Es ist angerichtet

Ist Sabayon erst einmal installiert, wird man sich mit dem Paketmanagement vertraut machen wollen. Obwohl es eine GUI gibt, habe ich immer die sehr leicht zu handhabende und umfangreiche Kommandozeile vorgezogen. Diese drei Befehle,

equo update
equo install entropy
equo upgrade

regelmäßig ausgeführt, erhalten das System auf dem neuesten Stand. Bei den früheren Sabayon-Versionen war das Upgrade oft schmerzhaft und nicht ohne Datenverlust. Meist war eine komplette Neuinstallation weniger aufwendig und risikoreich. Spätestens mit der aktuellen Version kann man ohne Angst den oben beschriebenen Weg gehen. Gelegentliche Stolpersteine wie verlorene Drucker oder unpassende Boot-Einstellungen lassen sich ohne Bauchschmerzen geradebiegen.

Zusätzliche Softwarepakete holt man sich aus dem Repository von Sabayon mit einem einfachen

equo install -a [package]

wobei das -a dafür sorgt, dass man sich vorher ansehen kann, was einem da auf die Platte gespielt wird. Wer die umfangreichen weiteren Funktionen von Equo erfahren will, kann sie sich mit einem equo --help --verbose ansehen; auch das Sabayon-Wiki hilft, ist aber nicht ganz up-to-date [3].

Je nach Ausrichtung wird man sich nunmehr also erst einmal die Programme herunterziehen, die man für seine tägliche Arbeit braucht.

Sollte bei Sabayon nichts zu finden sein, dann man auch die Gentoo-Quellen anzapfen. Wie, das sei einem späteren Artikel vorbehalten. Man muss nur wissen, dass bei Nutzung von Gentoos Portage die Pakete im Quelltext heruntergeladen und lokal kompiliert werden, was unerwartet zeitaufwendig sein kann. Warnungen, dass die gleichzeitige Nutzung von equo und portage zu Inkonsistenzen führen könnte, habe ich bisher ungestraft in den Wind geschlagen.

Belohnt wird man am Ende mit einem eleganten System, das die letzten Versionen der gewünschten Programme bietet und, in den meisten Fällen, mit der vorhandenen Hardware ohne weiteres Nachjustieren zurechtkommt. Beim Sound gibt es gelegentlich ein paar Stolperschritte, aber das ist KDE und nicht Sabayon.

Abbildung 5: So sieht mein Sabayon-Desktop aus.

Was tun, wenn's hakt?

Die Sabayon-Entwickler sind eine kleine Truppe, fokussiert darauf, die Distribution weiterzubringen. Die Manpower reicht nicht, um alle Fragen der User zu beantworten – selbst auf die Pflege der Web-Seiten wird nicht der allergrößte Wert gelegt. Es gibt einen Schatz von Anleitungen im Sabayon-Wiki und auch einige recht wertvolle Threads im Forum. Wer weiß, was er sucht, kann hier oft fündig werden. Sollte man allerdings dieses Glück nicht haben, dann wird es schnell eng.

Zum Glück gibt es aber das Gentoo-Forum [4]. Für die meisten Probleme wird man hier eine Lösung finden oder zumindest auf die rechte Spur gesetzt werden. Es wird allerdings erwartet, dass man sein Problem präzise formuliert und bereits zugängliche Quellen abgefragt hat, und dass man in der Lage ist, Log- und Configuration Files beizufügen.

Und: Es kann einem passieren, dass man als Sabayon-User etliche flames abbekommt – es gibt da eine gewisse Rivalität, die man im Forum leicht finden, wenn auch nicht immer verstehen kann. Es ist sicher eine gute Idee, sich als Sabayon-Nutzer zu erkennen zu geben, das Problem aber als nicht Sabayon-spezifisch erkannt zu haben…

Sabayon ist sicherlich nicht mainstream, man muss willens und in der Lage sein, unter die Oberfläche seines Systems zu gehen. Allerdings sind die Hilfsquellen so, dass man mit etwas Linux-Erfahrung praktisch alle Probleme lösen kann.

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Kommentare
Sabayon 5.3
Ein Looser (unangemeldet), Mittwoch, 20. April 2011 03:56:54
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Eine gute Rezension .

Mein Dilemma war , daß sabayon 5.3 mit meinem amd 1800

nur langsam lief.

Der xbmc Center noch weniger.

Nichtsdestotrotz eine der gelungensten Distros,die ich bisher kenne.

Ob auch dvbt und Handyanschluß damit geht.wüßte ich selbst gerne.

So weit,so gut .


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