Bezahlsoftware unter Linux, wenn es OpenSource gibt? Manche sehen das ganz pragmatisch und nutzen, was der Markt bietet. Und wenn diese Linux-Nutzer eine Office-Suite benötigen, die MS Office 2003 zum Verwechseln ähnelt, dann ist Yozo Office eine preiswerte Wahl – besonders, wenn es um Plattformunabhängigkeit geht.
Doppelt gemoppelt
Dreißig Tage läuft die Trial-Version von Yozo Office 2010. Sie laden Sie direkt von der Startseite von http://www.yozooffice.com herunter. Im ZIP-Archiv liegt noch ein TAR-GZ-Archiv und wenn Sie dieses zweite Geschenkpapier noch entfernt haben, liegt ausgepackt ein neues Verzeichnis mit den Setup-Dateien auf der Platte. Ein Doppelklick auf setup.sh im Dateimanager bringt nichts. Öffnen Sie ein Terminal, melden Sie sich als Root-Benutzer an und führen ./setup.sh im Verzeichnis aus. Ergebnis ist ein Installer, wie ihn Windows-Benutzer gut kennen. Den arbeiten Sie ab. Als Ergebnis liegt nicht wie versprochen eine Verknüpfung zu Yozo-Office auf dem Desktop, sondern im Office-Menü – wir testen unter LXDE. Dummerweise finden Sie an der gleichen Stelle im Menü auch den Uninstaller für Yozo Office.
Komponenten
Yozo-Office besteht aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm. Als Addons kommen noch ein wissenschaftlicher Editor und der Executive Boardroom, ein Peer-to-Peer-Chatsystem, hinzu. Die Oberfläche ist ausschließlich in Englisch, Arabisch und Uigurisch bedienbar. Das Paket versteht sich auf das Lesen von Microsoft Office Dokumenten der Formate 97 bis 2007 und schreibt diese, allerdings nur bis Version 2003. Support für das Open Document Format ist nicht integriert – ein echtes Problem unter Linux. Yozo exportiert PDF per Knopfdruck und ist in der Lage, dank eines speziellen Container-Formats mehrere verschiedene Dokumente, Präsentationen oder Tabellenblätter in einer Datei zu speichern. Die Yozo-Seite bezeichnet das als Binder-Format. Als zusätzliches Tool liegt ein Datei-Konvertierer von MS Office zu Yozo und zurück mit eigenem Menüpunkt bei.



