Ein Haufen Neues

Systemd 209 freigegeben

Systemd 209 freigegeben

20.02.2014
Die neue Version des Init-Systems bringt viele kleine Änderungen mit. So ist Systemd jetzt auf KDbus vorbereitet und übernimmt die Konfiguration von Netzwerkschnittstellen mit dem neuen Dienst Networkd.

KDbus soll den Interprozesskommunikationsdienst DBus in den Kernel verlagern. Dessen Intergration in den Kernel ist allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Aus diesem Grund muss man die Unterstützung von KDbus explizit bei der Übersetzung von Systemd einschalten. Damit aktiviert man gleichzeitig einige neue APIs, die sich jedoch in der nächsten Zeit noch ändern können. Zudem kennt Systemd dann auch den neuen Unit-Type „.busname“, der die Aktivierung von Bus-Namen kapselt und ähnlich wie „.socket“ funktioniert.

Networkd kann Netzwerkschnittstellen statische und via DHCP dynamische IP-Adressen zuweisen. Darüber hinaus ist der Dienst in der Lage Bridges, VLANs und Bonding einzurichten. Bei der Konfiguration dürfen Administratoren Wildcards in den Interface-Namen verwenden. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, alle neu angeschlossenen Ethernet-Schnittstellen automatisch von Networkd an eine Bridge anstöpseln zu lassen. Derzeit gibt es allerdings noch keine Möglichkeit für die interaktive Konfiguration von Netzwerkschnittstellen. Networkd eignet sich somit vor allem für den Einsatz im initrd, in Containern, in Embedded-Systemen oder auf Servern.

Die Bibliotheken libsystemd-journal.so, libsystemd-id128.so, libsystemd-login und libsystemd-daemon haben die Entwickler in einer einzigen neuen Bibliothek libsystemd.so zusammengefasst. Das soll doppelten Code und zyklische Abhängigkeiten vermeiden beziehungsweise verhindern.

Neben den genannten gibt es noch zahlreiche weitere kleine Änderungen. So merkt sich Systemd jetzt auch den Zustand des Hintergrundlichts von Tastaturen und stellt diesen beim nächsten Systemstart automatisch wieder her. Des Weiteren ist Systemd nicht mehr von „libdbus“ abhängig, die Kommunikation wickelt jetzt die Systemd eigene Bibliothek „sd-bus“ ab. Sämtliche weiteren Neuerungen listet Lennart Poettering in seiner Ankündigung auf.

Aufgrund der vielen Neuerungen und Code-Änderungen empfiehlt Lennart Poettering zudem, diese Systemd-Version nicht in Distributionen mit Long Term Support einzusetzen. Das Entwickler-Team wolle die Release-Zyklen in der nächsten Zeit wieder verkürzen, wobei schon in den nächsten Tagen einige Bugfix-Releases zu erwarten seien.

Systemd 209 steht derzeit nur im Quellcode bereit und ist noch nicht in Fedora Rawhide enthalten. Als Grund nennt Lennart Poettering eine derzeit nicht funktionierende Build-Toolchain für die ARM-Platform. Da ARM mittlerweile zu den voll von Fedora unterstützten Architekturen gehört, müssen die ARM-Entwickler dieses Problem erst beheben.

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