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Musik kaufen

MP3s von Amazon im AMZ-Format herunterladen

14.09.2010
Wer heute Musik kauft, lädt sich in vielen Fällen das Album oder einzelne Stücke im MP3-Format herunter. Bei Amazon braucht man dazu für komplette Alben eine spezielle Software. Dieser Artikel aus der September-Ausgabe von FreiesMagazin stellt die Amazon-Software vor und zeigt freie Alternativen.

Musik wird heutzutage in vielen Fällen nur noch ohne physische Datenträger gehört. Sei es per MP3 oder OGG, in der Regel spielt die gekaufte Musik auf einem mobilen Musikabspielgerät oder direkt auf dem PC. Umso wichtiger ist es daher, dass man die Musik gleich im passenden Format kaufen kann und nicht erst die gekaufte CD in ein benutzbares Format wandeln muss. Einer der großen Verkäufer von Musik zum Herunterladen ist Amazon [1].

Bei Amazon gibt es fast alle neueren und auch die meisten älteren Musikstücke im MP3-Format. Dieses ist zwar nicht so verlustfrei wie OGG bei der Komprimierung, hat sich aber dennoch im letzten Jahrzehnt als mobiles Musikformat durchgesetzt.

Amazon bietet Einzeltitel direkt zum Kauf an, indem man sie einfach in den Einkaufswagen legt. Ganze MP3-Alben kann man auf diese Art aber nicht kaufen, das erfordert (normalerweise) den speziellen Amazon MP3-Downloader.

Aus:FreiesMagazin

Dieser Artikel stammt aus der September-Ausgabe des freien Online-Magazins "freiesMagazin" [10] und steht unter der GNU Free Document License. Wir danken dem Autor und der Redaktion für die Möglichkeit zur Veröffentlichung auf der LinuxCommunity.

Installation

Auf der Amazon-Webseite gibt es bei jedem MP3-Album bzw. -Titel rechts oben unter dem Einkaufswagen auch den Link zum Amazon MP3-Downloader. Auch wenn in der Kurzbeschreibung nur von iTunes und dem Windows Media Player gesprochen wird, gibt es die Software auch für Linux.

Abbildung 1: Der Downloadknopf funktioniert auch mit Linux.

Auf der Amazon-Downloadseite [2] findet man Pakete für Einige der am weitest verbreiteten Distributionen: Ubuntu 8.10, Debian 5, Fedora 9 und openSUSE 11.0. Dies sind zwar alle etwas ältere Versionen, aber selbst wenn man eine neuere Version dieser Distributionen einsetzt, sollte der Einsatz kein Problem sein. Eine Ausnahme ist das neueste Ubuntu 10.04 "Lucid Lynx", da hier einige benötigte Bibliotheken nicht mehr vorhanden sind und erst manuell nachinstalliert werden müssen [3].

Abbildung 2: Es gibt Pakete für einige Distributionen.

Nach dem Download des jeweiligen Pakets installiert man das DEB- bzw. RPM-Paket manuell wie es die eigene Distribution erfordert. Gegebenenfalls kommt es zu Fehlern, weil einige Abhängigkeiten nicht installiert sind. Das Amazon-Paket erfordert folgende zusätzliche Bibliotheken, die bei den meisten Distributionen nicht als Standard installiert sind:

  • libboost-date-time1.34.1
  • libboost-filesystem1.34.1
  • libboost-iostreams1.34.1
  • libboost-regex1.34.1
  • libboost-signals1.34.1
  • libboost-thread1.34.1

Installation in 64-Bit-Systemen

Leider gibt es von Amazon keine Version für 64-Bit-Systeme. Hier kann man aber etwas nachhelfen. Unter Ubuntu kann man beispielsweise mittels

# dpkg -i --force-architecture amazonmp3.deb

die Paketverwaltung dennoch anweisen, das Paket zu installieren. Mit Hilfe des Programms getlibs [4] muss man aber noch bestimmte Bibliotheken nachinstallieren lassen:

# getlibs /usr/bin/amazonmp3

Benutzung

Durch den Aufruf von amazonmp3 wird der Amazon-MP3-Downloader gestartet. Die Oberfläche des Programms ist sehr übersichtlich. Beim ersten Start landet man auf der Amazon-Webseite, denn nur dort kann man die Musik herunterladen. Bei den folgenden Starts des Programms klickt man auf den Amazon-MP3-Knopf, der mit Stöbern Sie bei Amazon Mp3-Downloads beschriftet ist.

Abbildung 3: Die Oberfläche wirkt sehr aufgeräumt.

Im Amazon-Shop legt man sich das MP3-Album bzw. die einzelnen MP3-Titel in den Einkaufswagen und bezahlt dies ganz regulär. Nach der Bezahlung wird man aufgefordert, eine AMZ-Datei zu speichern bzw. diese gleich mit dem Amazon MP3-Downloader zu öffnen. Hat man die Datei auf der Festplatte gespeichert, geht man im Amazon MP3-Downloader auf Datei | AMZ-Datei öffnen und wählt die eben gespeicherte AMZ-Datei aus. Daraufhin wird auch gleich der Download der gekauften Dateien gestartet. Die Daten werden automatisch im Ordner Amazon MP3 im Homeverzeichnis gespeichert. Das Verzeichnis kann man aber über Datei | Einstellungen... anpassen.

Abbildung 4: Die AMZ-Datei sollte man sich auf der Festplatte sichern.

Nach dem Download kann man das Download-Verzeichnis öffnen (lassen) und die Musik normal abspielen.

