Wer kennt das Problem nicht: Der Rechner zu Hause ist zu langsam, also wird mehr Ram gekauft. Nachdem genug RAM im Rechner steckt, entpuppt sich die CPU als Flaschenhals, also tauscht man den Prozessor aus, um dann zu merken, dass die Festplatte gerade dabei ist, vollzulaufen.
Anstatt den alten Rechner immer wieder auf Vordermann zu bringen, lohnt sich ein Blick auf ein komplett neues System, zum Beispiel mit einem Vierkern-Prozessor und einer Solid State Disk. Hier eine kurze Einkaufsliste:
- Asus M4A78 Pro, 95 Euro
- AMD Phenom II X4, 940, 205 Euro
- Intel X25-M 80GByte SDD, 370 Euro
- LC-Power LC6600, 600 Watt, 40 Euro
Rund 700 Euro muss man für ein Spitzensystem also rechnen, mit einer kleineren SSD (unbedingt von Intel oder Kingston kaufen), kommt man auf 500 bis 600 Euro.
Das Asus-Bord besitzt noch konventionelle ATA-Anschlüsse, das alte DVD-Laufwerk und P-ATA-Festplatten lassen sich somit weiter nutzen. Je nach gewähltem CPU-Kühler arbeitet ein solches System fast lautlos, das LC6600 ist ein leises Netzteil, die Grafik Radeon3200 sitzt auf dem Motherboard und bringt einen VGA und einen DVI-Ausgang mit. Eine E-SATA-Schnittstelle ist auch vorhanden.
Unser Testsystem verbrauchte im Leerlauf nur 70 Watt, unter Volllast ca. 150 Watt.
Kernel in 15 Minuten, Boot in 15 Sekunden
Stromspartechnisch ist obiges System bestimmt nicht ideal, und für 150 Euro bekommt man schon Komplettsysteme mit Atom N230 CPU, die für E-Mail und ein Bisschen Office genug Leistung bringen:
Bei CPU-Intensiven Aufgaben trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen: Unser Testsystem kompilierte den Kernel 2.6.29rc4 in 14 Minuten und 12 Sekunden (nicht vergessen, den Make-Befehl mit make -j4 aufzurufen, damit alle Kerne etwas zu tun haben). Das Atom-System braucht für die gleiche Aufgabe 190 Minuten. Diese Spitzenwerte sind nur durch die Kombination schnelle CPU & schnelle Festplatte möglich. Die Intel-SSD liest mit bis zu 250 MByte/s, und schreibt mit 80 MByte/s. Ein detaillierter Test der Solid State Disk folgt im LinuxUser 04/2009.
Bei den Startzeiten und im allgemeinen Betrieb macht sich die SSD bemerkbar. Während eine Standard-OpenSuse von der [Enter]-Taste im Grub bis zum XFCE-Login rund 40 Sekunden braucht, verkürzt sich der Bootvorgang allein durch die SSD auf 25 Sekunden. Wer zusätzlich auf ein paar Dienste beim Bootvorgang verzichten kann, startet sein System sogar in 15 Sekunden. Mit Preloading liegen Bootzeiten unter zehn Sekunden drin, Moblin lässt grüßen.
Wer auf seinem Rechner des Öfteren Programme kompiliert, wird am Phenom II zusammen mit einer SSD Gefallen finden. Intel hat die Preise für seine Solid State Disks bereits im Januar einmal gesenkt, weitere Preissenkungen dürften in Kürze folgen, wenn die ersten 160 GByte-Modelle auch tatsächlich erhältlich sind.




