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Koreanische Welle

Im Test: Samsung Wave GT-S8500 mit Bada

01.11.2010
Während die meisten Handy-Hersteller für Ihre Smarthphone-Reihe auf Android oder ein mobiles Betriebssystem von Dritten setzen, hat Samsung neben zahlreichen Android-Geräten auch ein eigenes mobiles OS im Angebot. Wir testeten das Wave GT-S8500 mit Bada.

Sie sind auf der Suche nach dem perfekten Smartphone, es soll aber nicht mehr als 300 Euro kosten? Dann ist das Samsung Wave GT-S8500 das aktuell beste Handy, das es in dieser Preislage auf dem Markt gibt. Mit einem 1-GHz schnellen Prozessor, 512 MByte Hauptspeicher und komfortablen 2 GByte internem Speicher lässt es kaum Wünsche offen. Auch die Verarbeitung ist wie von den Koreanern gewohnt überdurchschnittlich gut.

Die Hardware

Das Wave S8500 [1] entspricht von der Hardware her dem Android-Handy S9000, wobei das Display mit 3,3-Zoll etwas kleiner ausfällt. Wie beim S9000 kommt aber auch hier ein AMOLED-Display zum Einsatz, das mit brillanten Farben zu gefallen weiß. Das Gehäuse ist teilweise aus Metall, teilweise aus Kunststoff, macht aber einen sehr soliden Eindruck. Die integrierte 5-Megapixelkamera schießt auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch gute Fotos und nimmt Videos bis zu 720p (1280 x 720) auf. Daneben besitzt das Bada-Smartphone auch eine Frontkamera für Videotelefonie.

Das Wave S8500 verfügt auf der Vorderseite über drei Tasten, an der rechten Seite gibt es einen Lock-Button und einen separate Taste für die Kamera, zur linken Seite befinden sich die Knöpfe zur Lautstärkeregelung. Ein 3,5mm-Klinkenstecker für die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer und der USB-Anschluss zur Verbindung mit dem PC befindet sich an der Geräteoberseite.

Dank des 1500-mAh-Akkus hält das Samsung Wave S8500 etwas länger durch als die üblichen 12 bis 16 Stunden eines Android-Smartphones. Selbst bei relativ intensiver Nutzung kommen Sie gut auf zwei Tage, bei extensivem Gebrauch können es auch mal vier bis fünf Tage sein, wobei das GPS dazu ausgeschaltet werden sollte.

Die Software

Wie eingangs erwähnt ist das Wave S8500 in sehr vielen Bereichen mit dem S9000 baugleich. Der Unterschied besteht neben dem größeren Display des Wave S9000 im Betriebssystem. Für das günstigere S8500 setzt Samsung das hauseigene Betriebssystem Bada ein, im Wave S9000 kommt Android zum Einsatz. Bada ist laut Projekt-Homepage [2] kein neues Projekt, dennoch sorgte Samsung für einige Aufsehen, als man 2009 quasi aus dem Nichts ein neues mobiles Betriebssystem vorstellte. Aktuell ist Version 1.2, die beim Erscheinen dieses Hefts als Update auch für das S8500 erhältlich sein soll. Allerdings benötigt man für das Update – das einige Detailverbesserungen aber keine grundlegenden neuen Features bringt – zwingendermaßen die Windows-Software "Kies" von Samsung. Unser Testgerät von Samsung kam mit Bada 1.0 vorinstalliert. Details zum Samsung-OS beschreibt der Kasten "Bada".

Bada

Samsung, hinter Nokia der zweitgrößte Hersteller von Smartphones, leistet sich mit Bada seit Ende 2009 eine eigene Linux-Smartphone-Plattform. Und dies obwohl Samsung auch Mitglied von der Open Handset Alliance und der Limo-Foundation ist. Bada sieht sich weniger als Betriebssystem als als Framework für Entwickler. Zum benutzten Betriebssystemkern gibt es kaum konkrete Informationen, laut Samsung kann Linux oder ein alternatives Real-Time-OS benutzt werden. Die auf der Bada-Entwicklerseite veröffentlichten Informationen zum Quellcode lassen darauf schließen, dass im Samsung Wave 8500 aktuell eine BSD-Variante zum Einsatz kommt.

Samsung setzt den Schwerpunkt bei Bada auf eine moderne Benutzerschnittstelle und einfache Bedienung mit schönen Animationen und Effekten. Die Applikationsentwicklung findet in C++ statt. Ein SDK basierend auf einer GNU Toolchain und Eclipse Integration ist über die OpenSource-Seite von Samsung [3] frei zu beziehen. Die Plattform selbst ist aber – mit Ausnahme der API-Ebene – verschlossen.

Um den Mangel an verfügbaren Apps wettzumachen, hat Samsung im Sommer 2010 einen Entwickler-Wettbewerb mit zahlreichen Preisen im Wert von rund 2,5 Millionen Euro ausgeschrieben. Die Firma hofft, damit die aktuell schätzungsweise rund 1000 Apps im Store bis Jahresende auf über 5000 aufzufüllen. Gegenüber Android bringt Bada neben der mehr oder weniger geschlossenen Entwicklung und den fehlenden Apps einen weiteren Nachteil mit: So unterstützt es kein echtes Multitasking und erlaubt es nur den Systemanwendungen mit maximal einer weiteren Anwendung zusammen zu arbeiten.

