Rohrverleger

Spiel zum Wochenende: Rezerwar von Bertrand Janin

Spiel zum Wochenende: Rezerwar von Bertrand Janin

10.10.2009
Das Denk- und Reaktionsspiel Rezerwar bietet eine pfiffige Mixtur aus Tetris und Pipe Mania.

Im Spiel Rezerwar produziert eine Fabrik unaufhaltsam Rohrleitungsstücke, die nach und nach in einem großen Schacht nach unten fallen. Bevor sie den Boden erreichen, darf sie der Spieler rotieren und im Schacht horizontal verschieben. Sobald eine Verbindung mit der linken oder rechten Bergwerkswand besteht, fließt blaues beziehungsweise grünes Wasser durch das gebildete Pipelinestück.

Das Tutorial beginnt zunächst mit den Grundlagen: Hier muss man lediglich gerade Rohre in das Teilstück einfügen.

Kann man letzteres zudem noch irgendwie abschließen, beispielsweise durch ein spezielles Endstück, verschwindet die Leitung, woraufhin wiederum alle darüber liegenden Rohrteile nach unten purzeln. Für jede komplettierte Wasserleitung schreibt Rezerwar Punkte gut – je länger die Pipeline, desto mehr Punkte gibt es. Den Rohrleitungsbau erschweren grabwütige Maulwürfe, im Schacht herumliegende Felsbrocken und natürlich der stetige Rohr-Nachschub, wobei man bei anhaltender Spieldauer in der Fabrik gnadenlos das Produktionstempo erhöht.

Spezialitätenteller

Neben den unterschiedlichsten Rohrformen produziert die Fabrik ab und an auch Dynamit, mit dem man eine komplette Zeile oder Reihe im Schacht eliminiert. Für diese Aufräumaktion erhält man jedoch keine Punkte. Der ebenfalls hin und wieder ausgespuckte „Medic Cube“ besitzt sogar zwei Funktionen: Zunächst verwandelt er alle Rohre in seiner Umgebung in „Kreuzungen“, also Rohre, die das Wasser nach oben und unten, sowie seitlich leiten. Darüber hinaus repariert er durch Maulwürfe zerstörte Leitungselemente, wofür man übrigens ein paar Sonderpunkte erhält. Letztere bekommt auch, wer die Finger von der Tabulator-Taste lässt, die ein Element zurückstellt.

In der Denkblase zeigt die Fabrik, welches Rohrelement sie als nächstes produziert.

Schafft man es, eine Rohrleitung von der linken zur rechten Wand zu ziehen, färbt sich das Wasser rot. Anschließend löst sich die gebaute Pipeline nicht nur selbst auf, sondern befördert auch gleich noch alle Elemente darunter ins Nirvana. Entsprechend viele Punkte erhält man auf seinem Konto gutgeschrieben.

Installation

Das Spiel selbst ist rasch installiert: Zunächst stellt man über den Paketmanager sicher, dass gcc, make, sowie die Entwicklerpakete der SDL-Bibliothek (unter Ubuntu im Paket libsdl1.2debian und libsdl1.2-dev) und SDL_Mixer (libsdl-mixer1.2 und libsdl-mixer1.2-dev) eingespielt sind. Anschließend lädt man sich das kleine Rezerwar-Archiv von seiner Homepage, entpackt es und ruft in einem Terminalfenster

./configure; make; sudo make install

auf. Das fertige Spiel startet man dann per rezerwar. Die Steuerung erfolgt über die Pfeiltasten, einzelne Rohre dreht die Leertaste.
Einsteiger sollten unbedingt das angebotene und schön gestaltete Tutorial einmal durcharbeiten, die Lektüre der Dokumentation in Form einer mageren README-Datei (im doc-Verzeichnis) ist nur ein mangelhafter Ersatz.

Komplexe geologische Gegebenheiten erfordern flinke Finger.

Fazit

Rezerwar ist eine mehr als gelungene Mischung aus Tetris und Pipe Mania. Die Grafik ist äußerst hübsch gezeichnet und die vielen verschiedenen Spielelemente bringen Abwechslung in die mittlerweile etwas angestaubten Spielprinzipien. Unter dem Strich ist Rezerwar eine ideale Zerstreuung für die Mittagspause.

Bezugsquelle: http://tamentis.com/projects/rezerwar/

Lizenz: eigen, GPL-ähnlich
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: (ältere) Linux-Distribution mit SDL und SDL_Mixer

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