Abbildung 5: Die Musikdateien werden automatisch heruntergeladen.

Hinweis: Wenn man die AMZ-Datei mit dem Amazon MP3-Download öffnet, wird diese von der Festplatte entfernt. Es empfiehlt sich also die Datei zu sichern, möchte man die Musik später ein zweites Mal herunterladen. Eine zweite Zusendung der Datei seitens Amazon ist nicht möglich. (Es ist aber nicht klar, wie lange die Datei gültig ist, sprich wie lange man nach dem Download der AMZ-Datei die Lieder herunterladen kann.)

Sollte es zu Problemen kommen, schadet ein Blick in die Amazon-FAQ [5] sicherlich nicht.

Alternativen

Mittels Clamz [5] können die AMZ-Dateien ebenfalls geöffnet werden. Leider gibt es kein fertiges Paket auf der Webseite, sodass man sich die Software selbst kompilieren muss.

Dafür benötigt man neben einem C++-Compiler auch die Entwicklerpakete von libcrypt, libcurl und libexpat. Danach kann man das heruntergeladene TAR-Archiv entpacken und kompilieren:

$ tar xfvz clamz-0.4.tar.gz
$ cd clamz-0.4
$ ./configure
$ make

Dann kann man die Clamz per make install bzw. checkinstall installieren.

Clamz arbeitet auf der Kommandozeile und bekommt nur die AMZ-Datei als Argument übergeben:

$ clamz AmazonMP3-1281195544.amz

Per Standard werden die Lieder im aktuellen Verzeichnis gespeichert. In der Datei .clamz/config im Homeverzeichnis kann man dies aber ändern.

Pymazon

Pymazon [6] basiert auf Clamz (benötigt dies aber nicht) und ist, wie der Name andeutet, in Python geschrieben. Das Programm bietet eine grafische Oberfläche ähnlich dem Amazon MP3-Downloader.

Für die Benutzung benötigt man die Programme PyCrypto und PyQt4 bzw. PyGtk. Nach dem Download des TAR-Archives kann man dieses entpacken und die Installation starten:

$ tar -xzf Pymazon-0.9.tar.gz
$ cd Pymazon-0.9
# python setup.py install

Auch hier ist wieder die Benutzung von checkinstall empfehlenswert, damit der Paketmanager die Verwaltung der installierten Dateien übernehmen kann:

# checkinstall python setup.py install

In der Datei .pymazon/pymazonrc im Homeverzeichnis kann man verschiedene Einstellungen vornehmen. Auf Systemen mit GNOME ist es wichtig, dass man toolkit = gtk einstellt. Dabei kann man auch gleich den Ort einstellen, an dem die Musiktitel gespeichert werden sollen. Dies kann man aber auch später in der Oberfläche unter File | Preferences ändern.

Pymazon wird einfach über den Aufruf von pymazon gestartet und bedient sich recht intuitiv. Mittels Load File(s) wählt man die AMZ-Datei aus und klickt danach auf Download.

Abbildung 6: Auch Pymazon lädt die MP3-Titel problemlos herunter.

Fazit

Mittels der verschiedenen Downloadclients wird das Herunterladen ganzer MP3-Alben von Amazon zum Kinderspiel. Einzig die Installation der Programme erfordert (auf neueren und/oder auf 64-Bit-Systemen) noch zu viel Handarbeit. Ein fertiges Paket, welches man über die Paketverwaltung installieren kann, wäre wünschenswert.

Am leichtesten war aber Pymazon zu bedienen und zu installieren. Da es sich um Freie Software handelt (Pymazon wird unter der GNU General Public License Version 3 vertrieben), ist diese dem proprietären Amazon Mp3-Downloader vorzuziehen, zumal die Anwendung auch auf neueren und 64-Bit-Systemen ohne Probleme funktioniert.

Hinweis: Das für diesen Artikel gekaufte Album Aloneluna von Mezzamo ist sehr empfehlenswert und kann auf der Homepage der Band [7] oder bei Jamendo [8] auch kostenlos heruntergeladen werden. Die Musik unterliegt dabei einer Creative-Commons-Lizenz [9].

Lizenz

Der Artikel und die Bilder unterliegen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (GFDL) http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html. Es wird die Erlaubnis gewährt, das Werk (ohne unveränderliche Abschnitte, ohne vordere und ohne hintere Umschlagtexte) unter den Bestimmungen der GNU Free Documentation License, Version 1.2 oder jeder späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verteilen und/oder zu modifizieren.

Der Autor

Dominik Wagenführ liebt Musik – vor allem wenn sie frei ist. Wenn eine Band keinen Spendenknopf auf ihrer Webseite hat, ist der Kauf über Amazon eine gute Alternative, der Band etwas Unterstützung zukommen zu lassen.

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Kommentare
gar nicht schlecht...
ckpinguin (unangemeldet), Dienstag, 14. September 2010 17:47:57
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Noch angewidert vom ITunes-Shop (meine Partnerin musste Songs teilweise 3mal kaufen, weil wir sie nicht mehr hatten auf dem nächsten PC) probierte ich in der Not (gute Electronic Beats geesucht) amazon shop aus: Ich war durchaus positiv überrascht, sogar eine Linux-Version war erhältlich, aber das wichtigste: Wenn Du DEINE Mp3's hast, dann haste sie, sie gehören DIR weil DU sie gekauft hast und man muss sie nicht erst umwandeln (wenn dass bei ITunes überhaupt auf Anhieb funktioniert). Daher aus Geek-Sicht durchaus zu empfehlen


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