Toshiba hat sich für sein smartes Netbook AC100 für Android als Betriebssystem entschieden. Eine Entscheidung, mit der ziemlich viele Nutzer nicht zufrieden sind, da es kaum Anwendungen gibt, die sich auf einem Netbook sinnvoll nutzen lassen. Da das Gerät auf der Tegra-Plattform von Nvidia und einem 1 GHz schnellen ARM-Prozessor basiert, gibt es für das AC100 neben Android nur Linux als Alternative. Im Netz gibt es denn auch zahlreiche Versuche, Linux-Distributionen auf dem rund 900 Gramm leichten AC100 zum Laufen zu bringen. Am meisten Erfolg hatten dabei die Entwickler, die es mit Ubuntu versuchten. Die Redaktion hat sich durch die Anleitungen im Netz gehangelt und zeigt, was funktioniert und was nicht.
Man nehme
Neben einem AC100 von Toshiba (mit oder ohne 3G ist egal) benötigt man für diese Anleitung einen zusätzlichen Rechner mit Ubuntu, ein Mini-USB-Kabel, eine mindestens 4 GByte große SD-Karte oder einen USB-Stick in der gleichen Größe (möglichst schnell) und rund 2-3 Stunden Zeit. Um die Nerven zu schonen, lohnt es sich dabei, gute Musik zu hören, zum Beispiel das aktuelle Album von Leslie Hunt [1].
Erster Eindruck
Wer das AC100 [2] zum ersten Mal in der Hand hält, möchte das Gerät nicht wieder hergeben. Es wiegt knapp 900 Gramm und ist an der Front nur 1,5 cm dick. Das Gerät besteht zwar komplett aus Kunststoff, fühlt sich aber dennoch relativ hochwertig an. Der zweite Blick gilt den Schnittstellen: Hier verfügt das AC100 im Gegensatz zu den meisten Netbooks und Mini-Notebooks über einen Standard-USB- sowie einen USB-Mini-Anschluss, eine 3,5mm-Audiobuchse, einen SD-Kartenslot und einen HDMI-Ausgang.
Klappt man das Gerät auf, fallen zunächst die verhältnismäßig große Tastatur und die beiden Maustasten auf, die sich ganz vorne an der Front befinden. Auf den zweiten Blick findet man auf dem Keyboard Tasten, die zur Steuerung des Android-Systems notwendig sind, dazu gehört die Home-Taste sowie ein separate Taste für die Einstellungen (auch per Rechtsklick erreichbar). Dafür fehlen der Tastatur die Löschtaste sowie [Home] und [End]. Anstelle der Funktionstasten findet man jede Menge Sondertasten, darunter auch Android-spezifische, wie zum Beispiel die Settings-Taste oben rechts.
Point of no return
So viel vorweg als Warnung: Mit den aktuell verfügbaren Ubuntu-Versionen für das AC100 lassen sich zwar Arbeiten erledigen, die unter Android kaum oder nur sehr mühsam möglich sind (Office-Arbeiten, Bildbearbeitung mit Gimp, Programmieren im Editor etc.), es fehlt aber an vielen Stellen noch am Hardware-Setup. So lässt sich unter anderem die Hintergrundbeleuchtung nicht regeln, was dem Akkuverbrauch nicht gerade gut tut, auch das Powermanagement generell befindet sich noch in den Kinderschuhen. Die interne Soundkarte funktioniert nur mit zusätzlichen Kernelmodulen und man muss dazu eventuell den Kernel komplett neu bauen. Last but not least lässt sich die Maschine trotz hardwarebeschleunigter Grafik nicht zum Betrachten von Videofilmen benutzen, weil es entweder den benötigten Player nicht für die ARM-Plattform gibt oder – wie bei Totem – die entsprechenden Codecs fehlen.
Also selbst wenn Sie diese Anleitung Schritt-für-Schritt befolgen und Ubuntu auf Ihrem AC100 fehlerfrei startet, ist das Resultat keinesfalls optimal.




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