KDE und Gnome haben beide sehr viele Vorzüge, aber auch ein paar Nachteile. Zu den größten Nachteilen gehört der Ressourcenverbrauch. Ist dieser für Ihren Rechner kritisch, wählen Sie am besten Xfce [1] zur Hauptdesktopoberfläche.
Installation
Xfce 4.6 gehört nicht zur Standardinstallation. Um den schlanken Desktop nachzuinstallieren, starten Sie YaST über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu yast2. Danach wählen Sie das Modul Software | Software installieren oder löschen. Ändern Sie nun den Filter von Suche auf Schemata sehen Sie unter Grafische Umgebungen den Eintrag XFCE4 Desktop-Umgebung. Nach einem Klick auf Akzeptieren spielt YaST die benötigten Pakete ein und Sie können sich aus KDE abmelden. Wählen Sie dazu den Menüpunkt Verlassen | Abmelden aus dem KDE-Menü. Sie landen nun im KDE-Loginmanager. Hier finden Sie unter Sitzungsarten den Eintrag Xfce. Für einen kompletten Xfce-Desktop sollten Sie zusätzlich zum eigentlichen Desktop auch die zahlreichen Panel-Plugins installieren.
Der Desktop
Je nach Einstellung zeigt Xfce zwei Panels an. Das Hauptmenü am unteren Bildschirmrand und die Fensterleiste am oberen Rand (Abbildung 1). Das Menü rufen Sie entweder über das Xfce-Symbol aus dem unteren Panel auf oder per Rechtsklick. Der Xfce-Desktop von OpenSuse integriert hier auch KDE- und Gnome-Programme, so dass das Menü je nach Installation etwas zu überladen ist.
Als leistungsfähigen Standard-Dateimanager integriert Xfce Thunar. Das sehr schnelle arbeitende Programm bleibt in Sachen Funktionsumfang seinem Gnome-Pendant Nautilus nichts schuldig (Abbildung 2). Thunar bietet eine einfache Navigation auch zwischen verschiedenen Verzeichnisebenen sowie vielfältige Einstellungs- und Ansichtsmöglichkeiten. Im Vergleich zum Nautilus (von Konqueror ganz zu schweigen) glänzt er durch geradezu atemberaubende Geschwindigkeit. Sie starten den Dateimanager per Mausklick auf das Dateimanager-Symbol oder über [Alt]+[F2] und die Eingabe von thunar.
Die wichtigsten Einstellungen wie Schriftgröße, Hintergrundbild, Symbole und allgemeines Aussehen legen Sie im Xfce-Kontrollzentrum (Abbildung 3) fest, das Sie über den Befehl xfce4-settings-manager starten. Hier schalten Sie unter anderem auch transparente Fensterleisten ein. Für das Multimedia-Vergnügen unter Xfce sorgt der Mediaplayer Xfmedia.
Registry ahoi!
Die wichtigste Neuerung von Version 4.6 stellt die zentrale Verwaltung der Desktopeinstellungen mit Daemon, Kommandozeilentool und grafischer Oberfläche dar. Die Entwickler schielten dabei auf Gnome und Windows und bauten ein der Windows-Registry ähnliches System auf: Der Xfce Settings Daemon greift auf diverse XML-Dateien im .config Ordner des Benutzer-Verzeichnisses zurück und bezieht daraus Konfigurationsdaten. Diese wendet er auf die verschiedenen Anwendungen von Xfce bei deren Start an.
Einzelne XML-Dateien nennt man dabei Channels. Sie enthalten die Einstellungen jeweils einer Anwendung oder der aktuellen Sitzung. Hier liegt der Unterschied zur Windows-Registry: nicht eine große Registrierungsdatei für alles, sondern eine je Programm. Die grafische Oberfläche namens Einstellungseditor (Abbildung 4) bietet links die vorhandenen Channels zur Auswahl. Rechts klappen Sie die zugehörige Baumstruktur aus, bis Sie den zu verändernden Punkt gefunden haben. Ein Klick auf den Editier-Button in der Werkzeugleiste öffnet dann den Dialog zur Änderung des gewünschten Wertes. Sie finden den Editor im Paket xfce4-settings-editor.



