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Mein Linux: Funtoo

13.07.2010 Funtoo Linux ist ein Derivat von Gentoo. Das Projekt wurde vom Gentoo Gründer Daniel Robbins ins Leben gerufen, nachdem er bei Gentoo nicht mehr willkommen war, obwohl er der Distribution nur helfen wollte.

Funtoo verwendet genau wie Gentoo, Portage um Pakete zu installieren. Dabei werden keine fertige Pakete installiert, sondern alle Programme werden aus dem Source Code gebaut. Der größte Unterschied zu Gentoo besteht darin, dass Funtoo die Software per Git einspielt, Gentoo benutzt dazu Rsync.

Durch sogenannte USE-Flags können für jedes Paket Optionen Ein- oder ausgeschaltet werden. Will ich zum Beispiel kein KDE und kein Qt, trage ich in die globale Config-File /etc/make.conf

USE="-kde -qt3 -qt4"

ein. Für Gnome, wie bei mir, entsprechend USE="+gtk +gnome". Dadurch kann man seine Distribution ganz nach seinen Bedürfnissen anpassen. Besonders vorteilhaft ist dabei das man nicht wie bei apt, rpm oder dpkg Probleme mit Abhängigkeiten bekommt, da ja jedes Paket mit den vorhandenen auf dem System gebaut wird.

Bei Apt & Co. werden fertige Pakete gebaut. Wenn nun die fertigen Pakete mit einer anderen Version von zum Beispiel libpng gebaut wurden, kann es passieren das man auf seinem System Probleme bekommt. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn man bei Debian Quellen aus stable, testing oder unstable mischt oder bei jeder Distribution, wenn man zusätzliche Repositorys hinzufügt. Bei mir war es leider oft der Fall, da ich immer ein sehr stark gemischtes System hatte. Ansonsten hat man auch bei Gentoo natürlich Abhängigkeiten die aufgelöst werden müssen, was aber durch Portage sehr gut gelöst wird.

Abbildung 1: Mein Gnome-Desktop mit Funtoo als Basis.

Welche USE-Flags es gibt kann man sich auf der Gentoo-Portage-Seite ansehen [1].

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Quick Install Guide

Für die Installation von Funtoo werden etwas mehr Linux-Kenntnisse vorausgesetzt, da es für die Installation keine fertigen Installer wie bei SuSE oder Ubuntu gibt.

Es wird irgendeine Live CD benötigt, ob mit X oder ohne ist egal. Wichtig ist nur das der Internet Zugang funktioniert. Ich selber bevorzuge die SystemRescueCD [2]. Mit der Live CD wird dann das System gestartet.

Die Festplatten kann man mittels fdisk oder über jedes andere Programm, welches auf der Live-CD ist, partitionieren, zum Beispiel:

  • Partition_1: 50 MB für Boot (sda)
  • Partition_2: 5 GB für Swap (sda2)
  • Partition_3: Rest für / root (sda3)

Das kann natürlich jeder seinen Bedürfnissen anpassen.

Jetzt noch die Dateisysteme erstellen:

mkfs.ext2 /dev/sda1
mkfs.ext4 /dev/sda3
mkswap /dev/sda2

Danach das Einbinden in das Dateisystem.

mkdir /mnt/funtoo
mount /dev/sda3 /funtoo
mkdir /mnt/funtoo/boot
mount /dev/sda1 /funtoo/boot
swapon /dev/sda2

Wechseln in das soeben gemountete Dateisystem neue Root-Filesystem.

cd /mnt/funtoo

Als nächstes lädt man sich von der Funtoo-Homepage seine gewünschte Version von Funtoo [3] herunter. Benötigt wird das Stage Archiv und das Portage Archiv, zum Beispielfür ein Core2 Duo 32Bit

  • Stage3 (Bitte nur Stage3 verwenden)
wget http://distro.ibiblio.org/pub/linux/distributions/funtoo/~funtoo/core2_32/stage3-core2_32-current.tar.bz2
  • Portage
wget http://distro.ibiblio.org/pub/linux/distributions/funtoo/~funtoo/snapshots/portage-current.tar.bz2

Entpacken der Archive (wir sind immer noch in /mnt/funtoo):

tar xvfz stage3-core2_32-current.tar.bz2
tar xvfz portage-current.tar.bz2 -C /mnt/funtoo/usr

So jetzt ist schon mal alles Wichte auf dem System eingerichtet, sodass wir in eine sogenannte Chroot-Umgebung gehen können.

mount -t proc none /mnt/funtoo/proc
mount -o bind /dev /mnt/funtoo/dev
cp /etc/resolv.conf /mnt/funtoo/etc/
chroot /mnt/funtoo /bin/bash

Über den letzten Befehl wechselten wir in unser neues Funtoo Linux. Wenn alles geklappt hat, sollte jetzt auch schon das Netzwerk funktionieren. Darüber aktualisieren wir als erstes unseren Portage Tree

emerge --sync
—> Bild Funtoo-Portage-sync <—

Abbildung 2: Aktualisieren des Portage-Baums.

