Das Spiel zum Wochenende: Science Girls

Das Spiel zum Wochenende: Science Girls

Schlaue Girlgroup

Ein Trupp junger Mädchen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten tritt in rundenbasierten Kämpfen gegen mutiertes Biogemüse an, das gerade ihre Schule überfällt. Hinter der durchgeknallten Geschichte verbirgt sich ein spaßiges Rollenspiel für Einsteiger.

Es ist kurz nach Schulschluss und Zeit für das regelmäßige Treffen des Science Clubs, einer kleinen Gruppe wissenschaftlich interessierter Schülerinnen. Just in diesem Moment fallen Außerirdische in Gemüsegestalt über das Schulgebäude her, greifen die auf dem Schulhof verbliebenen Lehrer an und reißen Mr Breyer sogar das Toupet vom Kopf. Das können sich die Mädels selbstverständlich nicht bieten lassen und sagen dem bunten Gemüse kurzerhand den Kampf an.

Frauenpower

Als Spieler übernimmt man zunächst die Kontrolle zweier Club-Mitglieder, später stoßen zur ungewöhnlichen Heldentruppe weitere Science Girls hinzu. Einer der jungen Damen darf man zu Beginn selbst einen Namen geben. Sie dient fortan als Stellvertreterin in der Spielwelt und gibt als Präsidentin des Clubs auch gleich noch die Marschrichtung vor. Ihre Mitstreiterinnen haben die merkwürdige Angewohnheit, immer mal wieder Wissensfragen zu stellen, die es dann im Multiplechoiceverfahren zu beantworten gilt. Auf die gleiche Weise führt man auch sämtliche Gespräche.

Die Kämpfe laufen strikt rundenbasiert ab. Jedes Mädchen führt nacheinander eine Aktion aus, anschließend sind die computergesteuerten Gegner an der Reihe. Wie in einem Rollenspiel üblich, gewinnen die Schülerinnen in erfolgreichen Kämpfen Erfahrungspunkte, mit denen man wiederum die Charaktereigenschaften verbessert ? dazu zählen etwa Angriffsstärke oder Treffsicherheit.

Darüber hinaus erwirbt jede Heldin im Laufe des Spiels ganze eigene Spezialfähigkeiten, die von ihrem jeweiligen Interessensgebiet abhängen. Beispielsweise kann die eigene Spielfigur als Psychologieexpertin Feinde für eine Runde hypnotisieren, während Jennifer ihre verwundeten Mitstreiterinnen heilt und die in Physik begabte Nicole Blitze schleudert. Obendrein findet die Party bei ihren Streifzügen durch das Schulgebäude immer wieder mal mehr oder weniger nützliche Gegenstände.

Teurer Comic

Wer den Science Girls! beitreten möchte, muss allerdings seinen Geldbeutel öffnen. Knappe 10 Euro kostet das Rollenspiel im Online-Shop [1]. Für Unschlüssige steht immerhin eine kostenlose Testversion bereit. Ihr Archiv muss man lediglich entpacken und das darin enthaltene Skript ScienceGirls!-Demo.sh starten.

Die Bedienung erfolgt mit den Pfeiltasten, in Menüs löst die Eingabetaste eine Aktion aus, alternativ greift man zur Maus. [F1] holt eine knappe Online-Hilfe hervor, der darin genannte Verweis auf “weitere Hilfe” führt jedoch lediglich ins Diskussionsforum auf der Homepage.

Die Zeichentrickgrafik im Manga-Look ist zweckmäßig und hübsch anzusehen, auch wenn die gerenderten Klassenräume eher an ein Freeware-Spiel erinnern. In den Kämpfen schaltet das Spiel in eine isometrische Darstellung, die aber keine spielerischen Auswirkungen hat.

Fazit

Science Girls ist ein recht unkonventionelles Rollenspiel. Szenario, Hintergrundgeschichte und Grafikstil richten sich offenbar an Kinder, was auch die eingestreuten Wissensfragen erklärt. Nichtsdestotrotz bietet es auch für erwachsene Spieler ein äußerst kurzweiliges Vergnügen. Durch die einfache Steuerung und den langsam ansteigenden Schwierigkeitsgrad gelangt man schnell ins Spiel, bis man irgendwann doch gerne wissen möchte, wie die abgedrehte Geschichte weitergeht. Dies bleibt allerdings der zahlenden Kundschaft vorbehalten.

Science Girls

Bezugsquelle: http://spikycaterpillar.dreamhosters.com/
Hersteller: Spiky Caterpillar / Hanako Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: ca. 10 Euro
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution (2D-Grafik)

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://spikycaterpillar.dreamhosters.com/

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