Luftgitarre

In FoFiX (Frets on Fire X) betritt der Spieler eine virtuelle Konzertbühne, auf der er wie ein echter Rockstar bekannte Musikstücke nachspielt. Dazu reicht es bereits aus, im richtigen Moment eine vorgegebene Tastenkombination zu drücken. Dieses an sich äußerst simple und entfernt an eine Senso-Variante erinnernde Konzept feiert gerade auf Videospielkonsolen mit der Guitar Hero-Reihe große Erfolge. Besonderer Clou ist dabei die mitgelieferte Gitarrennachbildung aus Plastik, die mit ihren fünf bonbonfarbenen Knöpfen am Hals als stilechter Tastaturersatz dient.

Mit Knöpfchen

FoFiX erlaubt den Einsatz dieser Gitarren auch unter Linux – vorausgesetzt man besitzt einen passenden Adapter nebst Treiber. Wer nicht in das teure Eingabegerät investieren möchte, darf selbstverständlich weiter die Tastatur benutzten. Wie vom Programm vorgeschlagen, sollte man sie dabei wie eine Gitarre in der Hand halten (Abbildung 1). Das sorgt nicht nur für Atmosphäre, die Finger gleiten auch wesentlich schneller über die ersten fünf F-Tasten.

Die Bedienung hört sich zunächst denkbar einfach an: Nach dem Start wählt man einen Song aus und wartet, bis kleine bunte Smarties auf einer Leiste herabrutschen. Sobald sie am unteren Ende ihre jeweilige Markierung erreicht haben, drückt man die entsprechende [F*]-Taste. Das klingt recht einfach, ist es aber tatsächlich nur bei langsamen Stücken. Komplexe Lieder erfordern komplizierte Griffkombinationen in schneller Folge. Reagiert man dabei zu spät oder zu früh, setzt der Song zur Bestrafung kurz aus. Nur mit exakten Anschlägen und viel Übung erklingt der Lieblingssong in seiner vollen Pracht. Zusätzlich verteilt FoFiX Punkte: Je besser die eigenen Reaktionen, desto höher der Punktestand.

Zum Spielen benötigt man gerade einmal die ersten fünf F-, sowie die Eingabetaste. Per ESC gelangt man immer wieder ein Menü zurück.

Mehr Abwechslung

Eine echte Empfehlung für Partys sind die Mehrspielermodie. So können wahlweise zwei Spieler alle 30 Sekunden im Wechsel, als Duo oder gegeneinander die Gitarren beziehungsweise Tastaturen zum Glühen bringen.

Die an sich schlichte Grafik darf man über so genannte Themes aufhübschen und so das Spiel beispielsweise dem Vorbild Guitar Hero annähern. Eine Liste dieser Erweiterungspakete führt unter anderem das FoFiX-Forum. Neben dem rudimentären Wiki bildet es auch die einzig vorhandene Dokumentation.

Schlangen

FoFiX ist ein Ableger des Open-Source-Klassikers Frets on Fire. Genau wie sein Vorbild ist das Spiel vollständig in Python geschrieben und verlangt vor der Inbetriebnahme nach folgenden Paketen:

  • Python ab Verison 2.4
  • Pygame
  • PyOpenGL (wobei Version 2 gegenüber der aktuellen Version 3 empfohlen wird)
  • NumPy
  • Python Numeric
  • Python Image Library (PIL)
  • PyOgg und PyVorbis
  • PySqlite2
  • PyXML

Unter Ubuntu installiert die ganze Bande der folgende Befehl

sudo apt-get install python-pygame python-opengl python-numpy python-imaging python-ogg python-pyvorbis python-pysqlite2 python-xml python2.5-dev

Anschließend lädt man sich das FoFiX Archiv auf die Festplatte, entpackt es dort und startet das enthaltene FretsOnFire-Skript.

Magerkost

Standardmäßig bringt FoFiX nur zwei Übungssongs mit, dem ein separat erhältliches Paket einen weiteren hinzufügt. Zusätzlich darf man Songs aus einer bestehenden Guitar Hero-Installation importieren. Weiteren Nachschub gibt es nur aus rechtlich fragwürdigen Quellen im Internet oder indem man selbst Hand anlegt und sich eigene Songs bastelt.

Im richtigen Moment gilt es, die herab fallenden bunten Blöcke zu treffen.

Fazit

Wer sich schon mit Guitar Hero stundenlang beschäftigen kann, sollte unbedingt einen Blick auf FoFiX werfen. Im Gegensatz zu seinem Verwandten „Frets On Fire“ kann man hier den originalen Controller einsetzen. Mit ihm steigt dann auch die Stimmung auf jeder Party. Für alle anderen bleibt FoFiX allerdings nur ein simples Reaktionsspiel, das zudem ohne passendes Musikmaterial recht schnell langweilig wird.

Bezugsquelle: http://code.google.com/p/fofix/
Lizenz: GPL v2
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Beschleunigung

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