Ubuntu einrichten
Der langwierigste Teil des Setup haben Sie nun bereits hinter sich, doch es gilt noch einige Klippen zu umschiffen. So funktionierte in den Tests das Touchpad nicht. Sie müssen also den OEM-Setup-Dialog von Ubuntu über das Keyboard bewältigen. Anschließend gilt es ein paar Konfigurationsdateien zu bearbeiten. Dies gelingt hingegen nicht mit vi, da die [Esc]-Taste nicht die erwartete Funktion einnimmt. Merken Sie sich deshalb die Tastenkombination [Alt]+[Play/Pause], um den Gnome-Schnellstarter zu öffnen, hier starten Sie über gksudo gedit den Gnome-Editor mit Root-Rechten oder das gnome-terminal.
Funktioniert wie bei unserem Testgerät das Touchpad nicht, dann lautet die passende Gerätedatei vermutlich /dev/input/event2. Öffnen Sie zunächst ein Terminal und lesen Sie über cat /dev/input/event2 an der Schnittstelle mit. Erscheinen bei Bewegungen auf dem Touchpad allerlei seltsame Zeichen im Terminal, dann haben Sie die richtige Schnittstelle gefunden. Ändern Sie nun den bestehenden Eintrag in Zeile 9 der Datei /etc/X11/xorg.conf von event1 zu event2. Im zweiten Schritt sollten Sie die [Esc]-Taste fixen. Legen Sie dazu in Gedit folgende .xmodmap-Datei an (Punkt am Anfang des Dateinamens beim Speichern nicht vergessen):
keycode 234 = Escape
Diese Änderungen bleiben auch bei einem Neustart erhalten. Obwohl in den zahlreichen Anleitungen im Internet kaum von Problemen mit dem WLAN zu lesen ist, hat auf unserem Testsystem auch die WLAN-Karte nicht auf Anhieb funktioniert. Abhilfe schafft hier folgender Workaround:
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Netzwerkmanager-Applet und wählen Sie Enable Wireless um das Drahtlosnetz auszuschalten.
- Öffnen Sie ein Terminal und geben Sie folgenden Befehl ein:
echo 1 > /proc/test_programm/wifi3g
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste erneut auf das Netzwerkmanager-Applet und schalten Sie das WLAN wieder ein.
Abbildung 4: Die Netbook-Oberfläche von Ubuntu 10.10 auf dem Toshiba AC100.
To be done
Wie eingangs erwähnt müssen Sie bei den aktuellen Ubuntu-Abbildern noch ohne Sound auskommen, dafürt funktioniert inzwischen die Webcam des AC100 tadellos. Auch das Powermanagement lässt noch viel zu wünschen übrig: weder ein Aufwachen aus dem Suspend noch ein Neustart funktioniert wie gewünscht, zudem arbeitet das Display mangels Kontrollmöglichkeiten stets auf maximaler Helligkeit, was an der Akkuleistung zehrt. Unter Linux kommen Sie deshalb auf maximal vier bis fünf Stunden Laufzeit. Wer das Ubuntu-System behalten möchte und sich tiefer mit Ubuntu auf dem AC100 auseinandersetzen möchte, findet unter [7] und [8] weiterführende Hinweise.
Wer sich sogar überlegt, ein AC100 zu kaufen, tut gut daran, nach dem für den osteuropäischen Markt geplanten Modell AC100-10N zu suchen, da diese Version eine 32-GByte SSD enthält und normalerweise nicht viel mehr kostet als die 8- oder 16-GByte-Varianten.
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