Schnell und stark

Schnell und stark

Unglaublich schnell: Quadcore mit SSD

20.02.2009
Wer von Quadcore und SSD liest, denkt vermutlich zunächst mal an die hohen Kosten. Doch so teuer muss ein aktuelles System gar nicht sein.

Wer kennt das Problem nicht: Der Rechner zu Hause ist zu langsam, also wird mehr Ram gekauft. Nachdem genug RAM im Rechner steckt, entpuppt sich die CPU als Flaschenhals, also tauscht man den Prozessor aus, um dann zu merken, dass die Festplatte gerade dabei ist, vollzulaufen.

Anstatt den alten Rechner immer wieder auf Vordermann zu bringen, lohnt sich ein Blick auf ein komplett neues System, zum Beispiel mit einem Vierkern-Prozessor und einer Solid State Disk. Hier eine kurze Einkaufsliste:

Rund 700 Euro muss man für ein Spitzensystem also rechnen, mit einer kleineren SSD (unbedingt von Intel oder Kingston kaufen), kommt man auf 500 bis 600 Euro.

Das Asus-Bord besitzt noch konventionelle ATA-Anschlüsse, das alte DVD-Laufwerk und P-ATA-Festplatten lassen sich somit weiter nutzen. Je nach gewähltem CPU-Kühler arbeitet ein solches System fast lautlos, das LC6600 ist ein leises Netzteil, die Grafik Radeon3200 sitzt auf dem Motherboard und bringt einen VGA und einen DVI-Ausgang mit. Eine E-SATA-Schnittstelle ist auch vorhanden.

Unser Testsystem verbrauchte im Leerlauf nur 70 Watt, unter Volllast ca. 150 Watt.

Kernel in 15 Minuten, Boot in 15 Sekunden

Stromspartechnisch ist obiges System bestimmt nicht ideal, und für 150 Euro bekommt man schon Komplettsysteme mit Atom N230 CPU, die für E-Mail und ein Bisschen Office genug Leistung bringen:

Bei CPU-Intensiven Aufgaben trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen: Unser Testsystem kompilierte den Kernel 2.6.29rc4 in 14 Minuten und 12 Sekunden (nicht vergessen, den Make-Befehl mit make -j4 aufzurufen, damit alle Kerne etwas zu tun haben). Das Atom-System braucht für die gleiche Aufgabe 190 Minuten. Diese Spitzenwerte sind nur durch die Kombination schnelle CPU & schnelle Festplatte möglich. Die Intel-SSD liest mit bis zu 250 MByte/s, und schreibt mit 80 MByte/s. Ein detaillierter Test der Solid State Disk folgt im LinuxUser 04/2009.

Bei den Startzeiten und im allgemeinen Betrieb macht sich die SSD bemerkbar. Während eine Standard-OpenSuse von der [Enter]-Taste im Grub bis zum XFCE-Login rund 40 Sekunden braucht, verkürzt sich der Bootvorgang allein durch die SSD auf 25 Sekunden. Wer zusätzlich auf ein paar Dienste beim Bootvorgang verzichten kann, startet sein System sogar in 15 Sekunden. Mit Preloading liegen Bootzeiten unter zehn Sekunden drin, Moblin lässt grüßen.

Wer auf seinem Rechner des Öfteren Programme kompiliert, wird am Phenom II zusammen mit einer SSD Gefallen finden. Intel hat die Preise für seine Solid State Disks bereits im Januar einmal gesenkt, weitere Preissenkungen dürften in Kürze folgen, wenn die ersten 160 GByte-Modelle auch tatsächlich erhältlich sind.

Ähnliche Artikel

  • Aktuelle Hardware
  • Teure Liebe
    Wer 400 Euro für eine 80-GByte-Festplatte ausgibt, ist entweder arm im Geiste – oder hat sich einfach in das neueste SSD-Modell von Intel verliebt.
  • Phenomenal, die Zweite
    Der aktuelle LinuxUser vergleicht einen Phenom X4 mit einem Turion X2 und einem P9400 von Intel. In der Zwischenzeit hat uns AMD auch einen Phenom II geschickt. Hier die ersten Benchmarks.
  • Phenomenal
    AMD tritt mit seinen Quad-Core-Prozessoren gegen die starke Konkurrenz von Intel an. Wir testen einen Phenom X4 gegen die mobile CPU Turion X2 und einen Core-2-Duo-Prozessor von Intel.
  • Sechs-Kern-Prozessoren von AMD und Intel
    Nach Dual- und Quadcore gibt es nun Hexacore für den Desktop. Sechs Kerne wollen nun ausgelastet werden, was sich als gar nicht so leicht erweist.
Kommentare
make -j<cpus+1>
sdfasfsdf (unangemeldet), Freitag, 20. Februar 2009 18:00:06
Ein/Ausklappen

