Noch besser

Obwohl gzip und bzip2 zurzeit noch als defacto Standard unter Linux gelten, stehen mit lzma, p7zip und xz bereits Nachfolger in den Startlöchern, die teils deutlich schneller packen oder bessere Komprimierungsraten erreichen. Einige Linux-Distributionen benutzen lzma für das Komprimieren von Software-Paketen, damit auf einer Live-CD mehr Programme Platz finden und Downloads weniger lange dauern.

Ab ins Archiv

Um mehrere Dateien in einem Archiv zusammenzufassen, verwenden Sie den Befehl Tar. Der Name des Programms (englisch "tape archiver") weist auf seine ursprüngliche Verwendung hin: Das Programm war ursprünglich für die Verwaltung von Bandarchiven zuständig. Es leistet aber mehr als einfach nur Dateien zusammenzufassen: Tar können Sie über Optionen anweisen, die Archive direkt mit Gzip oder Bzip2 zu komprimieren – so entstehen die typischen tar.gz- und tar.bz2-Archive.

Mehrere Dateien fassen Sie zu einem Archiv zusammen, indem Sie beispielsweise

tar -cvf archiv.tar datei1 datei2

eingeben. Die drei Optionen -c, -v und -f, die hier zusammengefasst wurden, sorgen dafür, dass Tar ein Archiv anlegt ("c" für englisch "create"), dabei verrät, was im Hintergrund passiert ("v" für englisch "verbose"), und das erste Argument (archiv.tar) als Archivnamen interpretiert ("f" für englisch "file").

Stellen Sie zu einem späteren Zeitpunkt fest, dass Sie eine Datei vergessen haben, müssen Sie das Archiv nicht neu packen, sondern hängen diese einfach über -r an:

tar -rf archiv.tar datei3

Genauso leicht ist das Entpacken mit der Option -x ("x" für englisch "extract", auspacken):

tar -xvf archiv.tar

Um sicherzustellen, dass Tar keine vorhandenen Dateien mit Archivinhalten überschreibt, entpacken Sie das Archiv sicherheitshalber in einem temporären Unterordner oder ersetzen im Aufruf -x durch -t, um zunächst einen Trockenlauf durchzuführen und zu sehen, welche Dateien und Verzeichnisse sich im Archiv befinden.

Ganze Verzeichnisse inklusive ihrer Unterordner erfassen Sie übrigens auf dieselbe Weise – geben Sie statt einzelner Dateinamen einfach den Ordner an:

$ tar -cvf archiv.tar ordner/
test/
test/screenie.bmp
test/link.bmp
test/neu/
test/neu/screenie.jpg
test/neu/neu/
…

Gerade, wenn Sie Tar für Backups einsetzen, kann es sinnvoll sein, einzelne Verzeichnisse auszuklammern. Dabei hilft der Parameter --exclude. Weiterhin praktisch für solche Sicherungskopien ist der Parameter --rsh-command, über den Sie Tar beispielsweise mitteilen, dass es das Backup per SSH [1] auf einen anderen Rechner übertragen soll. Ein vollständiger Beispielaufruf sieht dann so aus:

tar -cvf user@host:/scratch/tmp/backup_$(date '+%Y_%m_%d').tar --rsh-command=/usr/bin/ssh --exclude=/proc /

Aufgeschlüsselt bedeutet der recht lange Kommandozeilenaufruf: Erstelle per SSH auf dem Rechner host im Verzeichnis /scratch/tmp/ eine Sicherungskopie, deren Name sich aus backup_, dem aktuellen Datum [2] und der Dateiendung .tar zusammensetzt (zum Beispiel backup_2005_09_05.tar). Dieses Backup umfasst alles ausgehend vom Wurzelverzeichnis /, klammert aber das Verzeichnis /proc aus, das keine echten Dateien enthält.

Und jetzt alle!

Wie schon erwähnt, bringt Tar einige Parameter mit, die das Archiv in einem Rutsch mit Gzip oder Bzip2 komprimieren. Für die Gzip-Variante hat der Aufruf die Form

tar -cvzf archiv.tar.gz Datei(en)

Soll stattdessen Bzip2 zum Einsatz kommen, ersetzen Sie die Option -z durch -j:

tar -cvjf archiv.tar.bz2 Datei(en)

Entsprechend setzen Sie die Parameter -z und -j auch beim Entpacken wieder ein und sparen einen Arbeitsschritt, indem Sie beispielsweise statt

bunzip2 archiv.tar.bz2
tar -xvf archiv.tar

einfach tar -xvjf archiv.tar.bz2 tippen.

Symlink

Ein symbolischer Link (oder Softlink) ist ein Verweis auf eine andere Datei, den Anwendungsprogramme genau wie die Datei selbst behandeln. Wenn die Datei, auf die ein Symlink verweist, gelöscht wird, zeigt der Link ins Leere. Symlinks erzeugt das Kommando ln -s QuelleZiel.

stdout

Es gibt drei "Standardkanäle": stdin (Standardeingabe), stdout (Standardausgabe) und stderr (Standardfehlerausgabe). Laufende Programme erwarten ihren Input von der Standardeingabe, zum Beispiel über die Tastatur. Die Ausgabe der Programme sehen Sie in der Standardausgabe, also meist in einem Terminal-Fenster. Die Standardfehlerausgabe landet in der Regel am gleichen Ort: Dort schreiben Programme Warnungen und Fehlermeldungen hin.

[1] SSH-Artikel: Heike Jurzik, "Sicher gesendet – ssh und scp", LinuxUser 07/2003, S. 81 ff.

[2] Mehr zu date und cal: Heike Jurzik, "Kalender auf der Kommandozeile", LinuxUser 07/2005, S. 88 ff.

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Kommentare
Noch Neuer Schneller Besser - 7-Zip bzw P7Zip
Reztilhcs (unangemeldet), Mittwoch, 24. März 2010 12:06:24
Ein/Ausklappen

Komprimieren
7za a archiv.7z *.txt

Entpacken
7za e archiv.7z

Mit vollständigem Ordnernamen entpacken
7za x archiv.7z

Weitere Parameter:
a=>Add
d=>Delete
e=>Extract
l=>List
t=>Test
u=>Update
x=>eXtract with full paths

Beschreibung von Sourceforge.net
7-Zip is a file archiver with the high compression ratio. The program supports 7z, ZIP, CAB, RAR, ARJ, LZH, CHM, GZIP, BZIP2, Z, TAR, CPIO, ISO, MSI, WIM, NSIS, RPM and DEB formats.
http://sourceforge.net/projects/sevenzip/

Unix
p7zip is a quick port of 7z.exe and 7za.exe (command line version of 7zip, see www.7-zip.org) for Unix.7-Zip is a file archiver with highest compression ratio.Since 4.10, p7zip (like 7-zip) supports little-endian and big-endian machines.
http://p7zip.sourceforge.net/



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