von CDs und DVDs erhalten Sie in Brasero auf Wunsch auch über den Umweg einer Abbild-Datei. Sie sparen sich ein zweites Laufwerk.

Abbilddateien brennen

Brasero unterstützt auch das Brennen von ISO-Abbilddateien (mit Endungen wie *.iso, *.img oder *.cue) [2] auf CD oder DVD. Diese so genannten Images erweisen sich als praktisch, um die Inhalte ganzer CDs oder DVDs über das Internet zu verschicken. Viele Linux-Distributionen – darunter Ubuntu – laden Sie etwa in Form von ISO-Images herunter.

Um ein Ubuntu-ISO-Abbild auf eine CD zu brennen, klicken Sie auf Abbild brennen im Brasero-Startmenü oder rufen Sie den Menüpunkt Projekt | Neues Projekt | Abbild brennen auf, was den Einstellungsdialog auf den Plan ruft.

Suchen Sie das korrekte Laufwerk aus, um das Image zu brennen und klicken Sie auf den oberen Button, um die Abbilddatei auf der Festplatte auszuwählen. Nach einem Klick auf Brennen berechnet Brasero eine Image-Checksumme und zeigt den Fortschritt des Vorgangs an. Meldet die Software am Ende Fehler, versuchen Sie das Image erneut und mit gedrosselter Geschwindigkeit zu brennen.

Alternativ öffnen Sie die ISO-Datei einfach im Dateimanager Nautilus über einen Doppelklick. Anstelle von Brasero überträgt dann das integrierte Brennprogramm das Abbild auf den Datenträger.

Eine Daten-Disk erstellen

Mit Brasero stellen Sie nicht zuletzt einfach Dateisammlungen zusammen, um etwa Bilder oder Musikkollektionen zu sichern und zu transportieren. Klicken Sie dazu auf den Button Daten-Projekt oder wählen Sie in der Menüleiste Projekt | Neues Projekt | Neues Daten-Projekt. Nun klicken Sie auf Hinzufügen und wählen die gewünschten Ordner aus (halten Sie [Strg] gedrückt, um mehrere Ordner auszuwählen). Ein Klick auf Hinzufügen übergibt die Dateien an Brasero. Haben Sie die Datensammlung zusammengestellt, geben Sie einen Namen ein und klicken auf Brennen. Es erscheint der bekannte Brenndialog. Nach dem Brennvorgang wirft Brasero das Medium automatisch aus.

Cover ausdrucken

Brasero bringt auch einen rudimentären Cover-Editor mit, um CD/DVD-Cover zu entwerfen. Sie finden ihn unter WerkzeugeCover Editor und er bietet lediglich an, Texte einzutragen. Das müssen Sie aber garnicht: Brasero schreibt automatisch den Namen für des gebrannten Mediums auf die Vorseite und die Namen der Dateien auf die Rückseite. Meist müssen Sie noch etwas Handarbeit leisten, damit alle Titel auf das Cover passen, die Farben stimmen und so weiter. Klicken Sie auf den Menüpunkt Hintergrundeigenschaften können Sie sogar ein Bild für den Hintergrund angeben, wozu Sie auf Bildpfad klicken. Viele Albencover finden Sie im Internet, die Option Skalieren aus dem Drop-down-Menü sorgt dafür, dass das Brasero das Bild auf die Größe der CD-Hülle reduziert (Abbildung 5). Das fertige Cover drucken Sie aus, indem Sie ganz rechts auf den Pfeil klicken und Drucken aus dem Menü wählen.

Abbildung 5

Abbildung 5: Aus den Dateinamen und der Bezeichnung für das gebrannte Medium kann Brasero ein eigenes Cover generieren, sogar mit integriertem Bild.

Fazit

Brasero macht das Brennen von CDs und DVDs unter Linux extrem einfach. Es ergänzt die in Nautilus integrierte Brennsoftware sinnvoll und bietet eine vergleichbare Funktionalität wie Roxios beliebte Nero-Suite. Über eine Plugin-Schnittstelle lässt sich Brasero um interessante Erweiterungen aufstocken, allerdings gibt es davon noch recht wenige.

Tip a friend    Druckansicht beenden Bookmark and Share
Kommentare