Wow, eine angenehme Überraschung
Test der Boxversion von OpenSuse 11.4 – Bericht Nr. III
Der Desktop
Nach einem Neustart findet die automatische Hardwarekonfiguration statt. Wenn auch dieser Schritt abgeschlossen ist, landet man auf der jeweiligen gewählten Desktop-Oberfläche.
Da openSUSE aus lizenzrechtlichen Gründen keine properitären Codecs wie mp3 oder Flash mitliefert, müssen sie mithilfe der YaST-Softwareverwaltung nachinstalliert werden.
Zuerst muss man dazu mit dem Modul Software-Repositories über Hinzufügen | Community / Gemeinschafts-Repositories das Packman-Repository einbinden. Wenn man eine ATI oder Nvidia Grafikkarte besitzt und den zugehörigen properitären Treiber installieren will, kann man gleich noch das jeweilige Repositorie hinzufügen. Wenn man nun die Online-Aktualisierung aufruft, werden die benötigten Codecs automatisch eingespielt. Um Schriftarten wie Arial zu nutzen, muss man noch das Paket fetchmsttfonts installieren.
Eine weitere Einstellung, die man vornehmen sollte, ist das automatische Leeren des /tmp Ordners, wozu man im YaST /etc/sysconfig-Editor unter System | Cron den Punkt Clear Tmp Dirs at Bootup auf yes setzt. Wenn man einen properitären Grafiktreiber installiert hat, muss man hier ebenfalls etwas Hand anlegen, und zwar muss unter System | Kernel der Punkt No KMS in initrd auf yes gesetzt werden, um nach einem Neustart nicht vor einem schwarzen Bildschirm zu sitzen.
openSUSE 11.4 setzt als erste große Linux- Distribution auf LibreOffice anstelle von OpenOffice. Wenn man LXDE als Desktop nutzt, muss man es jedoch manuell nachinstallieren, da hier standardmäßig Abiword installiert wird.
Als Alternative zum KNetworkManager kann man das Netzwerkmanager-Plasmoid installieren, das einige neue Funktionen gegenüber KNetworkManager bringt, z.B. kann man sich zu jeder Schnittstelle Verbindungsdetails und den Netzwerkverkehr als Diagramm anzeigen lassen.
Im Gegensatz zum Windows-Aero Schnickschnack, der zum größten Teil nur aus Toll, Windows kann jetzt Fenster automatisch nebeneinander anordnen besteht, tragen einige KDE-Arbeitsflächeneffekte, wie die Fensterübersicht, wirklich zum Behalten des Überblicks bei. Aber auch andere Desktopoberflächen ohne Effekte, wie LXDE, sind meiner Meinung nach noch immer übersichtlicher als Windows.
Neben LibreOffice bringt openSUSE 11.4 auch den taufrischen Firefox 4, der ebenfalls einiges an neuen Funktionen, wie das Gruppieren von Tabs oder Lesezeichen- Synchronisation enthält, mit.
Fazit
Insgesamt macht diese Version von openSUSE – wie auch ihre Vorgänger – auf mich einen sehr guten Eindruck und bringt viel Spaß bei der Arbeit. Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir, dass einige Fehler behoben wurden, wodurch jetzt unter anderem die Suspend to Disk -Funktion zuverlässig nutzbar ist und mein UMTS-Stick ohne weitere Konfigurationen sofort erkannt wird. Vielen Dank für die Möglichkeit, als einer der Ersten die Boxversion der neuen openSUSE testen zu dürfen. Ich hoffe, dass sich auch in Zukunft genügend Entwickler mit Spaß an der Arbeit finden werden, um solche tollen Linux-Distributionen auf die Beine zu stellen.



