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© Ruslan Lischuk, 123rf.com

Frischer Anstrich

Was ist eine Firmware?

17.11.2010
Aktuelle Smartphones unterscheiden sich von heimischen Computern eigentlich nur noch durch die Displaygröße und durch das Betriebssystem, die sogenannte Firmware. Bei Android kommt eine Linux-Variante zum Einsatz – welche bestimmen Sie.

Kurz erklärt ist die Firmware das Betriebssystem des Handys. Doch im Gegensatz zu einem normalen Computer-Betriebssystem, das auf sehr vielen PC-Komponenten seinen Dienst verrichtet, ist der Grundgedanke einer Firmware, fest mit einem Gerät verbunden zu sein. Der eingeschränkten Wahlfreiheit steht der Vorteil gegenüber, dass eine Firmware immer an ein vorhandenes System angepasst wurde und so im Optimalfall alle zur Verfügung stehenden Hardware-Ressourcen optimal nutzt.

Meist liegt die Firmware in einem Flash-Speicher (EPROM, EEPROM oder ROM) und kann wie gesagt durch den Anwender nicht oder nur mit speziellen Mitteln ausgetauscht werden. Für mobile Systeme ist diese Art des Betriebssystems natürlich optimal, denn der Anwender ist hier meist nur Konsument und erwartet, dass alle Funktionen tadellos funktionieren, ohne, dass er sich um das System selber kümmern muss. Doch manchmal möchte man noch ein wenig mehr aus seinem Smartphone herausholen.

Firmware und Android

Wenn ein kostenlos verfügbares Betriebssystem wie Android auf diversen Geräten in unterschiedlichen Versionen installiert ist, dann sind Probleme vorprogrammiert. Es gibt von Google keinerlei Vorgaben, welche Systemversion ein Hersteller zu installieren hat. Von Version 1.0 bis zur derzeit aktuellsten Version 2.2 besteht also Wahlfreiheit. Dies führt dazu, dass es sehr viele Android-Geräte gibt, welche alle unterschiedliche Firmware-Version haben. Gerade im Einsteigerbereich beziehungsweise unteren Preissegment gibt es noch diverse Geräte, die mit Android in Version 1.5 oder 1.6 laufen. Aber auch relativ teure Modelle von Sony Ericsson (Abbildung 1) und Dell kommen aktuell noch mit Android 1.6 an Bord.

Abbildung 1: Wegen eigener Anpassungen, wie dem hier gezeigten Timescape von Sony Ericsson, verzichten die Hersteller oft auf ein Android-Update.

Google ist sich diesem Problem bewusst und veröffentlicht regelmäßig Statistiken, wie die derzeitige Fragmentierung ausschaut. Dies ist in erster Linie für die Programmierer wichtig, denn diese können je nach Android-Version nur auf bestimmte beziehungsweise nicht alle Systemschnittstellen zugreifen.

Auch wenn es so ausschaut, als ob die niedrigen Firmware-Versionen langsam aussterben, täuscht der Eindruck etwas. Denn es werden nicht alle älteren Geräte auf neue Versionen aktualisiert, sondern es kommen einfach viel mehr neue Geräte mit einer aktuellen Firmware auf den Markt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Eine deutliche Mehrheit (rund 75 Prozent) der Android-Geräte setzen Version 2.1 oder 2.2 ein.

Das Ziel der Hersteller

Man muss nicht Betriebswirtschaft studiert haben, um zu erkennen, dass die Hersteller von Smartphones in erster Linie Geräte verkaufen wollen. Daher ist es zwar für die Kundenzufriedenheit wichtig, auch bereits verkaufte Geräte mit einer neuen Firmware zu beliefern, dies steht aber meist nicht im Vordergrund.

Es gibt Hersteller wie HTC oder Samsung, die bereits vor Erscheinen eines neuen Smartphones zusichern, dass es die nächsthöhere Firmware noch erhalten wird. Es gibt aber auch Hersteller wie LG, die bei einigen Geräten bereits im Vorfeld klarstellen, dass keine Aktualisierung folgen wird.

Egal welchen Support ein Hersteller plant, in diesem Bereich ist Transparenz sehr wichtig. So hat Motorola vor kurzem gezeigt, wie man es nicht machen sollte. Das Einsteiger-Geräte Motorola Backflip, sollte nach Firmenaussagen ein Update auf eine aktuelle Android-Version erhalten. Wohl wegen der schlechten Verkaufszahlen wurde dies aber kurzerhand eingestampft. Eine Garantie geben und damit eine Verpflichtung eingehen, wird kein Hersteller. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf eines neuen Smartphones über die Update-Praxis im Internet informieren.

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Kommentare
Lesenswert! Kaufenswert!
RinTinTigger (unangemeldet), Freitag, 19. November 2010 08:07:51
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Toller Artikel, der behutsam und verständlich an ANDROID heranführt, ein OS, welches die Zukunft für mobile Geräte sein kann!

Danke Dafür!!


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Danke für den Einstieg
Frank Sommer (unangemeldet), Donnerstag, 18. November 2010 16:45:41
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Danke für diesen Artikel. Android ist für mich absolutes Neuland und alles was man sich zum Thema ergoogeln kann, setzt bereits etwas Wissen zum Thema voraus. Finde ich prima, dass man auf verständliche Art und Weise ans Thema herangeführt wird.

Ich werde mal nach der Sonderausgabe schauen, denn unter den Weihnachtsbaum würde ich gerne ein Androide legen :)


Bewertung: 253 Punkte bei 96 Stimmen.
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Einfacher fundierter Bereicht, etwas fehlt
Seraphyn Christian M. Grube, Donnerstag, 18. November 2010 08:39:11
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Hallo Hr. Hesse,

dies war ein sehr guter Bericht und das lesen hat mir viel Spaß bereitet, da eine Materie, welche dem Endnutzer nicht wirklich klar ist, verständlich erklärt wurde.
Meiner Meinung nach hätte ich noch einen Hinweis, eher einen Fingerzeig auf die daraus entstehende Sicherhitsproblematik eines nicht auf den Neustand gebrachtes "Mobiltelefonbetriebssystems" gemacht. Ich würde mich darüber freuen, wenn die verkaufenden Firmen in dem Punkt per § aufgefordert werden würden Sicherheitslücken zu fixen.
Auch fehlt mir die Problematik des Speichers, wie z.B. meinem G1, welches, eigentlich, zu wenig Speicher für Froyo hätte.
Sprich der Speicher für das OS muss erweiter/verschoben werden und die Applikationen werden auf der SDCard installiert.
Letzteres kann ich verknusen, aber die Update-Politik sehe ich als eine Schweinerei an, es muss nicht die nächste Major-Version sein, aber ein Support für die Major-Version ( auf Minor-Versions) sehe ich nicht nur als Kundenservice im Bereich Security an, sondern als grundlegendes Muss.

Mit Grüßen
Seraphyn


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