make -j<cpus+1>

ich dachte das wuerde immer so sein... sprich:

make -j5 fuer 4 kerne


Bewertung: 251 Punkte bei 45 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: make -j<cpus+1>
Marcel Hilzinger, Freitag, 20. Februar 2009 18:13:30
Ein/Ausklappen

Das wäre mir neu. Für Dualcore gilt make -j2, für Quadcore make -j4.


Bewertung: 203 Punkte bei 37 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: make -j<cpus+1>
Reinhard Holler, Freitag, 20. Februar 2009 21:32:31
Ein/Ausklappen

Ich kenne das auch mit +1, damit kann man noch die Wartezeitlücken füllen, die entstehen, wenn ein Kern darauf warten würde, dass die Festplatte eine neue Quelltextdatei lädt. Der Kern kann derweil dann noch den "fünften" Gang zu sich nehmen, der schon im RAM liegt. Anders gesagt: der Overhead fürs Multitasking an der Stelle ist weniger groß als die Wartezeit auf die vergleichsweise schneckenlahme Festplatten-I/O-Aktivität.


Bewertung: 167 Punkte bei 35 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: make -j<cpus+1>
Marcel Hilzinger, Dienstag, 24. Februar 2009 13:42:40
Ein/Ausklappen

Ja, das kann durchaus sein. In den FFmpeg-Benchmarks erreichte der Phenom bei 8 Threads die maximale Performance, nicht bei 4 wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Hängt natürlich beim Kernelkompilieren wie erwähnt auch von der Performance der Festplatte ab.

Ich mache mal ein paar Tests mit -j4, -j5, -j6 und -j8 und poste dann die Ergebnisse hier.


Bewertung: 111 Punkte bei 27 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
8 Jobs am schnellsten
Marcel Hilzinger, Dienstag, 24. Februar 2009 19:06:11
Ein/Ausklappen

Ich habe das jetzt mal gemessen, hier die Daten (Mittelwerte aus 3 Durchläufen):

make -j4 : 13 Minuten 40 Sekunden
make -j5 : 13 Minuten 5 Sekunden
make -j6 : 12 Minuten 54 Sekunden
make -j8 : 12 Minuten 44 Sekunden
make -j9 : 12 Minuten 48 Sekunden

Bei acht gleichzeitigen Aufgaben ist die CPU somit am besten ausgelastet. Der i7 von Intel beherrscht zudem noch Hyperthreading, ich kann mir gut vorstellen, dass hier auch -j16 noch schnellere Werte liefert. Die Regel make -j(cpu+1) stimmt somit nur bedingt.


Bewertung: 189 Punkte bei 28 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: 8 Jobs am schnellsten
Michael ---------, Freitag, 27. Februar 2009 14:49:42
Ein/Ausklappen

Funktioniert das ganze nur mit einem "echten" Mehrkerner, oder funktioniert das ganze auch bspw. mit einem Pentium 4 mit HyperThreading?


Bewertung: 82 Punkte bei 26 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: 8 Jobs am schnellsten
marcel (unangemeldet), Freitag, 27. Februar 2009 15:38:06
Ein/Ausklappen

Hyperthreading bringt hier ziemlich viel, d.h. es funktioniert auch mit einem normalen Pentium 4.


Bewertung: 164 Punkte bei 24 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: 8 Jobs am schnellsten
Michael ---------, Freitag, 27. Februar 2009 18:50:36
Ein/Ausklappen

Ah OK gut zu wissen danke für die Info!


Bewertung: 100 Punkte bei 22 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

PCLinuxOS Version 2014.08 "FullMonty" Umstellung auf deutsch
Karl-Heinz Welz, 19.12.2014 09:55, 3 Antworten
Hallo, liebe Community, ich bin 63 Jahre alt und möchte jetzt nach Jahrzehnten Windows zu Linux...
ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.