Fünf Freiwillige haben wir im Sommer zum Umstieg auf Linux gebeten und durch ein Gratis-Netbook geködert. Die drei Monate sind nun um. Zeit, Bilanz zu ziehen.
Als Schlussauswertung zu unserem Sommer-Spezial haben wir sämtlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein paar Fragen gestellt. Eines ist schon jetzt klar: Die meisten werden Linux treu bleiben, als kompletter Windows-Ersatz kommt Linux aber nur bei einigen in Frage. Den Anfang unserer Auswertung mach Harald Merk alias Funwatcher Harry, dessen beste Erfahrung innerhalb der drei Monate darin bestand, dass alle geliebten Firefox-Plugins auch unter Linux problemlos funktionierten.
Das Testgerät
Als Preis für den Umstieg erhielten sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Netbook. Harrys Meinung dazu:
Das Classmate stellt für die grundlegenden Bedürfnisse mehr als ausreichend Leistung bereit. Da ich für den privaten Bereich nur das Netbook verwendet habe, konnte es natürlich gewisse Anforderungen nicht erfüllen, der Bildschirm war halt manchmal verdammt klein, was sich vor allem beim Betrachten von Bildern und beim Surfen bemerkbar gemacht hat. Auch die Tastatur war für ein effektives Arbeiten oder E-Mail-Schreiben des öfteren eine Qual. Aber ansonsten erfüllte die Hardware ihren Dienst zur vollsten Zufriedenheit.
Die Gretchenfrage
Eine der Voraussetzungen für die Teilnahme am Sommer-Spezial war, dass die Kandidaten ausschließlich Linux benutzten. Hier wollten wir nun nachträglich noch die Wahrheit erfahren:
Jain. Privat hab ich tatsächlich nur Linux verwendet. Aber da ich auch meine Brötchen verdienen musste und mein Boss keine Freude mit der Idee hatte, Linux auf meinem Firmen-PC zu installieren, musste ich Wohl oder Übel auf Windows arbeiten (Windows 2000). Outlook für die eingehenden Emails. Access für die Auftragsbearbeitung und Excel für die Berechnungen der Transportkosten für die Kunden, das übliche halt.
Linux wird definitiv auf dem Netbook bleiben beziehungsweise wieder installiert, da ich zwecks Leistungsvergleich gestern Windows 7 installiert hab, das zugegeben auch recht flüssig läuft. Da aber die Akkuleistung wahnsinnig abgenommen hat und die Startzeit mindestens verdreifacht wurde (gefühlte Verdreifachung ), werde ich mit Sicherheit wieder Ubuntu aufsetzen. Somit habe ich Linux als Zweitsystem. Ich hab in ca. 2 bis 3 Wochen meinen Standard-Rechner wieder zur Verfügung und da werde ich fürs Erste Ubuntu verwenden, um zu sehen wie es so läuft. Windows brauche ich aber weiterhin, wegen dem im Blog erwähnten Druckerproblem.

Harald hat sich unheimlich über den Classmate-PC von Unimall gefreut.
Was macht/kann Windows besser?
Wer Linux schon seit längerer Zeit nutzt, kann sich kaum noch vorstellen, was denn all die Leute an Windows festhalten lässt. Hier baten wir unsere Ex-Windows-Experten um Antwort:
Meiner Meinung nach fehlt Linux dieses Plug-&-Play-Gefühl beim Installieren und auch die Bereitschaft vieler Softwarehersteller, die Software auch für Linux zu adaptieren (mein Pokerclient zum Beispiel). Treiber sind schon ein wunder Punkt bei Linux. Warum die Leute wirklich so an Windows hängen, liegt sicher an der Tatsache, dass man im Berufsleben hauptsächlich mit Windows konfrontiert wird. Und dass Linux günstiger ist, ist leider ein Trugschluss: Wenn man einen neuen Rechner kauft, ist zu 99 Prozent Windows drauf. Somit merkt der Anwender nicht wirklich, dass Linux günstiger und besser ist.
KDE oder Gnome?
Da uns die Testgeräte von Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden, kamen die meisten mit Gnome als Standarddesktop. Wir baten deshalb die Teilnehmer, auch die andere Seite zu testen.
Ich habe hauptsächlich mit GNOME gearbeitet und hab natürlich auch KDE getestet. Ich finde GNOME passt besser zu Linux, da KDE sehr an die Windows-Oberfläche angepasst zu sein scheint.. Die KDE Oberfläche bei Ubuntu war das Schlimmste, was mir in den drei Monaten passiert ist. Würg …… ums Nett auszudrücken.
Distributionstest?
Die Sommer-Spezial-Teilnehmer hatten die Möglichkeit, auch andere Distributionen auszuprobieren, um die Vielfältigkeit von Linux etwas besser kennenzulernen.
Die von mir verwendete UbuntuVersion 8.04 hab ich von Anfang an als Betriebssystem mit dem ich arbeite angenommen. Ich hab mir das OS so auch vorgestellt und habe es wie ein fixes OS wie beim Handy verwendet, da kann man ja nicht wirklich wechseln. Rein von Anwenderstandpunkt gesehen, ist Linux gleich wie Windows, da nur die Steuerung ein wenig anders ist. Beim Administrieren ist das natürlich anders und da hatte ich keine Ahnung was mich erwarten würde….. Wurde denn auch weder im Positiven noch im Negativen überrascht.
Wem würdest du Linux (nicht) empfehlen?
Drei Monate mit Linux bringen zahlreiche positive und negative Erfahrungen mit. Wir wollten deshalb von den Teilnehmern wissen, wem Sie Linux empfehlen und wem sie lieber davon abraten würden.
Linuxwürdige sind auf jeden Fall Personen, die einen PC ohne Betriebssystem kaufen wollen oder müssen und bei der Wahl des OS auf eine kostengünstige Variante greifen wollen. Sicherlich kann man im WWW ohne weiteres eine gecrackte Version von Microsoft bekommen, aber wenn man auf der wirklich legalen Seite sein will, geht’s nur so. Des Weiteren würde ich Linux Personen empfehlen die Tüftler und Bastler sind. Außerdem empfiehlt sich Linux als OS zum Testen, wenn man einen alten bzw. gebrauchten PC verkaufen
will und seine Windows-Lizenz behalten möchte. Ich habe alte PCs immer ohne OS verkauft, aber das werde ich in Zukunft nicht mehr machen.
Gesamteindruck
Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass mir die Sommer Aktion sehr gut gefallen hat und ich dankbar bin, dass ich so ein tolles Netbook von Unimall bekommen habe. Wie auch schon erwähnt kann ich dieses robuste und zuverlässige Teil nur anpreisen. Ich werde sicher ein steter Gast der LinuxCommunity bleiben und auch weiter meine Erlebnisse mit Linux berichten, auch wenn das nicht mehr so oft sein wird wie bisher. Auch möchte ich anmerken, wie super ich Kirstens Energie finde, die sie in die Test steckte und auch in
die Zeit für ihren Blog der immer sehr unterhaltsam zu lesen war. Natürlich sollen auch meine Mitstreiterinnen erwähnt werden die sich wirklich intensiv mit der Materie auseinander gesetzt haben.
So bleibt denn für unseren Funwatcher nur noch ein brennendes Problem, das er vermutlich mit zahlreichen Einsteigern teilt:
Könnte man die Pointe zu Geek Hero irgendwie erklären?? Denn für Linux Newbees ist das selten lustig.