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Kommentare
Fassungslos
linux-user (unangemeldet), Mittwoch, 20. Oktober 2010 16:06:55
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Hallo!

Es ist eine Frechheit so eine Lüge wie in der Überschrift zu verbreiten :(

Man sollte sich schon richtig informieren,wenn man keine Ahnung hat.

Hier kommt die ganze Wahrheit über den Diktator "Daniel Robbins"
(Wo er das nur gelernt hat?).

Zitat:
Die Kuratoriumsmitglieder, die noch übrig sind, haben eine Neuwahl beauftragt, die sich momentan in der Nominierungsphase befindet. Dabei wurde auch Daniel Robbins bedacht, der aber ablehnte, da er nicht die Zeit für eine demokratische Regelung aufbringen kann. Eine diktatorische Lösung, die ihm vorschwebte, wäre seiner Ansicht nach zeitlich effizienter gewesen.


linux-user

P.S. Also, wer keinen Diktator haben will, sollte das originale gentoo installieren.



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Tippfehler?
trebron (unangemeldet), Dienstag, 13. Juli 2010 13:43:00
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"Partition_2: 500 GB für Swap (sda2)"
Ich denke, das müsste wohl 5 GB heißen, wenn du vermutlich etwa 2 GB RAM hast.


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Re: Tippfehler?
Andreas (unangemeldet), Mittwoch, 14. Juli 2010 15:41:57
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Da hast Du natürlich Recht. Ich habe 4 GB RAM und damit ich Suspend to RAM machen kann brauche ich damm min 4 GB Swap und nicht 500 GB.

Vielen Dank für den Hinweis

Andreas


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Wie lange dauert die Installation
max. (unangemeldet), Dienstag, 13. Juli 2010 12:22:42
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Hallo Andreas,
das hört sich alles sehr spannend an, aber wie lange dauert denn so eine Installation auf einem durchschnittlichen Rechner?


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Re: Wie lange dauert die Installation
Dunky (unangemeldet), Dienstag, 13. Juli 2010 16:07:27
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Ich kann zu Funtoo nichts sagen, aber wie lange eine Installation dauert hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Eine Installation mit dem kompletten KDE4 oder auch einem kompletten Gnome dauert natürlich um einiges länger als wenn man zu dem Stage 3 nur ein lde und eine Handvoll Programme installiert.

Auf meinem AMD X2 mit 8GB RAM dauert eine Installation mit komplettem KDE und ein paar anderen Programmen seine 5 bis 6 Stunden. Ist natürlich nicht mit Ubuntu zu vergleichen aber solche Vergleiche darf man auch gar nicht ziehen.

Funtoo oder jedes andere Gentoo-Derivat bringt eine sehr große Flexibilität und ein riesiges Potential zur Optimierung mit, ein Preis den man dafür zahlen muss ist die länge Installationsdauer.

Ich empfinde das aber garnicht als so schlimm, da man Gentoo von jeder Linux-LiveCD/USB-Stick aus installieren kann hat man während der Installationszeit ja schon ein System mit dem man die zeit überbrücken kann.


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Re: Wie lange dauert die Installation
Andreas (unangemeldet), Mittwoch, 14. Juli 2010 15:40:06
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Hallo,

wie schon mein Vorredner sagte, kann man es nicht genau sagen.

Es hängt sehr stark davon ab was alles Installiert werden muss.

Ein erfahrener User bekommt es sicher an einem Tag hin. Ein nicht so erfahrener User wird wohl um einiges länger benötigen.

Es reicht ja auch nicht aus die Pakete nur auf das System zu kopieren, es müssen auch noch viele Einstellungen gemacht werden. z.b. das KDM oder GDM der Displaymanager ist oder das es auch alles in deutsch ist. Lan muss von Hand konfiguriert werden und und und. Es ist schon einiges was es an Zeit bei den Nacharbeiten verbraucht wird. Dafür hat man am Ende ein System, welches richtig gut läuft, welches durch die Updates immer auf einem sehr aktuellen stand ist. Dazu kommt natürlich das man zum Schluss ein ganz eigenes Individuelles System hat.

Viele Grüße

Andreas


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Re: Wie lange dauert die Installation
Superuser (unangemeldet), Mittwoch, 28. September 2011 18:55:45
Ein/Ausklappen

Wenn es klappt, benoetigt man ca 30 min plus Kompilierzeit,
ein paar Stunden, die man nicht am Rechner verbringen sollte.
(Alle Programme schoen nacheinander installiert,
durch ; getrennt: emerge A ; emerge B ; ...
Problematisch wird es, wenn mal was nicht klappt.
je nachdem, was es ist, kann das dann sehr lange dauern.


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