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© blary54,sxc.hu

Der Linux-Gral

Treiber installieren auf der Kommandozeile

24.03.2010 Für bestimmte Hardware kommen Sie nicht darum herum, selbst nach Treibern zu suchen und diese zu installieren. Dieser Artikel zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte und erklärt, was beim Treiber-Kompilieren genau geschieht.

Der Hardwarekauf sorgt selbst bei erfahrenen Linux-Benutzern noch ab und zu für ein fahles Gefühl in der Magengegend. Sie sollten sich deshalb vor jeder Neuanschaffung im Internet schlau machen, ob es für das Gerät Linux-Treiber gibt. Sind diese vorhanden, können Sie die Treiber im Notfall von Hand installieren. Mit etwas Geduld gelingt das auch ohne profundes Linux-Wissen. Der Text zeigt im Folgenden am Beispiel der DVB-T-Sticks Hauppauge HVR-900 und WinTV Nova-T-Stick, wie Sie aus dem Quellcode einen Treiber erzeugen und diesen installieren. Auch wenn sich die einzelnen Schritte nicht zu 100 Prozent kopieren lasen, sollten Sie mit dieser Antleitung auch andere Treiber zum Laufen bringen.

Treiber finden

Linux unterstützt sehr viel Hardware ohne weiteres manuelles Zutun. Bevor Sie sich auf die Treibersuche machen, sollten Sie deshalb einfach ausprobieren, ob das Gerät wie gewünscht funktioniert. Wenn nicht, sollten Sie so viele Informationen zur Hardware wie möglich sammeln. Bei USB-Geräten hilft meistens die Ausgabe des Befehls

lsusb

Sie zeigt die Hersteller- und Geräte-ID der Hardware an. Nicht-USB-Geräte zeigt die Ausgabe von

/sbin/lspci

an. Mit diesen Informationen finden Sie im Internet ziemlich schnell Informationen zu eventuellen Linux-Treibern. Eine in jeder Situation passende Herangehensweise für die Treibersuche gibt es nicht, in der Regel erzielen Sie aber bei der Suchmaschine Google mit den Stichworten linux ''Gerät'' ''ID'' die besten Treffer, wobei Sie ''Gerät'' durch den Hardwarenamen und ''ID'' durch die Hersteller- oder Geräte-ID aus der Ausgabe von lspci beziehungsweise lsusb ersetzen müssen. Unterstützung bei der Treibersuche bieten Ihnen auch unser Forum auf der LinuxCommunity [1].

Im Unterschied zu Windows erkennt Linux viele Geräte auch dann, wenn dafür keine Treiber installiert sind. Lassen Sie sich dadurch nicht verwirren. Ob Linux Hardware unterstützt, erkennen Sie meistens an den Systemmeldungen während des Anschließens. Um diese einzusehen, öffnen Sie über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu konsole ein Terminalfenster mit Root-Rechten und geben danach folgenden Befehl ein:

tail -f /var/log/messages

Bei Geräten, die mit Linux zusammenarbeiten, erscheinen dann im Terminalfenster allerlei Meldungen. Ändert sich an der Ausgabe nichts, hat das System die neue Hardware nicht erkannt. Auch die Meldungen in der Datei /var/log/messages bieten einen guten Ansatz für die Treibersuche im Internet.

Entwicklerwerkzeuge

Bevor Sie einen Treiber aus dem Quellcode übersetzen können, müssen Sie auf Ihrem Linux-System diverse Entwicklerwerkzeuge installieren. Dazu gehören zum Beispiel die Kernelquellen oder zumindest Teile davon, der C-Compiler gcc und das Kompiliertool make. Benutzen Sie OpenSuse, starten Sie zur Installation dieser Werkzeuge YaST über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu yast2. Wählen Sie in YaST das Modul Software | Software installieren oder löschen und stellen Sie den Filter auf Schemata Markieren sie nun den Eintrag Kernel-Entwicklung zur Installation und klicken Sie auf Übernehmen. Für die DVB-Treiber benötigen Sie zudem das Paket Mercurial. Sie finden es auf der Heft-DVD.

Unter Ubuntu installieren Sie über die Paketverwaltung folgende Pakete:

  • build-essential: Dieses Paket enthält alle wichtigen Werkzeuge, die Sie brauchen, um aus dem Quellcode ein lauffähiges Programm zu bilden.
  • linux-headers-Versionsnummer: Die so genannten Header-Dateien des Kernels enthalten wichtige Informationen zum benutzten Systemkern. Achten Sie darauf, dass die Versionsnummer mit der Version des benutzten Kernels übereinstimmt. Die passende Nummer gibt Ihnen der Befehl uname -r aus.
  • mercurial: Dieses Paket benötigen Sie in der Regel nicht. Die DVB-T-Module stellen eine Ausnahme dar, da die Entwickler den Programmcode mit dem Mercurial-Tool verwalten.

Auf der Kommandozeile erledigen Sie die Installation dieser Pakete über den Befehl

sudo apt-get install linux-headers-$(uname -r) build-essential mercurial
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Kommentare
make install
Lutz Golke (unangemeldet), Donnerstag, 25. März 2010 08:10:26
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Bei Distributionen mit Packagemanagement ist es selten sinnvoll,
Software an diesem vorbei, mittels "make install" zu installieren, da
es zu Problemen führen kann (z.B. ungelöste Abhängigkeiten) bzw es auch einfacher wieder deinstalliert werden kann. Viele Makefiles bieten leider kein "make uninstall" an :(
Besser man erstellt ein zum System passendes Paket (.deb/.rpm) und sei es mit checkinstall [1].

[1] http://asic-linux.com.mx/~izto/checkinstall/


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Re: make install
Daniel (unangemeldet), Donnerstag, 25. März 2010 16:49:08
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Naja checkinstall erfindet ja auch keine abhängigkeiten. Der einzige Vorteil von checkinstall ist, dass man Pakete wieder gut deinstallieren kann auch wenn das ursprüngliche make script schon entfernt wurde (oder kein uninstall hat)
Und echte Pakete zu bauen überfordert einen Linuxer der gerade seinen ersten Dreisatz (./configure, make, make install) ausführt vollkommen.
Unabhängig von all dem geht es in dem Artikel um Kernel module. Und die machen keine Abhängigkeiten kaputt weil sie es für jeden Kernel ein eigenes modul Verzeichnis gibt und die muss man auch nicht wieder deinstallieren (bzw man kann die mit löschen wenn man sowieso alte Kernel löscht)

Gruß Daniel


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Zu Sherlock Holmes
Seraphyn Chris Grube, Donnerstag, 25. März 2010 06:15:00
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Auf einem Debiansystem kann auch sehr Gut ein dpkg -S Dateiname helfen.
Mit diesem Befehl findet man Dateien, welche von einem Paket bereitgestellt werden.
Seraphyn


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Re: Zu Sherlock Holmes
Martin (unangemeldet), Sonntag, 28. März 2010 21:04:00
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dpkg -S findet aber nur bereits installierte Dateien (bzw. in im System vorhandenen Paketen), apt-file ist ein Werkzeug, mit dem man alle Paketinhalte (auch nicht installierte) offline durchsuchen kann.
apt-file update
apt-file search missing.h



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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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