Test: Toshiba NB100 10X mit Ubuntu Netbook Remix

Test: Toshiba NB100 10X mit Ubuntu Netbook Remix

Das Toshiba NB100-10X mit Ubuntu

Toshiba-Netbook mit Linux

Wer noch auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachtsschnäppchen ist, der findet unter anderem bei Amazon das Toshiba NB100-10X mit vorinstalliertem Ubuntu Netbook Remix für 320 Euro. Die LinuxCommunity hat das Gerät getestet.

Das NB100 von Toshiba gibt es in verschiedenen Ausführungen und mit Ubuntu oder Windows XP. Nicht verwirren lassen: Die Ubuntu-Version heißt NB100-10X, die XP-Version NB100-10Y.

Unboxing

Zum Lieferumfang des NB100 gehört neben dem 9-Zoll-Gerät mit Atom N270, 512 MByte Hauptspeicher und 80 GByte Festplatte neben den üblichen Sicherheitshandbüchern und der technischen Dokumentation auch eine Recovery-DVD und ein Benutzerhandbuch mit einem kurzen Abschnitt zur Bedienung von Ubuntu. Den 4-Zellen-Akku mit 38 Wh versorgt ein traditionelles Netzteil mit zusätzlichem Kaltgerätekabel.

Erster Start

Das vorinstallierte Ubuntu (8.04.1) bootet in knapp 30 Sekunden und zeigt ohne Login gleich den Desktop an. Ubuntu breitet sich auf der 80-GByte-Platte komplett aus, eine separate /home-Partition fehlt. Als Repositories sind die offiziellen Netbook-Remix-Repos von Ubuntu eingerichtet, trotzdem gelang es uns nicht, zusätzliche Programme zu installieren. Nachdem auch ein sudo su zu keinem Erfolg führte und wir in der Dokumentation keine Eindeutigen Informationen zu den Login-Daten und zum Passwort fanden, installierten wir das System zunächst von der Recovery-DVD aus neu. Die DVD weist kurz darauf hin, dass beim Recovery alle Daten gelöscht werden und spielt danach das System in knapp zehn Minuten neu ein. Im Recovery-Menü befindet sich auch ein Eintrag, um das System ohne Formatierung wieder herzustellen, dies hat aber in den Tests nicht funktioniert, vermutlich weil wir auf der Platte zusätzlich OpenSuse und Fedora installiert hatten. Nach dem Recovery richtet man Sprache, Tastaturlayout und einen Acccount ein und klickt die Google-EULA ab (Firefox kommt mit vorinstalliertem Google-Bar). Wie beim Inspiron Mini 9 handelt es sich auch bei der Netbook-Remix-Version des Toshiba-Rechners um die LPIA-Version der Distribution. Zusätzliche Pakete, welche sich nicht im Netbook-Repo befinden, lassen sich somit nur über Tricks installieren.

Netbook-Remix

Im Unterschied zum traditionellen Ubuntu-Desktop zeigt die Netbook-Version als Desktop eine Menü-Zusammenstellung aus Schnellstartern, Menüeinträgen und dem Orte-Menü an. Programmfenster zeigt die Distribution stets im Vollbildmodus an, die Titelleiste erscheint in der oberen Kontrollleiste.

In elegantem Schwarz: Die Netboo-Remix-Version des Toshiba-Netbooks

In elegantem Schwarz: Die Netboo-Remix-Version des Toshiba-Netbooks

Um ein Fenster zu verkleinern muss man mit der rechten Maustaste auf die Titelleiste klicken und den Menüpunkt Verschieben auswählen. Ein Arbeiten mit zwei Fenstern macht die Netbook-Version quasi unmöglich, auf 1024 x 600 Pixeln arbeiten aber vermutlich eh die meisten Nutzer im Vollbildmodus. Das traditionelle Menü findet man beim Netbook-Remix ebenfalls nicht, das Ubuntu-Logo in der oberen linken Ecke hat keine Funktion, ein Druck auf die Windows-Staste bewirkt ebenfalls nichts. Sehr schlecht gelöst fanden wir das Network-Manager-Applet: es ist auf dem schwarzen Hintergrund kaum zu erkennen. Wie bereits erwähnt kommt Firefox in der Grundeinstellung mit dem extra Toolbar von Google. Dieser bringt zwar manche tolle Funktion mit, benötigt aber auf dem kleinen Display unnötig viel Platz.

Die Google-Toolbar belegt unnötig viel Platz auf dem kleinen 9-Zoll-Display

Die Google-Toolbar belegt unnötig viel Platz auf dem kleinen 9-Zoll-Display

Die meisten [Fn]-Tasten sind korrekt belegt, so funktionieren die Lautstärkesteuerung und die Funktionstasten zur Helligkeitsänderung ohne manuelle Konfiguration. Das Netbook bringt auch eine Funktionstaste mit, um den Lüfter ein- und auszuschalten (die CPU taktet dabei nicht hoch/runter). Einzig die Zoom-Tasten für das Vergrößern oder Verkleinern des Bildschirminhalts waren nur teils belegt. Die Netbook-Version bringt keine zusätzlichen Codecs mit, wer MP3- oder DIVX-Dateien abspielen möchte, muss dazu erst die entsprechenden Codecs nachinstallieren.

