brukkon-main.png

Plateau-Schieber

Spiel zum Wochenende: Brukkon

19.12.2009
Die Aufgabe ist einfach. Sie schubsen einen Roboter in einem Sokoban-artigen Level vom Start zum Ziel. Dummerweise hält der Roboter aber nicht immer dort, wo Sie das gerne hätten.

Brukkon ist ein spannendes Knobelspiel mit 30 Leveln für den Zeitvertrieb zwischendurch. Es gilt einen kleinen grünen Roboter in einem frei schwebenden Feld aus Steinplatten über bewegliche Platten vom Start ans Ziel zu befördern. Um unter die besten zu geraten, reicht es nicht, möglichst schnell zu sein, sondern man muss die Aufgabe auch mit möglichst wenig Zügen lösen. Eine Bestenliste im Internet sorgt für genügend Konkurrenz.

Das Spiel von 93-Interactive gibt es für Linux, Mac OS X und Windows. Es kostet 10 Euro und lässt sich ohne Installation aus dem Download-Archiv heraus starten. Eine Demoversion mit den ersten vier Leveln gibt es auf der Homepage zum Download. 93-Interactive bietet das Spiel zudem für 19 Euro auch auf CD zum Versand an.

Zwei Achsen

Im einfachsten Fall, der jedoch nur selten auftritt, packt man den Roboter per Maus an und schiebt ihn (ohne die Maus loszulassen) über den Steinweg von einem Ort zum anderen. Über welche Platten sich der grüne Gefährte bewegen wird, zeigen neonblaue Kreise am Boden an.

Abbildung 1: Die farbigen Kreise zeigen an, wohin sich der Roboter bewegen wird.

Schneller voran geht es mit Steinen, die mit einem Pfeil markiert sind. Je nach Markierung bewegen sich diese nur in der X-Achse oder nur in der Y-Achse. Steine mit einem Doppelpfeil lassen sich zur Navigation in alle möglichen Richtungen benutzen. Im Unterschied zur Bewegung auf festem Grund lässt sich der Roboter aber bei einem Trip über diese besonderen Steine nicht anhalten: wird er losgeschickt fährt er stets zum nächsten festen Hindernis.

Das eigentliche Ziel von Brukkon besteht deshalb darin, die verfügbaren Steine so zu platzieren, dass eine Navigation von Start zu Ziel überhaupt erst möglich ist. Das anschließende Herumfahren ist quasi nur noch die Belohnung nach getaner Arbeit.

Abbildung 2: Das Einstiegslevel lässt sich in drei Zügen lösen. Hier die Nachtansicht des Levels.

Steuerung per Maus

Die Steuerung von Brukkon erfordert etwas Übung und ist leider nur über die Maus möglich. Das ist schade, denn man muss mit der Maus doch sehr genau zielen, um keine Fehler zu machen, zudem sind Linux-Nutzer bekanntermaßen auf der Tastatur deutlich flotter unterwegs.

Abbildung 3: Beim dritten Level muss man schon etwas überlegen, wie denn der Roboter überhaupt zum Ziel gelangen kann.

Das komplette Spiel läuft per Drag & Drop ab. Roboter anfassen, ziehen, loslassen. Dummerweise klappt das nur auf festem Terrain, bei den Beweglichen Steinen muss man die Platten schieben, nicht den Roboter. Je nach Auflösung ist die Ansicht auch im Vollbildmodus ziemlich klein, zudem verdecken manchmal Gegenstände die freie Sicht auf das Grünzeug auf Rädern. Hier hilft die Navigation im Raum, die auch die sehr schön und detailliert gestaltete Umgebung mit animiertem Wasser und Wolken zur Ansicht bringt.

Abbildung 4: Ebenfalls Level 3, hier in einer Nahaufnahme und mit Seitenansicht.

Über einen rechten Mausklick und Mausbewegung lässt sich die komplette Ansicht verschieben. Hält man beide Maustasten gleichzeitig gedrückt und bewegt den Mauszeiger, dann zoomt man ins Geschehen herein oder davon weg. Drückt man zunächst die rechte Maustaste, dann die linke (und gedrückt halten), dann kann man das Spielfeld zu einer Seitenansicht oder beliebig drehen.

Liebe zum Detail

Brukkon benötigt eine Grafikkarte mit aktiver 3D-Beschleunigung. Das Rätsel ließe sich auch komplett in 2D realisieren (zu DOS-Zeiten gab es auch ein ähnliches Spiel mit einem Drachen als Hauptakteur), aber die Grafik und die angenehme Hintergrundmusik tragen einiges dazu bei, dass Brukkon selbst bei ähnlichen Aufgaben nie langweilig wird. So wechselt das Spiel zwischen Tag- und Nachtmodi und verschiedenen Designs von Wüste bis zu winterlich. Entsprechende Requisiten am Spielrand tragen ebenfalls zu einem guten Gesamteindruck bei.

Abbildung 5: Die schön gestaltete 3D-Umgebung hat zwar keinen Einfluss auf den Spielverlauf, sorgt aber für ein angenehmes Spielerlebnis.

