Zurück in die Vergangenheit

Das Hauptfenster des Gnome Activity Journals zeigt wie in Abbildung 3 standardmäßig alle Aktivitäten der letzten drei Tage. Nach dem ersten Start dürften die Listen vor allem die zuletzt bearbeiteten Dateien führen. Erst bei der täglichen Arbeit füllt sich die Anzeige nach und nach mit weiteren Aktivitäten. Lässt man das Fenster geöffnet, kann man Zeitgeist dabei sogar zusehen.

Abbildung 3: Standardmäßig zeigt das Activity Journal alle geöffneten Dateien der letzten drei Tage.

Sobald der Mauszeiger über einem Dokument parkt, zeigt das Activity Journal bei bekannten Formaten eine kleine Vorschau an (Abbildung 4). Um den Überblick zu bewahren, landen ähnliche Aktivitäten in einer gemeinsamen Gruppe, in Abbildung 3 trifft das beispielsweise am Samstag, den 17. Juli 2010 auf alle gelesenen Dokumente zu. Mit den kleinen, recht schlecht sichtbaren Pfeilen am linken und rechten Fensterrand blättert man im Tagebuch einen Tag vor- beziehungsweise zurück. Ein Klick auf Heute rechts unten in der Fensterrecke springt immer wieder schnell in die Gegenwart zurück.

Abbildung 4: Parkt man den Mauszeiger für einen Moment über einem Eintrag, zeigt das Activity Journal eine kleine Vorschau an. In diesem Fall spielt es sogar das Video ab.

In der Leiste am unteren Rand repräsentiert jeder weiße Block einen Monat, jeder grüne Balken genau einen Tag. Je höher ein Balken ist, desto mehr Aktivitäten fanden an diesem Tag statt. Fährt man mit der Maus über einen der Balken, verrät ein kleiner Tooltip, welches Datum sich mit wie vielen Aktionen dahinter verbirgt. Ein Mausklick auf den Balken genügt, um direkt zum entsprechenden Tag zu springen. Hält man hingegen die linke Maustaste gedrückt und bewegt dann die Maus, "gleitet" man durch den gesamten Kalender (neudeutsch auch als scrubben bezeichnet).

Bei sehr vielen Aktionen kann die Dreitagesansicht recht schnell unübersichtlich werden. In solchen Fällen genügt ein Klick auf das Datum in der Spaltenbeschriftung und schon füllt der entsprechende Tag das gesamte Fenster (Abbildung 5). Auf dem dabei vergrößerten Zeitstrahl kann man jetzt sogar ziemlich exakt die Uhrzeit der einzelnen Aktivitäten ablesen. Ergänzend kennt das Activity Journal noch eine Vorschauansicht, die ein Rechtsklick auf das Datum in der Spaltenbeschriftung hervorzaubert (Abbildung 6). Bei sehr vielen oder großen Dateien dauert es allerdings eine Weile, bis das Activity Journal sämtliche Miniaturbilder erzeugt hat. In dieser Zeit scheint die Anwendung abgestürzt, hier hilft nur etwas Geduld. Jedes Vorschaubild trägt in der linken oberen Ecke ein Symbol, das auf das Dateiformat hinweist, das Bild in der rechten unteren Ecke verweist analog auf die zuständige Anwendung. Um aus einer der beiden Detailansichten wieder zur Übersicht der letzten drei Tage zurück zu kehren, klickt man einfach erneut auf das Datum am oberen Fensterrand.

Abbildung 5: In der Detailansicht sieht man genau, wann welches Dokument bearbeitet wurde. nocheinbrief.odt beispielsweise um kurz nach 16:00 Uhr.
Abbildung 6: Die alternative Vorschauansicht zeigt zu jeder Datei ein kleines Miniaturbild.

Radiergummi

Egal ob Dreitage-, Vorschau- oder Detailansicht, ein Mausklick auf eine der Dateien öffnet sie mit einem passenden Programm. Ein Rechtsklick fördert hingegen ein Kontextmenü zu Tage. Dort darf man zunächst das Element aus dem Journal löschen. Dies empfiehlt sich vor allem bei doppelten, falschen oder unerwünschten Einträgen. Gleiches erledigt Delete all events with this URI, wobei hier allerdings auch noch alle übrigen Einträge der Datei aus dem Tagebuch verschwinden.

Hat man mit dem Activity Journal eine wichtige Datei aufgespürt, möchte man ihr vielleicht auch am heutigen Tag einen eigenen Eintrag spendieren. Dazu kann man sie entweder einmal explizit öffnen und wieder schließen oder aber über den gleichnamigen Punkt des Kontextmenüs An den heutigen Tag anhängen. Damit erstellt das Activity Journal in der Gegenwart ein Lesezeichen, das man mit einem Klick auf die Stecknadel unabhängig von der Originaldatei ebenso schnell wieder löscht (in Abbildung 3 gilt das rechts oben für nocheinbrief.odt).

Der Punkt Send To... des Kontextmenüs ist etwas irreführend beschriftet. Das Activity Journal übergibt damit die Datei an ein bestimmtes Programm und löst gleichzeitig eine frei wählbare Aktion aus (Abbildung 7). So lässt sich beispielsweise mit nur zwei Mausklicks eine Datei via Brasero auf eine CD brennen oder mit Evolution als E-Mail verschicken. Das jeweils zuständige Programm muss man dazu gar nicht erst öffnen.

Abbildung 7: Über das Kontextmenü kann man ein Dokument schnell an eine externe Anwendung übergeben und auch noch gleichzeitig eine passende Funktion auslösen.

Über More Information im Kontextmenü gelangt man schließlich noch zu einem neuen Fenster, das neben einer Vorschau auch den exakten Speicherort, den Zeitstempel und das involvierte Programm nennt (Abbildung 8). Zusätzlich zu diesen Basisinformationen versucht Zeitgeist jedes Element zu klassifizieren und mit passenden Schlagwörtern (Tags) zu versehen. Beispielsweise handelt es sich bei einer PNG-Datei um ein Bild, während ein Textdokument das Thema Linux behandeln könnte. Diese automatische Klassifikation soll später einmal die Suche erleichtern. So ließe sich beispielsweise nach allen Texten zum Thema Linux fahnden, die im Oktober erstellt wurden. Welche Metadaten Zeitgeist automatisch ausgewählt hat, verrät das Informationsfenster links unten in der Ecke. Ergänzend zeigt die Liste rechts alle Elemente an, die irgendwie in einer Beziehung mit der Datei stehen oder standen. In der Regel sind dies sämtliche Dokumente, die man in etwa zu gleichen Zeit bearbeitet oder geöffnet hat. Auf diese Weise sieht man beispielsweise schnell, in welches Dokument man ein Bild (möglicherweise) importiert hat.

Abbildung 8: Das Informationsfenster liefert sämtliche Daten, die Zeitgeist zu einem Dokument erzeugt hat.

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