Kurz erklärt ist die Firmware das Betriebssystem des Handys. Doch im Gegensatz zu einem normalen Computer-Betriebssystem, das auf sehr vielen PC-Komponenten seinen Dienst verrichtet, ist der Grundgedanke einer Firmware, fest mit einem Gerät verbunden zu sein. Der eingeschränkten Wahlfreiheit steht der Vorteil gegenüber, dass eine Firmware immer an ein vorhandenes System angepasst wurde und so im Optimalfall alle zur Verfügung stehenden Hardware-Ressourcen optimal nutzt.
Meist liegt die Firmware in einem Flash-Speicher (EPROM, EEPROM oder ROM) und kann wie gesagt durch den Anwender nicht oder nur mit speziellen Mitteln ausgetauscht werden. Für mobile Systeme ist diese Art des Betriebssystems natürlich optimal, denn der Anwender ist hier meist nur Konsument und erwartet, dass alle Funktionen tadellos funktionieren, ohne, dass er sich um das System selber kümmern muss. Doch manchmal möchte man noch ein wenig mehr aus seinem Smartphone herausholen.
Firmware und Android
Wenn ein kostenlos verfügbares Betriebssystem wie Android auf diversen Geräten in unterschiedlichen Versionen installiert ist, dann sind Probleme vorprogrammiert. Es gibt von Google keinerlei Vorgaben, welche Systemversion ein Hersteller zu installieren hat. Von Version 1.0 bis zur derzeit aktuellsten Version 2.2 besteht also Wahlfreiheit. Dies führt dazu, dass es sehr viele Android-Geräte gibt, welche alle unterschiedliche Firmware-Version haben. Gerade im Einsteigerbereich beziehungsweise unteren Preissegment gibt es noch diverse Geräte, die mit Android in Version 1.5 oder 1.6 laufen. Aber auch relativ teure Modelle von Sony Ericsson (Abbildung 1) und Dell kommen aktuell noch mit Android 1.6 an Bord.
Google ist sich diesem Problem bewusst und veröffentlicht regelmäßig Statistiken, wie die derzeitige Fragmentierung ausschaut. Dies ist in erster Linie für die Programmierer wichtig, denn diese können je nach Android-Version nur auf bestimmte beziehungsweise nicht alle Systemschnittstellen zugreifen.
Auch wenn es so ausschaut, als ob die niedrigen Firmware-Versionen langsam aussterben, täuscht der Eindruck etwas. Denn es werden nicht alle älteren Geräte auf neue Versionen aktualisiert, sondern es kommen einfach viel mehr neue Geräte mit einer aktuellen Firmware auf den Markt (Abbildung 2).
Das Ziel der Hersteller
Man muss nicht Betriebswirtschaft studiert haben, um zu erkennen, dass die Hersteller von Smartphones in erster Linie Geräte verkaufen wollen. Daher ist es zwar für die Kundenzufriedenheit wichtig, auch bereits verkaufte Geräte mit einer neuen Firmware zu beliefern, dies steht aber meist nicht im Vordergrund.
Es gibt Hersteller wie HTC oder Samsung, die bereits vor Erscheinen eines neuen Smartphones zusichern, dass es die nächsthöhere Firmware noch erhalten wird. Es gibt aber auch Hersteller wie LG, die bei einigen Geräten bereits im Vorfeld klarstellen, dass keine Aktualisierung folgen wird.
Egal welchen Support ein Hersteller plant, in diesem Bereich ist Transparenz sehr wichtig. So hat Motorola vor kurzem gezeigt, wie man es nicht machen sollte. Das Einsteiger-Geräte Motorola Backflip, sollte nach Firmenaussagen ein Update auf eine aktuelle Android-Version erhalten. Wohl wegen der schlechten Verkaufszahlen wurde dies aber kurzerhand eingestampft. Eine Garantie geben und damit eine Verpflichtung eingehen, wird kein Hersteller. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf eines neuen Smartphones über die Update-Praxis im Internet informieren.