Grafikprobleme

Brukkon startet in der Grundeinstellung im Vollbildmodus, über die Optionen lässt sich dieser deaktivieren und Sie können die Auflösung sowie Qualität der Anzeige einrichten.

Abbildung 6: Der Einstellungsdialog bietet detaillierte Funktionen für das 3D-Setup.

Auf unserem Testrechner mit ATI-Grafik und den proprietären ATI-Treiber kam es allerdings im Fenstermodus zu massiven Grafikproblemen, sodass das Spiel überhaupt nicht startete (weißer Bildschirm) oder mit einer verstückelten Grafik. Selbst bei Erfolg startete es höchstens in einer Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten – eine Navigation in dieser kleinen Ansicht ist aber kaum möglich.

Kommt es auf Ihrem System zu ähnlichen Problemen, dann löschen Sie im Home-Verzeichnis die Punktdatei .Brukkon.xml, welche die persönlichen Einstellungen enthält. Das Spiel startet dann wieder mit den Standardeinstellungen. Im Vollbildmodus gab es hingegen keinerlei Probleme.

Fazit

Brukkon macht Spaß und eignet sich auch für eine mehrstündige Spiele-Session, da die einzelnen Level sehr viel logisches Denkvermögen beanspruchen. Schade, dass sich das Spiel nicht über die Tastatur steuern lässt, das Drag-&-Drop-Prinzip funktioniert zwar leidlich, aber sorgt doch immer wieder für unbeabsichtigte oder falsche Züge. Den Grafiksupport muss der Autor noch verbessern, wobei hier auch der ATI-Treiber für die Probleme verantwortlich sein kann.

Der Preis von rund 10 Euro ist angebracht, da das Spiel für sehr viele Stunden Knobelspaß sorgt, ohne langweilig zu werden, ein paar zusätzliche Level als Update wären hingegen nett, da erfahrene Zocker Brukkon in einer Übernacht-Session durchspielen…

Brukkon

Hersteller 93-Interactive
Bezugsquelle http://brukkon-puzzle-game.com
Lizenz proprietär
Preis 10,27 EUR/14 USD
Voraussetzungen 3D-Beschleunigung, aktuelle Linux-Distribution

Ähnliche Artikel

Kommentare
Erklärungen für Einsteiger fehlen
Tim B. Eisert (unangemeldet), Sonntag, 20. Dezember 2009 22:17:55
Ein/Ausklappen

Was in eurer Erklärung fehlt - vermutlich ist der Artikel mehr eine Promotion des Herstellers, als der Erfahrungsbericht eines Spielers - ist das Löschen bestimmter Steine durch das Darüberfahren (wodurch das Spiel eigentlich erst funktioniert).
Gerade auch für Anfänger wäre die mögliche Lösung eines Levels oder der niedrigen Levels von Vorteil. Ohne einem Youtube-Video zu dem Spiel hätte ich gar nichts verstanden


Bewertung: 168 Punkte bei 21 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Erklärungen für Einsteiger fehlen
Marcel Hilzinger, Montag, 21. Dezember 2009 10:21:40
Ein/Ausklappen

Hallo Tim,
Dass sich bestimmte Steine auflösen, wenn man drüberfährt macht das Spiel spannender, hat aber mit dem eigentlichen Spielprinzip nichts zu tun. Die ersten Level sind ja nun soooo schwer nicht zu lösen, zudem gibt es auch eine Anleitung im Spiel selbst. Wer sich einen besseren Eindruck verschaffen will, lädt sich die Demoversion oder bei freien Spielen das komplette Spiel herunter.

Der Artikel erklärt kurz und knapp, wie man das Spiel bedient und soll Lust machen, das Spiel selbst auszuprobieren (deshalb bringen wir ja diese Artikel, um Lust auf Spiele unter Linux zumachen). Anscheinend hat das bei dir funktioniert, aber du hast eine komplette Spielanleitung erwartet. Aus dieser Enttäuschung heraus zu schreiben, es sei eine Promotion des Herstellers, finde ich doch etwas derb. Der Artikel erwähnt ja auch, wo das Spiel nicht perfekt ist (Grafikprobleme, Steuerung per Maus), es handelt sich also in keiner Weise um eine Promotion, sonst würde dort nicht mein Name als Autor stehen...


Bewertung: 160 Punkte bei 22 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Erklärungen für Einsteiger fehlen
Steine überfahren (unangemeldet), Montag, 21. Dezember 2009 10:50:20
Ein/Ausklappen

Ich glaube, das Spiel funktioniert NUR richtig, wenn sich diese Steine auflösen: sonst kann man mit den mobilen Steinen ja so gut wie gar nichts anfangen.
Ich fand deine Erklärung ja grundsätzlich nicht schlecht, kam damit aber überhaupt nicht weiter. Ich bin die Seiten wirklich mehrfach vor und zurück gegangen und dachte: wo ist denn nun der Knackpunkt oder die richtige Erklärung. Aber ich bin bei neuen Spielen oder Programmen immer etwas schwach (als Entschuldigung).


Bewertung: 189 Punkte bei 19 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht