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Konflikte zwischen Canonical und Gnome vorprogrammiert

Die Geschichte wiederholt sich

Einen Ähnlichen Weg wie Canonical schlug vor langer Zeit auch Red Hat ein: es schuf für Red Hat 8.0 auf eigene Faust das Bluecurve-Theme [8], welches zwar für ein einheitliches Aussehen von KDE- und Gnome-Programmen auf dem Red-Hat-Desktop sorgte, jedoch aufgrund zahlreicher Patches in KDE stark von einem Standard--KDE abwich. Dieser Schritt brachte Red Hat sehr viel Kritik ein. Generell haben die meisten Distributionen erkannt, dass Eigenentwicklungen ohne den Segen des Mainstreams außer viel zusätzlicher unnötiger Arbeit nicht viel bringen. So hat sich zum Beispiel XGL (Novell) gegen AIGLX (Mainstream) nicht durchgesetzt, auch den selbst entwickelten ATI-Treiber radeonhd hat Novell nun zugunsten des Mainstream-Treibers radeon aufgegeben. Ein Gegenbeispiel wäre das vereinfachte Menü von Novell, das zahlreiche Gnome-Distributionen übernommen haben, darunter auch Linux Mint. Aber auch hier steht noch offen, ob und wie lange Novell dieses Menü selbst pflegen wird.

Abbildung 4: Sieht aus wie Gnome, ist aber KDE: KDE-Druckereinrichtung unter alten Red-Hat-Versionen im Bluecurve-Theme.

Ubuntu hat ohne Zweifel einen sehr großen Stellenwert in der Linux-Community und es besteht durchaus auch die Chance, dass sich die Änderungen von Canonical im Gnome-Projekt durchsetzen. Alle drei Änderungsvorschläge sind an sich nicht schlecht und Canonical wird diese auf eigene Faust verwirklichen, um Ubuntu auf dem Desktop zügig voranzutreiben. Eventuell will Ubuntu auch einfach nur die beim KDE-Switch gemachten Fehlern vermeiden und anstelle einer unfertigen, mit neuesten Techniken vollgestopften Gnome-3-Version einen funktionierenden und trotzdem sehr gut aussehnden Gnome 2.32-Desktop liefern. Die meisten Nutzer wären der Distribution dafür dankbar, vielleicht sogar auch einige Entwickler.

In der bisherigen Linux-Entwicklung hat sich aber praktisch immer der Mainstream durchgesetzt. Deshalb ist es wahrscheinlicher, dass es zu einer kleinen Spaltung im Gnome-Projekt kommt und es Distributionen mit den neuen Indicator-Menüs und der Menüleiste im Mac OS X Stil geben wird und andere, die darauf verzichten. In letzterem Fall werden Canonicals eigene Änderungen Ubuntu auf lange Frist sehr viel zusätzliche Arbeit einbringen. Hoffen wir, dass Mark auch Pläne hat, wie Canonical diese Arbeit bewältigen und finanzieren wird.

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Kommentare
Sehr guter Ansatz, endlich!
Daniel Kottmair, Samstag, 15. Mai 2010 12:29:02
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Re: Sehr guter Ansatz, endlich!
benq (unangemeldet), Dienstag, 18. Mai 2010 09:22:04
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Manchmal ...
Benjamin Quest, Samstag, 08. Mai 2010 23:31:33
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Ubuntu mausert sich zum "besten" Linux Desktop
Franzderkanns (unangemeldet), Samstag, 08. Mai 2010 17:46:39
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Torsetn
Ubuntu (unangemeldet), Samstag, 08. Mai 2010 16:11:11
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Gejammer
H. Max L. (unangemeldet), Samstag, 08. Mai 2010 11:03:30
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Mir rechts schon lange...
helmutk (unangemeldet), Samstag, 08. Mai 2010 10:27:28
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Super Artikel
dominik (unangemeldet), Freitag, 07. Mai 2010 22:44:25
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Shuttleworth übernimmt sich...
Torsten (unangemeldet), Freitag, 07. Mai 2010 22:18:38
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Re: Shuttleworth übernimmt sich...
-.-' (unangemeldet), Samstag, 08. Mai 2010 06:21:28
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-
Re: Shuttleworth übernimmt sich...
Debianunstable (unangemeldet), Samstag, 08. Mai 2010 06:45:33
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Re: Shuttleworth übernimmt sich...
Hans Dampf (unangemeldet), Samstag, 08. Mai 2010 10:50:19
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Re: Shuttleworth übernimmt sich...
Daniel Kottmair, Montag, 17. Mai 2010 13:15:57
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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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