Funtoo verwendet genau wie Gentoo, Portage um Pakete zu installieren. Dabei werden keine fertige Pakete installiert, sondern alle Programme werden aus dem Source Code gebaut. Der größte Unterschied zu Gentoo besteht darin, dass Funtoo die Software per Git einspielt, Gentoo benutzt dazu Rsync.
Durch sogenannte USE-Flags können für jedes Paket Optionen Ein- oder ausgeschaltet werden. Will ich zum Beispiel kein KDE und kein Qt, trage ich in die globale Config-File /etc/make.conf
USE="-kde -qt3 -qt4"
ein. Für Gnome, wie bei mir, entsprechend USE="+gtk +gnome". Dadurch kann man seine Distribution ganz nach seinen Bedürfnissen anpassen. Besonders vorteilhaft ist dabei das man nicht wie bei apt, rpm oder dpkg Probleme mit Abhängigkeiten bekommt, da ja jedes Paket mit den vorhandenen auf dem System gebaut wird.
Bei Apt & Co. werden fertige Pakete gebaut. Wenn nun die fertigen Pakete mit einer anderen Version von zum Beispiel libpng gebaut wurden, kann es passieren das man auf seinem System Probleme bekommt. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn man bei Debian Quellen aus stable, testing oder unstable mischt oder bei jeder Distribution, wenn man zusätzliche Repositorys hinzufügt. Bei mir war es leider oft der Fall, da ich immer ein sehr stark gemischtes System hatte. Ansonsten hat man auch bei Gentoo natürlich Abhängigkeiten die aufgelöst werden müssen, was aber durch Portage sehr gut gelöst wird.
Welche USE-Flags es gibt kann man sich auf der Gentoo-Portage-Seite ansehen [1].
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Quick Install Guide
Für die Installation von Funtoo werden etwas mehr Linux-Kenntnisse vorausgesetzt, da es für die Installation keine fertigen Installer wie bei SuSE oder Ubuntu gibt.
Es wird irgendeine Live CD benötigt, ob mit X oder ohne ist egal. Wichtig ist nur das der Internet Zugang funktioniert. Ich selber bevorzuge die SystemRescueCD [2]. Mit der Live CD wird dann das System gestartet.
Die Festplatten kann man mittels fdisk oder über jedes andere Programm, welches auf der Live-CD ist, partitionieren, zum Beispiel:
- Partition_1: 50 MB für Boot (sda)
- Partition_2: 5 GB für Swap (sda2)
- Partition_3: Rest für / root (sda3)
Das kann natürlich jeder seinen Bedürfnissen anpassen.
Jetzt noch die Dateisysteme erstellen:
mkfs.ext2 /dev/sda1 mkfs.ext4 /dev/sda3 mkswap /dev/sda2
Danach das Einbinden in das Dateisystem.
mkdir /mnt/funtoo mount /dev/sda3 /funtoo mkdir /mnt/funtoo/boot mount /dev/sda1 /funtoo/boot swapon /dev/sda2
Wechseln in das soeben gemountete Dateisystem neue Root-Filesystem.
cd /mnt/funtoo
Als nächstes lädt man sich von der Funtoo-Homepage seine gewünschte Version von Funtoo [3] herunter. Benötigt wird das Stage Archiv und das Portage Archiv, zum Beispielfür ein Core2 Duo 32Bit
- Stage3 (Bitte nur Stage3 verwenden)
wget http://distro.ibiblio.org/pub/linux/distributions/funtoo/~funtoo/core2_32/stage3-core2_32-current.tar.bz2
- Portage
wget http://distro.ibiblio.org/pub/linux/distributions/funtoo/~funtoo/snapshots/portage-current.tar.bz2
Entpacken der Archive (wir sind immer noch in /mnt/funtoo):
tar xvfz stage3-core2_32-current.tar.bz2 tar xvfz portage-current.tar.bz2 -C /mnt/funtoo/usr
So jetzt ist schon mal alles Wichte auf dem System eingerichtet, sodass wir in eine sogenannte Chroot-Umgebung gehen können.
mount -t proc none /mnt/funtoo/proc mount -o bind /dev /mnt/funtoo/dev cp /etc/resolv.conf /mnt/funtoo/etc/ chroot /mnt/funtoo /bin/bash
Über den letzten Befehl wechselten wir in unser neues Funtoo Linux. Wenn alles geklappt hat, sollte jetzt auch schon das Netzwerk funktionieren. Darüber aktualisieren wir als erstes unseren Portage Tree
emerge --sync —> Bild Funtoo-Portage-sync <—



