Sie sind auf der Suche nach dem perfekten Smartphone, es soll aber nicht mehr als 300 Euro kosten? Dann ist das Samsung Wave GT-S8500 das aktuell beste Handy, das es in dieser Preislage auf dem Markt gibt. Mit einem 1-GHz schnellen Prozessor, 512 MByte Hauptspeicher und komfortablen 2 GByte internem Speicher lässt es kaum Wünsche offen. Auch die Verarbeitung ist wie von den Koreanern gewohnt überdurchschnittlich gut.
Die Hardware
Das Wave S8500 [1] entspricht von der Hardware her dem Android-Handy S9000, wobei das Display mit 3,3-Zoll etwas kleiner ausfällt. Wie beim S9000 kommt aber auch hier ein AMOLED-Display zum Einsatz, das mit brillanten Farben zu gefallen weiß. Das Gehäuse ist teilweise aus Metall, teilweise aus Kunststoff, macht aber einen sehr soliden Eindruck. Die integrierte 5-Megapixelkamera schießt auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch gute Fotos und nimmt Videos bis zu 720p (1280 x 720) auf. Daneben besitzt das Bada-Smartphone auch eine Frontkamera für Videotelefonie.
Das Wave S8500 verfügt auf der Vorderseite über drei Tasten, an der rechten Seite gibt es einen Lock-Button und einen separate Taste für die Kamera, zur linken Seite befinden sich die Knöpfe zur Lautstärkeregelung. Ein 3,5mm-Klinkenstecker für die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer und der USB-Anschluss zur Verbindung mit dem PC befindet sich an der Geräteoberseite.
Dank des 1500-mAh-Akkus hält das Samsung Wave S8500 etwas länger durch als die üblichen 12 bis 16 Stunden eines Android-Smartphones. Selbst bei relativ intensiver Nutzung kommen Sie gut auf zwei Tage, bei extensivem Gebrauch können es auch mal vier bis fünf Tage sein, wobei das GPS dazu ausgeschaltet werden sollte.
Die Software
Wie eingangs erwähnt ist das Wave S8500 in sehr vielen Bereichen mit dem S9000 baugleich. Der Unterschied besteht neben dem größeren Display des Wave S9000 im Betriebssystem. Für das günstigere S8500 setzt Samsung das hauseigene Betriebssystem Bada ein, im Wave S9000 kommt Android zum Einsatz. Bada ist laut Projekt-Homepage [2] kein neues Projekt, dennoch sorgte Samsung für einige Aufsehen, als man 2009 quasi aus dem Nichts ein neues mobiles Betriebssystem vorstellte. Aktuell ist Version 1.2, die beim Erscheinen dieses Hefts als Update auch für das S8500 erhältlich sein soll. Allerdings benötigt man für das Update – das einige Detailverbesserungen aber keine grundlegenden neuen Features bringt – zwingendermaßen die Windows-Software "Kies" von Samsung. Unser Testgerät von Samsung kam mit Bada 1.0 vorinstalliert. Details zum Samsung-OS beschreibt der Kasten "Bada".
Bada
Samsung, hinter Nokia der zweitgrößte Hersteller von Smartphones, leistet sich mit Bada seit Ende 2009 eine eigene Linux-Smartphone-Plattform. Und dies obwohl Samsung auch Mitglied von der Open Handset Alliance und der Limo-Foundation ist. Bada sieht sich weniger als Betriebssystem als als Framework für Entwickler. Zum benutzten Betriebssystemkern gibt es kaum konkrete Informationen, laut Samsung kann Linux oder ein alternatives Real-Time-OS benutzt werden. Die auf der Bada-Entwicklerseite veröffentlichten Informationen zum Quellcode lassen darauf schließen, dass im Samsung Wave 8500 aktuell eine BSD-Variante zum Einsatz kommt.
Samsung setzt den Schwerpunkt bei Bada auf eine moderne Benutzerschnittstelle und einfache Bedienung mit schönen Animationen und Effekten. Die Applikationsentwicklung findet in C++ statt. Ein SDK basierend auf einer GNU Toolchain und Eclipse Integration ist über die OpenSource-Seite von Samsung [3] frei zu beziehen. Die Plattform selbst ist aber – mit Ausnahme der API-Ebene – verschlossen.
Um den Mangel an verfügbaren Apps wettzumachen, hat Samsung im Sommer 2010 einen Entwickler-Wettbewerb mit zahlreichen Preisen im Wert von rund 2,5 Millionen Euro ausgeschrieben. Die Firma hofft, damit die aktuell schätzungsweise rund 1000 Apps im Store bis Jahresende auf über 5000 aufzufüllen. Gegenüber Android bringt Bada neben der mehr oder weniger geschlossenen Entwicklung und den fehlenden Apps einen weiteren Nachteil mit: So unterstützt es kein echtes Multitasking und erlaubt es nur den Systemanwendungen mit maximal einer weiteren Anwendung zusammen zu arbeiten.
Leider merkt man Bada die doch recht junge Vergangenheit an manchen Stellen noch an. Das auf einem Linux- oder BSD-Kernel basierende OS reagiert zwar flüssig und bringt die üblichen, von Smartphones gewohnten Anwendungen mit, bei den Detailfragen merkt man aber ein paar Nachlässigkeiten. So haben die Koreaner die Schaltflächen für Bestätigen und OK zur linken Seite angebracht, während sich die Zurück-Schaltfläche auf der rechten Seite befindet. Immerhin: hält man den Home-Button für rund zwei Sekunden gedrückt, landet man wie bei Android in einer Art Taskmanager. Hier kann man zwischen den Anwendungen wechseln oder einzelne Apps beenden.



