Elefantengedächtnis
Dateien wiederfinden mit Zeitgeist und dem Gnome Activity Journal
Wo zum Henker waren noch gleich die Präsentationen von der langweiligen Konferenz im letzten Jahr? Dieses lustige Urlaubsbild mit der Kokosnuss am Timmendorferstrand muss doch auch in irgendeinem Unterverzeichnis schlummern. Und zu allem Überfluss bezieht sich jetzt Klaus auch noch auf eine sieben Tage alte E-Mail, dessen Text er natürlich nicht zitiert. Vor solchen oder ähnlichen Problemen stand vermutlich schon jeder Computerbesitzer irgendwann einmal. Terabyte große Festplatten, das schnelle Tagesgeschäft und der schwache Geist laden dazu ein, Dateien und Dokumente irgendwo in irgendeinem Unterverzeichnis einzukellern. Eher früher als später geht dann die Übersicht verloren.
Journaille
Diesem Problem begegnet das Entwicklerteam um Seif Lofty mit ihrem noch recht jungen Programmduo Zeitgeist und Activity Journal. Während Zeitgeist im Hintergrund akribisch jede Aktion des Benutzers überwacht und notiert, zeigt das Activity Journal die gesammelten Informationen übersichtlich in einer Zeitleiste an. So sieht man auf einen Blick, welche Dateien man vorgestern geöffnet und bearbeitet hat. Neben Dateien berücksichtigen Zeitgeist und das Activity Journal prinzipiell auch besuchte Internetseiten, gelesene E-Mails und beliebige andere Informationen – vorausgesetzt die jeweiligen Programme arbeiten dem Gespann zu.
Auch wenn sich Zeitgeist und das Activity Journal noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden, sind sie durchaus alltagstauglich. Derzeit mögen die beiden Werkzeuge allerdings nur Gnome. Unter KDE lassen sie sich zwar starten, Zeitgeist übersieht dann jedoch ausgerechnet das Öffnen und Speichern von Dateien.
Einrichtungshaus
Um unter OpenSuse 11.3 Zeitgeist und das Activity Journal zu installieren, öffnet man im Gnome-Desktop das Rechner-Menü, klickt auf Software installieren/entfernen und gibt das bei der Installation der Distribution vergebene Root-Passwort preis – für gewöhnlich entspricht es dem eigenen. Im Paketmanager tippt man in das Suchfeld gnome activity journal und hakt dann in der Liste direkt darunter den Eintrag gnome-actitivity-journal ab (Abbildung 1). Per Anwenden holt der Paketmanager automatisch Zeitgeist, sowie ein paar weitere benötigte Werkzeuge hinzu. Ein erneuter Klick auf Anwenden spielt die gesamte Bande ein. Das Activity Journal findet man anschließend hinter RechnerWeitere Anwendungen ... in der Gruppe Dienstprogramme als Tagebuch über Aktivitäten.
Ubuntu 10.04 Nutzer haben es etwas einfacher. Sie wählen aus dem Anwendungen-Menü das Software-Center, suchen über das Eingabefeld nach gnome activity journal (Abbildung 2), markieren dann in der Liste darunter den Punkt Tagebuch über Aktivitäten, klicken auf Installieren und tippen das bei der Installation von Ubuntu vergebene Administratorpasswort ein. Anschließend steckt das Programm unter AnwendungenZubehörTagebuch über Aktivitäten.



