androids.ps

1300 Prozent zugelegt

Editorial

26.11.2010

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

haben Sie schon ein Smartphone? Wenn nicht, dann werden Sie sich mit ziemlicher Sicherheit demnächst eines kaufen. Ich rate Ihnen zu einem Handy mit Android als Betriebssystem. Sie befinden sich damit in guter Gesellschaft: Laut einer aktuellen Studie [1] wurden im dritten Quartal 2010 weltweit über 20 Millionen Handys mit Android verkauft, rund neun Millionen davon in den USA. Damit stiegen Android und die Open Handset Alliance [2] quasi aus dem Nichts zur Nummer Vier des internationalen Smartphone-Markts auf und Android dürfte – wenn die guten Verkäufe im Weihnachtsgeschäft anhalten – im ersten Quartal 2011 zur Nummer zwei (hinter Symbian) und bis Ende 2011 zum weltweit am meisten verkauften mobilen OS aufsteigen.

Mit den erwähnten rund 9,1 Millionen Smartphones kamen in Amerika fast so viele Android-Geräte in den Verkauf wie Apple und RIM zusammen umsetzten (je 5 Millionen Handys). Die täglich 200 000 Android-Aktivierungen, über die der Google Chef-Ingenieur Eric Schmidt bereits im August sprach [3], sind somit kein Bluff und Android ist in den USA das mit Abstand am meisten verkaufte mobile OS.

Ihr erstes Android-Smartphone wird Ihr Leben verändern. (Sie können sich natürlich auch für ein Handy mit einem anderen Betriebssystem entscheiden, eine gute Übersicht gibt der Artikel ab Seite 6.) Das habe ich beim Zusammenstellen und Schreiben der Artikel für dieses Heft selbst erfahren. Tätigkeiten wie E-Mails schreiben, Fotos machen, Bloggen, soziale Kontakte pflegen und viele mehr lassen sich quasi nebenbei und jederzeit erledigen. Android wird auch schon bald das Leben Ihrer Freunde und Bekannten verändern. Denn Smartphones sind nun nicht mehr einer kleinen, gut verdienenden Schicht vorbehalten, die das Handy in erster Linie als Statussymbol und Luxusspielzeug betrachtet. Nein, Android-Handys gibt es bereits ab 100 Euro und den Provider darf man sich auch frei auswählen.

Durch seine Allzweckfähigkeiten setzt sich Android nicht nur auf dem Smartphone-Markt sondern auch auf sogenannten Feature Phones durch und verwischt damit die eigentlich künstliche Grenze zwischen Smartphone und Feature Phone. Denn im Unterschied zur Konkurrenz, die nur eine ganz minimale Anzahl an unterschiedlichen Geräten herstellt (Apple) oder den Herstellern exakt vorschreibt, welche Hardware sie zu verbauen haben (Microsoft) lässt sich Android mit oder ohne den Segen von Google nutzen und kommt so neben Handys auch auf immer mehr anderen Geräten zum Einsatz, wie unser Tablet-Test auf Seite 27 zeigt.

Android hat also eine großartige Zukunft vor sich und es ist nicht nur auf Grund der Verkäufe das mobile Betriebssystem der ersten Wahl für Entwickler: Sämtliche Tools stehen unter freien Lizenzen und sind in der Regel ohne Registrierung zugänglich. Wer eine Anwendung für das Linux- und Java-basierte Betriebssystem schreiben will, muss dazu keinen Google-Account besitzen, sondern kann mit dem SDK gleich loslegen und das Resultat auf seiner Homepage zum Download anbieten. Gleichzeitig stehen dem Entwickler aber auch sämtliche kommerziellen Wege offen: Er kann seine App in den Google Market einstellen, mit Werbung ausstatten und damit Geld verdienen und so weiter.

So vielfältig und offen wie Android möchte auch die Erstausgabe von Mobile OS sein. Wir schauen über den Tellerrand hinaus und überprüfen, was alternative Smartphone-Betriebssysteme und die entsprechenden Handys zu bieten haben. Daneben bietet Mobile OS aber auch erfahrenen und angehenden Entwicklern viel Lesestoff mit detaillierten Artikeln zur Android-Programmierung. Mobile OS ist zudem offen für Ihr Feedback an die Adresse mailto:redaktion@linuxuser.de.

Smarte Grüße,

Marcel Hilzinger

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