Beim Defender Elite handelt es sich auf den ersten Blick um einen gewöhnlichen USB-Stick. Die Daten auf dem Stick sind jedoch per 256-Bit AES-Verschlüsselung geschützt, sodass man nur darauf zugreifen kann, wenn man die zugehörige Passphrase kennt. Seit rund einem halben Jahr gibt es die für den Stick benötigte Software auch für Mac OS X und Linux. Wir haben uns die 1-GByte-Version des Sticks angeschaut, den uns die Firma Optimal freundlicherweise zugeschickt hat [1].
Die verschlüsselten Sticks gibt es in Größen ab einem GByte bis 128 GByte und in diversen Farben. Die günstigste Version kostet bei Amazon zurzeit 80 Euro, Geschäftskunden können sich von Optimal ein Sample bereits für 25 Euro zusenden lassen.
Der Stick meldet sich beim Anschluss an einen Linux-Rechner als CD-ROM-Laufwerk an, wie man das von einigen WLAN-Adaptern und anderen USB-Geräten her bereits kennt. Auf dem CD-ROM-Laufwerk befindet sich die für den Zugriff benötigte Software in der Linux-, MAC- und Windows-Variante. Die Software arbeitet vom Stick aus (beziehungsweise legt eine Arbeitskopie unter /tmp/ ab), man muss also nichts installieren.
Beim ersten Anschluss richten Sie die Verschlüsselung und das Passwort ein. Erst danach erscheint die Datenpartition auf dem Stick für das System. Die eingehängte Partition ist mit FAT16 formatiert und lässt sich wie jede andere FAT-Partition auch nutzen. Benötigen Sie den verschlüsselten Datencontainer nicht mehr, dann müssen Sie diesen über das Kontextmenü des Kanguru Defender Managers sicher entfernen. Ein einfaches Aushängen über den Dateimanager hinterlässt ein unsauberes Dateisystem.
Der amerikanische Hersteller Kanguru [2] erwähnt auf seiner Homepage, dass die verschlüsselten Sticks mit Linux kompatibel sind, erwähnt werden allerdings nur Ubuntu und Red Hat Enterprise. In den Tests traten aber unter den meisten Distributionen außer Ubuntu 10.04 und 10.10 Probleme auf. So ließ sich der Stick unter OpenSuse oder Ubuntu 8.04 nicht in Betrieb nehmen. In beiden Fällen beklagte sich die Software über einen nicht vorhandenen Stick. Das Pseudo-CD-ROM-Laufwerk funktionierte zwar, das Einhängen der verschlüsselten Partition hingegen nicht. Auch unter Debian 6.0 verweigerte das KDM-Elite-Tool seine Mitarbeit mit einem Hinweis auf die fehlende Bibliothek libidn.so.11.
Ein Update für die Software lässt sich zwar auf der Homepage herunterladen, aber die Update-Software gibt es im Unterschied zum Client-Programm nur für Windows. Wer also kein Ubuntu benutzt, sollte sich vor dem Kauf gut über die Rückgabemöglichkeiten informieren.
KRMC Cloud
Die Defender-Sticks von Kanguru lassen sich auf Wunsch auch fernwarten. Dazu muss man beim Setup eines Sticks die entsprechende Option markieren und einen Vertrag mit Kanguru abschließen. Der Fernwartungsdienst ist kostenpflichtig. Die Firma bietet zudem auch Sticks mit vorinstalliertem Linux an. Die Preise beginnen hier bei 250 Euro.
Für Ubuntu-Nutzer bietet der Defender Elite von Kanguru eine zwar gute aber proprietäre Alternative zu selbst gebauten USB-Sticks an. Die Linux-Kompatibilität lässt jedoch zu wünschen übrig, vor allem was das Update der Software auf dem Stick anbelangt.
Infos
[1] Vertrieb Deutschland: http://www.optimal.de/produkte/kanguru-defender-elite
[2] Hersteller: https://www.kanguru.com