Codename "Emerald"
Das ist neu in OpenSuse 11.2
Auf dem Desktop
KDE ist seit OpenSuse 11.2 wieder der Standarddesktop von OpenSuse 11.2. Das merkt man nicht nur am neue grünen Design sondern auch bei diversen weiteren Programmen. So verfügt zum Beispiel Firefox über eine umfangreiche KDE-Integration. Klicken Sie zum Beispiel mit der rechten Maustaste auf eine Datei und wählen Verknüpfung speichern unter, dann öffnet sich der KDE-Dateimanagerdialog. Auch wenn Sie auf eine unbekannte Datei klicken und hier Öffnen mit... wählen, sehen Sie den KDE-Auswahldialog zur Programmsuche. Lediglich bei Sofortdownloads erscheint der gewohnte Firefox-Dialog.
Firefox arbeitet zudem unter OpenSuse 11.2 auch als Standardbrowser. Dazu sitzt der Feuerfuchs nun unten im Panel gleich neben dem Startmenü. Möchten Sie Firefox überhaupt als Standardbrowser benutzen, dann starten Sie die KDE-Systemeinstellung über [Alt]+[F2] und den Befehl systemsettings und tragen unter Persönliches | Standard Komponenten | Webbrowser im Feld mit folgendem Browser den Eintrag firefox ein.
Richten Sie einen neuen Benutzer ein, dann legt OpenSuse ein paar Standardverzeichnisse an, darunter neu auch die Verzeichnisse Musik und Downloads. In Downloads speichern in der Grundeinstellung Firefox, Chromium und einige andere Programme aus dem Internet heruntergeladene Dateien, ein Blick in dieses Verzeichnis lohnt sich deshalb von Zeit zu Zeit.
OpenSuse 11.2 trägt den Ansprüchen der Nutzer an soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Identi.ca Rechnung und liefert mit Choqok und Gwibber zwei Twitter-/Identi.ca-Clients für KDE und Gnome mit. Das KDE-Chatprogramm Kopete unterstützt zudem das Chat-Protokoll von Facebook.
Kein Rockstar
Obwohl OpenSuse durchaus eine gelungene Programmauswahl mitbringt (zum Beispiel gehört Yakuake zum Standard), kommt es beim Multimedia-Support nicht an Ubuntu heran. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Distribution das Fluendo-Plugin nicht mehr ausliefern darf. Mangels eines passenden Hinweises sind so zum Beispiel Amarok-Nutzer erst mal auf sich selbst gestellt. OpenSuse bringt zudem nur Amarok 2.1 mit. Diese Version ist durch eine Umstellung im Cover-Fetching (Last.fm anstatt Amazon) nicht in der Lage, Coverbilder zu holen. Wer somit Amarok unter OpenSuse 11.2 mit MP3-Dateien nutzen möchte, erlebt zunächst einmal eine böse Überraschung. Abhilfe schafft das Packman-Repo.
Um den MP3-Support nachzurüsten, gibt es zwei Möglichkeiten, die beide über das zusätzliche Repository von Packman führen:
- Wiedergabe über Gstreamer
- Wiedergabe über Xine
Xine und Gstreamer sind zwei unterschiedliche Wiedergabeprogramme, die Ihre Arbeit im Hintergrund verrichten. Für beide gibt es Support für diverse Audio- und Videocodecs, allerdings nicht in den offiziellen OpenSuse-Quellen, sondern nur im Packman-Repository. Um dieses zu den Paketquellen hinzuzufügen, starten Sie YaST und wählen Software / Software-Repositories. Hier klicken Sie auf Hinzufügen, wählen Community/Gemeinschafts-Repositories und markieren nach einem Klick auf Weiter den Packman-Eintrag.
Nutzen Sie in erster Linie den KDE-Desktop, dann sollten Sie den Weg über das Xine-Backend gehen. Starten Sie dazu eine Konsole über [Alt]+[F2] und geben Sie hier folgende zwei Befehle ein:
sudo zypper refresh sudo zypper dup
Beim ersten Sudo-Befehl müssen Sie dazu das Root-Passwort eingeben. Der Befehl zypper dup frischt alle Paket auf, von denen es eine neue Version gibt. Durch diesen Mechanismus tauscht er gleichzeitig die vom OpenSuse-Projekt kastrierten Multimedia-Komponenten durch die vollbestückte Packman-Version aus. Je nach Stand der Distribution müssen Sie dazu allerdings mehrere Hundert MByte an Software herunterladen, da das Update auch andere Komponenten auffrischt. Nach dem Update spielt Amarok automatisch auch MP3-Dateien ab. Um das Packman-Repository kommen Sie unter OpenSuse 11.2 nicht herum, wenn Sie irgendeine Art von Multimedia-Dateien abspielen möchten.
Nutzen Sie in erster Linie Gnome oder verfügen Sie nur über einen beschränkten Internetzugang, dann wählen Sie die Lösung mit GStreamer. Auch hier müssen Sie zunächst das Packman-Repo einbinden. Danach suchen Sie in YaST nach dem Stichwort fluendo und installieren das Paket gstreamer-0_10-fluendo-mp3. Jetzt müssen Sie Amarok noch mitteilen, dass es das Gstreamer-Backend nutzen soll. Dazu wählen Sie in den Einstellungen den Eintrag Wiedergabe und klicken unter Soundsystem-Eintrichtung auf Einrichten. Im neuen Dialog wechseln Sie auf den Reiter Backend, markieren Gstreamer und klicken auf Vorziehen. Amarok nutzt dann Gstreamer für die Wiedergabe, das wiederum durch das Fluendo-Plugin auch MP3-Dateien abspielt.




Alles Ausklappen