Kopfsalat

Um Gedankengänge und komplexe Strukturen zu visualisieren, benutzt man Mindmaps, die ausgehend von einem Problem im Mittelpunkt an Ästen und Zweigen die zugehörigen Stichpunkte notieren. Viele Menschen mögen diese Art der Darstellung, da sie sich an unseren Gedankengängen orientiert. Bekannteste Mindmapping-Software für Linux ist wohl Freemind. Das Java-Programm existiert schon seit einigen Jahren und wird kontinuierlich weiterentwickelt: Version 0.9.0 stammt vom 12. Februar diesen Jahres und steht unter http://freemind.sourceforge.net zum Download bereit. Die Liste der Features ist lang und enthält unter anderem HTML-Export, schlaues Drag & Drop, um ganze Äste zu verschieben oder die Speicherung der Mindmaps in XML für einfache Weiterverwendung. Selbstkritik fehlt aber ebenfalls nicht auf der Startseite. Das Einbetten von Bildern funktioniert noch nicht sauber. Eine Alternative zu Freemind ist Sciplore (http://sciplore.org/software/sciplore_mindmapping). Mit ähnlichen grundlegenden Funktionen wie Freemind ausgestattet, kann es speziell im wissenschaftlichen Bereich punkten. Den einzelnen Nodes ordnen Sie manuell oder über BibTeX die passenden Referenzen zu den originalen Fundstellen zu. Aus PDF's importiert Sciplore die Bookmarks und verlinkt automatisch auf Datei und Lesezeichen. Alle Plagiatoren unserer Zeit sollten dringend von dem Programm erfahren. Sciplore's Dateiformat ist kompatibel zu Freemind.

Abbildung 1: Alle Werkzeuge zum Erstellen von Mindmaps verbannt Freemind an den linken Fensterrand.
Abbildung 2: Planners unterster Hauptpunkt links zeigt die Auslastung der eingerichteten Ressourcen (auch Mitarbeiter) an.

Netzplan und Gantt

Seit 2009 nicht mehr weiterentwickelt, aber trotzdem noch gut nutzbar ist die Software Planner (http://live.gnome.org/Planner), ehemals von der Firma Imendio entwickelt. In allen größeren Distributionen sollte das Paket im Repository liegen. Es gehört zum Gnome Office, funktioniert aber mit GTK ohne Abhängigkeiten zu den Bibliotheken des Desktops. Planner beherrscht Gantt-Darstellung der Vorgänge und Zuordnung von Ressourcen, die auch Personen sein dürfen. Die Oberfläche ähnelt mit den Buttons am linken Rand alten Outlook-Versionen. Moderner und mit mehr Features ausgestattet präsentiert sich die Java-Software OpenProj, zu finden unter http://openproj.org. Die Software beherrscht auch die Netzplantechnik und wurde erfolgreich vom Autor in der Ausbildung von IT-Systemkaufleuten eingesetzt. Die Benutzung ähnelt dem Verfahren von Hand: Zuerst schreiben Sie alle Vorgänge mit zugehöriger Dauer auf, dann legen dann Vorgänger und Nachfolger für jeden Vorgang fest. OpenProj erzeugt daraus alle Vorgangsknoten und markiert den kritischen Pfad. Die Knoten lassen sich frei verschieben, um eine ordentliche Darstellung zu erzielen, die das Programm mit der Automatik nicht erreicht. Schade nur, dass die Vorgangsknoten nicht den in der DIN vorgesehenen Normen entsprechen. Weiterhin verwalten Sie mit OpenProj Ressourcen und Mitarbeiter, legen Meilensteine fest und sehen sich bei Bedarf das Projekt als Gantt-Diagramm an. OpenProj kann MS Projekt Dateien speichern und verarbeiten.

Abbildung 3: Netzpläne unter Linux beherrscht von unseren getesteten Tools bisher nur OpenProj, Gantt ist aber immer dabei.

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