Leider merkt man Bada die doch recht junge Vergangenheit an manchen Stellen noch an. Das auf einem Linux- oder BSD-Kernel basierende OS reagiert zwar flüssig und bringt die üblichen, von Smartphones gewohnten Anwendungen mit, bei den Detailfragen merkt man aber ein paar Nachlässigkeiten. So haben die Koreaner die Schaltflächen für Bestätigen und OK zur linken Seite angebracht, während sich die Zurück-Schaltfläche auf der rechten Seite befindet. Immerhin: hält man den Home-Button für rund zwei Sekunden gedrückt, landet man wie bei Android in einer Art Taskmanager. Hier kann man zwischen den Anwendungen wechseln oder einzelne Apps beenden.

Abbildung 1: Der OK-Button befindet sich definitiv an der falschen Stelle.

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Kommentare
Samsung Wave
Gast (unangemeldet), Mittwoch, 03. November 2010 15:50:27
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Es kann sein dass es noch Mengel bei dem Browser gibt, aber man muss auch denken dass auch iOS und Android solchen Fehler am Anfang gehabt hat und dass es bei Bada bald behoben wird. Es gibt bis jetzt noch wenige Apps aber jeden Tag kommen neue Dazu und Bada steckt noch sicherlich noch in den Kinderschuhen.


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Synchronisation von Terminen und Kontakten?
Linux-Benutzer (unangemeldet), Dienstag, 02. November 2010 15:51:15
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Für die Leser dieses Artikels wäre die folgende Frage die wichtigste gewesen: können der Terminkalender und die Kontakte mit diesem Gerät unter Linux synchronisiert werden?

Wenn ja: wie? Nur online über zweifelhafte Dienstanbieter, die in Sachen Datenschutz auch schon anderweitig negativ aufgefallen sind oder auch offline, also direkt mit dem PC?

Wenn nein: warum wird auf einer Seite, die den Namen "Linux-Community" trägt, für dieses Gerät Werbung gemacht?

Was kann ein Linux-Benutzer mit diesem Telefon anfangen, wenn er Termine und Kontakte nicht unter seinem Betriebssystem synchronisieren kann?




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Re: Synchronisation von Terminen und Kontakten?
Marcel Hilzinger, Dienstag, 02. November 2010 16:30:50
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Die lokale Synchronisation (Handy<->PC) ist nur über die Windows-Software Kies möglich.

Was kann ein Linux-Benutzer damit anfangen? Naja, wer sich ein Smartphone kauft, verfügt in der Regel über eine Internet-Flatrate (ohne zahlt man sich dumm und dämlich, wenn man mal im Netz surfen möchte). Von dem her stellt sich für mich persönlich die Frage der lokalen Synchronisation gar nicht mehr. Abgesehen davon gibt es für Linux keine brauchbare GUI-Lösung, weshalb ich persönlich das Gerät eh übers Internet synchronisieren würde, selbst wenn es SyncML oder ein anderes Standardprotokoll unterstützen würde.

Zum Thema Werbung: Jeder Testbericht ist ein subjektiver Bericht. Ich finde die Hardware sehr gut, das OS nicht so toll. Das habe ich auch im Artikel so geschrieben.


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Re: Synchronisation von Terminen und Kontakten?
Ralf Schmidt (unangemeldet), Mittwoch, 03. November 2010 17:58:56
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Haben Sie das Smartphone von Samsung gesponsert bekommen und als Gegenleistung einen Bericht geschrieben? Diese Form der Korruption ist mir bestens bekannt.
Wenn dem nicht so ist, warum verschweigen Sie denn die eklatanten Nachteile des Gerätes?
Das Gerät ist absolut nicht Linuxkompatibel denn es läuft nur in der Windowswelt.
Dort wären Sie als Autor wahrscheinlich auch besser aufgehoben.

Zur GUI-Lösung: Warum benötigt die Synchronisation eine GUI-Lösung? Nur in der Welt der Mausschubser

Wenn ich weiter solche Beiträge lese ist mein Abo ganz schnell gekündigt.


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Re: Synchronisation von Terminen und Kontakten?
Marcel Hilzinger, Donnerstag, 04. November 2010 17:06:21
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Sehr geehrter Herr Schmidt,
ich verstehe weder Ihre Vorwürfe noch den Tonfall. Das Samsung Wave ist nicht mehr und nicht weniger Linux-tauglich als jedes andere aktuelle Smartphone. Wenn Sie die LinuxCommunity regelmäßig lesen, dann dürften Sie auch meine Berichte zum Palm Pre oder zu drei Android-Handys gelesen haben:

http://www.linux-community....m-Test-Palm-Pre-Plus-mit-WebOS

http://www.linux-community....X10-im-Vergleich-zum-Nexus-One

Obwohl Android und Palm in der Entwicklung deutlich offener als Bada sind, lassen sich auch diese Handys nicht wirklich mit Linux lokal synchronisieren. Für mich ist das allerdings -- wie bereits beschrieben -- kein K.O.Kriterium und schon gar kein Grund, auf einen Test zu verzichten. Falls Ihnen der Linux-Bezug zu kurz kommt: hier finden Sie den Quellcode des Bada-SDKs. Es sind rund 700 MByte an freier Software.

http://opensource.samsung.c...tion_list&menu_item=mobile

Ich kann Sie übrigens beruhigen: Die einzelnen Geräte gehen nach den Tests wieder zur jeweiligen Presseagentur zurück, was sollte ich auch mit so vielen Handys anfangen: Ich benutze persönlich ein uraltes K700i von Sony Ericsson, das ich vor ca. 3 Jahren mal mit meinem Linux-Rechner über SyncML synchronisiert habe. Hat aber nicht sonderlich gut funktioniert (sämtliche Kontakte waren danach doppelt auf dem Handy), und funktioniert auch heute nicht wirklich, das ist die Realität.

Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen...




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