Crunchbang, kurz #! basiert seit der Veröffentlichung der aktuellen Testversion 10 mit dem Codenamen "Statler" nicht mehr auf Ubuntu sondern auf Debian Squeeze. Dieser Wechsel ist eine Frischzellenkur für dieses Projekt [1]. Das Ziel, eine schnelle, flexible Distribution mit geringem RAM-Verbrauch, Verzicht auf Oberflächenpolitur und Zusammenstellung der jeweils passenden Anwendung wird mit der Hinwendung zum "freiheitlicheren" Debian. Zuletzt ist bei Ubuntu, dessen zweifellos höchste Verdienste bei der Verbreitung von Linux anerkannt sind, Canonical vom Sponsor immer mehr zum Projektbeherrscher geworden. Diese Politik machte sich auch bei der zunehmenden Gesamtintegration des Systems mit erschwertem Austausch einzelner Anwendungen (Abhängigkeiten zu ubuntu-desktop) bemerkbar, sodass Crunchbang zu Debian als Basis wechselte.
#! ist was für experimentierfreudige Menschen. Es kommt in zwei Varianten: openbox oder xfce jeweils mit gleicher artifizieller Oberflächenhaptik, geprägt durch das Tint2-Panel. Es besteht aus einer Arbeitsflächenübersicht, die gleichzeitig der Verwaltung der laufenden Anwendungen dient und einem Systray mit Überblick über die wesentlichen Funktionen Netzwerk, Lautstärke, Tastaturlayout, Energieverwaltung und Kalender. Die Steuerung des Systems kann entweder über Tastatur-Kurzbefehle, die im Conky-Applet auf dem Bildschirm gelistet sind oder über das Rechts-Klick-Menü erfolgen. Um diese Funktion auch bei geöffneten Anwendungen nutzen zu können, ist das Tint2-Panel lediglich über 96% der Bildschirmbreite zentral ausgerichtet.
Die Installation des Systems erfolgt mittels Debian-Text-Installer. Live-Medien können aus der heruntergeladenen ISO-Datei [2] () mittels Debian-Live-Projekt erstellt werden
Die Softwareausstattung umfasst das gesamte Debian-Squeeze-Repository. Die Verwaltung des Systems erfolgt mittels apt-get. Eine grafische Oberfläche hierfür (Synaptik) ist ebenso wie der Dateimanager Thunar und weitere übliche Verdächtige vorinstalliert. Das System ist flexibel, die Oberfläche reduziert und die große Vielfalt der Linuxwelt ist verfügbar. Die Gemeinschaft der Crunchbang-Nutzer kann im Forum [3] kontaktiert werden, ist hilfsbereit und interessanter Weise oft auf mehrere Distributionen fixiert.
Da Crunchbang auf Debian basiert, enthält man vielfältige Informationen im Internet. Empfehlenswert ist auch die Lektüre des Buches "Debian GNU/Linux" von Peter H. Ganten und Wulf Alex (Springer Verlag Berlin Heidelberg 2007). Als erste Anlaufstelle bei Problemen eignet sich das #!-Wiki [4].
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Infos
[1] Projekt-Homepage: http://crunchbanglinux.org
[2] ISO-Download: http://crunchbanglinux.org/downloads/statler/alpha-01/
[3] Crunchbang-Forum: http://crunchbanglinux.org/forums/
[4] Projekt-Wiki: http://crunchbanglinux.org/wiki/