Test: Intels Sechskern-CPU "Gulftown"

Sechs Kerne sollt ihr sein

Sechs Kerne sollt ihr sein

19.03.2010
Intel bringt mit dem Core i7 980X den ersten Sechskern-Prozessor für Desktops - stromsparend in 32 Nanometer, aber wählerisch bei der Software.

Nachdem die CPU-Hersteller vor einigen Jahren nicht mehr weiter an der MHz-Schraube drehen konnten, begann die Ära der Mehrkern-Prozessoren. Ursprünglich von IBM für Großrechner erfunden, sind Mehrkern-CPUs inzwischen auch auf dem PC der Standard. Längst treiben Doppelkerne die Mehrzahl aller verkauften Rechner an, und selbst Quadcore ist schon lange keine Nische für ständig leistungshungrige Spieler und Workstation-Benutzer mehr, Vierkern-Prozessoren wie der Athlon X4 wandern schon für unter 100 Euro über den Ladentisch.

Intel läutet nun mit dem ersten Desktop-Sechskern Core i7 980X Extreme Edition, Codename "Gulftown", eine ganz neue Runde ein. Die 9 als erste Ziffer der Modellbezeichnung und der Namenszusatz "Extreme Edition" verraten schon: Dies ist ein Chip für die teureren X58-Systeme mit LGA1366-Sockel. Laut Intel bleiben sechs Kerne vorerst auch exklusiv für LGA1366-Systeme: Da sechs Kerne auch mit Daten gefüttert werden wollen, bieten die drei DDR3-Speicherkanäle in X58-Systemen die beste Lösung. Das dürfte Early Adopters freuen, die bei der Vorstellung der ersten "Bloomfield" Core i7 eines der teuren Systeme kauften. Bei den kurz nach Bloomfield veröffentlichten "Lynnfield" Core i7 der 800er-Serie war der Ärger groß, denn die LGA1156-Systeme boten dieselbe Leistung wie der Bloomfield Core i7 für deutlich weniger Geld.

Intel liefert die Box-Versionen des Core i7 980X mit dem neuen DBX-B-Kühler aus, der deutlich größer ist als der bisherige Rundkühler, Die Luft wird nun seitlich durch die zum Motherboard parallel laufenden Kühlrippen geblasen statt von oben auf den Rundkühler. Die Montage ist etwas verzwickt, da man bei eingesetzten Speichermodulen nicht richtig an die hinteren Rändelschrauben kommt -- wohl dem, der einen sehr langen, dünnen Schraubenzieher sein Eigen nennt, denn damit kann er durch entsprechende Löcher im Kühler diesen auch festschrauben.

Preis

Intel liefert den Core i7 980X ab sofort zu einem Preis von US$ 999 (Intel-Stückpreis bei Abnahme von 10.000 Stück). Erstaunlicherweise ist der Gulftown also nicht teurer als seine Vorgänger, denn das ist der Standard-Preis für Intels "Extreme Editions". Sein Vierkern-Vorgänger Core i7 975 Extreme Edition steht immer noch zum selben Preis in Intels Preisliste, hier wird aber nur noch der Bestand abverkauft, da Intel stets nur ein "Extreme Edition"-Modell im Angebot hat.

Aufbau

Der aus nicht weniger als 1,17 Milliarden Transistoren bestehende 980X (zum Vergleich: "Bloomfield"-Core-i7: 731 Mio) integriert Hyperthreading. Durch diese virtuelle Kernverdopplung sieht das System nun 12 Kerne. Dank Turbo-Modus übertaktet der Gulftown sich von 3,33 GHz je nach Auslastung in zwei 133-MHz-Schritten ("Speed bins") auf bis zu 3,6 GHz. Er beherrscht jetzt auch die Encryption-Befehlserweiterung AES-NI, die Intel mit den Westmere-Core i5/i3 eingeführt hat, ihren ersten 32-Nanometer-CPUs. Den L3-Cache hat Intel von 8 auf 12 MByte vergrößert. Keine Veränderungen gibt es beim QPI-Link, der den Gulftown mit dem Rest des Systems verbindet: Er bewegt wie bei allen bisherigen "Extreme Edition" Core i7 bis zu 25,6 GByte/s -- dies entspricht exakt der Speicherbandbreite der drei DDR3-1066-Kanäle, die der Chip mit seinem integrierten Speichercontroller (IMC) anbindet.

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