ubuntu-1004.png

Lila Luchs

Ausblick auf die Neuerungen in Ubuntu 10.04 "Lucid Lynx"

06.04.2010
Das neue Ubuntu mit dem klangvollen Namen Lucid Lynx steht vor der Tür, die erste Beta-Version dürfen sich Interessenten bereits von den Canonical Server laden. Einige der enthaltenen Neuerungen sorgen jedoch schon im Vorfeld für hitzige Diskussionen.

Im Kreuzfeuer stand vor allem die neue Optik. Schon in früheren Ubuntu-Versionen sollten die alten Brauntöne weichen, mit Lucid Lynx wurde das Vorhaben jetzt endlich in die Tat umgesetzt. Das neue Desktop-Theme präsentiert sich dunklen Lila-Tönen, die Menüleisten leicht plastisch und in edlem grau-braun.

Abbildung 1: Der Desktop von Ubuntu 10.04 erstrahlt in gewöhnungsbedürftigem Lila. Unter anderem im Texteditor liegt der Knopf zum Schließen des Fensters direkt über dem

In den Titelleisten der Fenster wanderten die Schaltflächen auf die linke Seite. Damit liegt aber dummerweise der Knopf zum Schließen des Fensters in vielen Anwendungen direkt über dem Bearbeiten-Menü – ein falscher Klick und man radiert das Programm versehentlich vom Desktop. Bereits kurz nach der Vorstellung des neuen Desktops kursierten Anleitungen und kleine Skripte, mit denen man die Knöpfe wieder an ihren alten Platz verschieben konnte [2]. Die Neuplatzierung wurde sogar als Bug gemeldet, der in einer langen Debatte mündete [3]. Ein Machtwort sprach schließlich Canonical Gründer Mark Shuttleworth: die derzeitige Optik bleibt.

Abbildung 2: Firefox sucht nun standardmäßig über Yahoo! im Internet.

Geld her!

Ebenfalls die Gemüter erregte die zunehmende Kommerzialisierung. Nach einer Vereinbarung mit Yahoo! wird der Browser Firefox in Ubuntu 10.04 standardmäßig die Suchmaschine des Google-Konkurrenten anzeigen und verwenden. Für jeden Suchvorgang erhält Canonical etwas Geld, das wiederum in die Weiterentwicklung von Ubuntu fließen soll. Wer eine andere Suchmaschine nutzen möchte, wechselt sie schnell über das Suchfeld rechts oben im Fenster. Sofern man sich für Yahoo! oder Google entscheidet, verwendet Firefox die den entsprechenden Dienst auch auf seiner Startseite.

Hast du Töne

Der Musikplayer Rhythmbox erhielt eine Anbindung an den nigelnagelneuen Ubuntu One Music Store, kurz U1MS [4]. Über ihn verkauft Canonical ab sofort Musikstücke im MP3-Format. Im kompletten Angebot stöbern dürfen allerdings vorerst nur Nutzer aus Deutschland, England und Amerika. Das restliche europäische Ausland beglücken immerhin noch zwei große Plattenfirmen, alle anderen Länder müssen sich mit dem Angebot unabhängiger Labels begnügen [5]. Canonical betreibt den Musikshop nicht selbst, sondern nutzt die Plattform von 7digital. Die erworbenen Musikstücke kommen DRM-frei als MP3-Datei mit mindestens 256 kbit/s. Sie landen jedoch nicht auf der lokalen Festplatte, sondern zunächst in Ubuntu One, der Internetfestplatte von Canonical. Wer Musik kaufen möchte, benötigt folglich dort ein Konto. In zukünftigen Ubuntu-Versionen soll der U1MS in weiteren Musikplayern Einzug halten.

Abbildung 3: Rhythmbox integriert jetzt den Ubuntu One Music Store.

Ubuntu One wurde besser in die Linux-Distribution integriert. So darf man jetzt jeden beliebigen Ordner aus dem Heimatverzeichnis auf der virtuellen Festplatte spiegeln beziehungsweise mit ihr synchronisieren. Das Fenster mit den Einstellungen zu Ubuntu One erhielt ein Facelifting und wurde um zusätzliche Einstellungen bereichert.

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Kommentare
Wo genau liegt das Problem?
Sgt.Rian (unangemeldet), Mittwoch, 07. April 2010 10:30:17
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Entschuldige bitte aber ich kann nicht verstehen wo genau der Widerspruch bestehen soll. Ubuntu ist weiterhin kostenlos erhältlich und auch wenn jedes Ordnerfenster mit einem Pop-Up von Yahoo (Gott bewahre) versehen werden würde wäre das System weiterhin kostenlos und könnte weiterhin "... von Menschen in ihrer regionalen Sprache und trotz eventueller Behinderungen benutzt werden..."

Bisher hat es noch keine übermäßigen Ausmaße angenommen. Suchen wir eben per Yahoo und spülen ein bisschen Geld in die Entwicklung von Ubuntu. Es kann mir nur recht sein, kann ich weiterhin für lau mit einem kompletten Betriebssystem arbeiten.

... und wenn die Kommerzialisierung zu weit geht werden sich irgendwo auf der Welt ein paar Jungs zusammenrotten und ein freieres Ubuntu-Derivat entwickeln. Die Sourcen sind und bleiben ja vermutlich frei.

Cheers,
euer Sergant


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Was spricht denn gegen Kommerzialisierung???
dominik (unangemeldet), Dienstag, 06. April 2010 16:12:03
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Also ich verstehe die Leute nicht, die bei Ubuntu etwas gegen die Kommerzialisierung haben. Mark Shuttleworth steckt seit Jahren Millionen in die Ubuntu Entwicklung und die Leute denken, dass das ewig so weiter gehen soll???
Irgendwann soll sich Ubuntu ja selber finanzieren, und anders wir das ja wohl nicht gehen.
Dann sollen sich die Personen doch eine andere Distribution aussuchen und nicht meckern...


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Re: Was spricht denn gegen Kommerzialisierung???
peterf (unangemeldet), Dienstag, 06. April 2010 18:36:50
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Ich glaube, die sind einfach nur neidisch auf Ubuntu. Ich finde, Canonical macht das toll. Endlich eine gute und brauchbare Linux-Distribution! Weiter so!


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Re: Was spricht denn gegen Kommerzialisierung???
booder (unangemeldet), Dienstag, 06. April 2010 21:18:44
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so ein schwachsinn. klick mal auf system->info zu ubuntu. lies dir das mal durch. eine kommerzialisierung würde gegen die grundlegenden ziele von ubuntu verstoßen. hier ein kleiner auszug:

Die Ubuntu-Gemeinschaft stützt sich auf die Ideale der Ubuntu-Philosophie: Software sollte gebührenfrei erhältlich sein, Software-Werkzeuge sollten von Menschen in ihrer regionalen Sprache und trotz eventueller Behinderungen benutzt werden können, und Menschen sollten die Freiheit haben, die Software ihren Bedürfnissen anzupassen oder in irgendeiner Art zu verändern.


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Re: Was spricht denn gegen Kommerzialisierung???
MarKre (unangemeldet), Mittwoch, 07. April 2010 10:31:57
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Ubuntu an sich wird nicht kommerzialisiert, das hat Mark mehrfach wiederholt. Canonical, die Firma hinter Ubuntu und Geldgeber will mit Zusatzdiensten wie bsw. Ubuntu One, der Anpassung des Software Centers und der Einbindung eines kommerziellen Musik-Dienstes in Rhytmbox zusätzlich ein paar Euro verdienen. Canonical verdient auch seine Brötchen mit dem Support von Ubuntu. Mit diesen Möglichkeiten läßt sich auch mit Linux Geld verdienen, und wer hier sagt, dass die "unanständig" wäre, der stelle sich bitte vor, er geht arbeiten ohne einen Cent zu verdienen...

Canonical - weiter so!

MarKre


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