Hardware und Powermangement

Das Toshiba-Netbook verfällt beim Schließen des Displaydeckels automatisch in den Suspend-to-RAM-Zustand und wacht beim Aufklappen aus diesem auch zuverläßig wieder auf. Das System verbraucht im Normalbetrieb zwischen 16 und 18 Watt bei voller Displaybeleuchtung und eingeschaltetem WLAN. Der 38-Wh-Akku hält mit diesen Einstellungen rund 2,5 Stunden durch. Setzen Sie die CPU auf 800 Mhz herunter und reduzieren die Hintergrundbeleuchtung liegen bis zu 3,5 Stunden drin. Wer auf die 80-GByte-Festplatte verzichten kann und diese durch eine SSD ersetzt, dürfte auf Laufzeiten von 4,5 Stunden kommen. Der CPU-Lüfter des NB100 läuft permanent auf kleiner Stufe und erzeugt dabei ein relativ leises Geräusch. Unter Last wird er allerding ziemlich laut.

Die Tastatur fällt wie bei einem 9-Zoll-Netbook üblich relativ klein aus, weist aber einen angenehmen Druckpunkt auf und sämtliche Tasten sind dort, wo man sie bei einem deutschen Layout erwartet. Das Touchpad ist sehr klein, reagiert aber angenehm. Bei den zwei Maustasten hat sich Toshiba etwas spezielles einfallen lassen und die rechte Maustaste deutlich kürzer als die linke gemacht. Das erleichtert das Linksklicken, beim Rechtsklich muss man dafür genauer zielen.

Die interne Webcam liefert ein sehr gutes Bild und arbeitet mit den Uvcvideo-Treibern unter jeder aktuellen Distribution. Für das WLAN-Modul von Atheros setzt die Netbook-Remix-Version noch auf den Madwifi-Treiber, aktuelle Distributionen unterstützen dieses Modul aber bereits über den ath5k-Treiber. Die Installation von OpenSuse 11.1 und Fedora 10 verlief denn auch ohne Probleme, sämtliche Hardware des NB100 wird voll unterstützt.

Auch OpenSuse 11.1 lässt sich auf dem NB100 problemlos installieren.

Auch OpenSuse 11.1 lässt sich auf dem NB100 problemlos installieren.

Fazit

Das NB1000-10X macht einen sehr guten Eindruck, allerdings fanden wir den Dell-Desktop von Ubuntu besser für Netbooks geeignet, als die spezielle Netbook-Remix-Version. Mit einem Gewicht von 980g (inklusive Akku) lässt sich das Toshiba-Netbook problemlos überall mitnehmen. Im direkten Vergleich zwischen dem Inspiron Mini 9 und dem Thoshiba NB100-10X entscheidet die Festplatte: Wer 80 GByte braucht, bekommt mit dem NB100 ein gutes Gerät, wem eine 8-GByte-SSD genügt, wird am komplett lüfterlosen Mini 9 mehr Gefallen finden.

Der Vollständigkeit halber hier noch die Ausgabe von lsusb und lspci:

Bus 005 Device 004: ID 0bda:0158 Realtek Semiconductor Corp.
Bus 005 Device 003: ID 04f2:b135 Chicony Electronics Co., Ltd
Bus 005 Device 001: ID 0000:0000
Bus 004 Device 001: ID 0000:0000
Bus 003 Device 001: ID 0000:0000
Bus 002 Device 001: ID 0000:0000
Bus 001 Device 001: ID 0000:0000
00:00.0 Host bridge: Intel Corporation Mobile 945GME Express Memory Controller Hub (rev 03)

00:02.0 VGA compatible controller: Intel Corporation Mobile 945GME Express Integrated Graphics Controller (rev 03)

00:02.1 Display controller: Intel Corporation Mobile 945GM/GMS/GME, 943/940GML Express Integrated Graphics Controller (rev 03)

00:1b.0 Audio device: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) High Definition Audio Controller (rev 02)

00:1c.0 PCI bridge: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) PCI Express Port 1 (rev 02)

00:1c.1 PCI bridge: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) PCI Express Port 2 (rev 02)

00:1d.0 USB Controller: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) USB UHCI Controller #1 (rev 02)

00:1d.1 USB Controller: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) USB UHCI Controller #2 (rev 02)

00:1d.2 USB Controller: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) USB UHCI Controller #3 (rev 02)

00:1d.3 USB Controller: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) USB UHCI Controller #4 (rev 02)

00:1d.7 USB Controller: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) USB2 EHCI Controller (rev 02)

00:1e.0 PCI bridge: Intel Corporation 82801 Mobile PCI Bridge (rev e2)

00:1f.0 ISA bridge: Intel Corporation 82801GBM (ICH7-M) LPC Interface Bridge (rev 02)

00:1f.1 IDE interface: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) IDE Controller (rev 02)

00:1f.2 SATA controller: Intel Corporation 82801GBM/GHM (ICH7 Family) SATA AHCI Controller (rev 02)

00:1f.3 SMBus: Intel Corporation 82801G (ICH7 Family) SMBus Controller (rev 02)

01:00.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL8101E PCI Express Fast Ethernet controller (rev 02)

02:00.0 Ethernet controller: Atheros Communications Inc. AR242x 802.11abg Wireless PCI Express Adapter (rev 01)
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben