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Kurztest: Zentyal Desktop unter Ubuntu

04.11.2010 Früher bastelte sich der Linuxadmin seinen Homeserver gerne mal selber. Heute gibt es dafür fertige Lösungen, zum Beispiel den Zentyal Small Business Server.

Nachdem ich mir nun endlich einen zentralen Server geleistet habe, [1] stehe ich nun vor der Aufgabe alle Client-Rechner an dem Server anzumelden. Bei zwei bis drei Desktops ist das kein Problem. Aber wenn ich zehn Anwender in zwei oder drei Räumen habe, kann das schon mal einen ganzen Tag lang dauern. Und dabei hab ich schon manchen Netzwerk-Settings-Notizzettel verschwinden sehen. ;)

Die Lösung

Hier kommt nun der Zentyal-Desktop ins Spiel, ein Client-Paket für den gleichnamigen SMB-Server. zentyal-desktop ist ein Ubuntu-Paket, das man auf einem (oder mehreren) Ubuntu-Clients installieren kann. Wenn dieser Desktop-Client Teil eines Zentyal-Server gemanagten Netzwerks ist, kann ich folgende Funktionen auf einfache und schnelle Weise hinzufügen:

  • Authentifizierung am Zentyal LDAP: Die Benutzerdatenbank liegt zentral auf dem Zentyal Server. Der Useraccount funktioniert genauso wie das PDC Feature für Windows Clients, hier eben für Ubuntu Clients.
  • Auto-Konfiguration der Serverdienste: Zentyal: Mail, Samba, Jabber, VoIP. Wenn der Benutzer sich auf diesem Desktop-Client das erste Mal anmeldet, hat er ein neues ~/home Verzeichnis mit allen Konfigurationen.

Abbildung 1: Konfiguration des Pakets zentyal-desktop.

Das Tool ist ausgelegt und getestet mit Applikationen, die mit einem Ubuntu Desktop System ausgeliefert werden oder sich aus den Paketquellen nachinstallieren lassen. Die da wären:

  • Evolution (Mail Programm):Der Mailaccount des Benutzer liest aus LDAP aus und kann Adressen hinzufügen.
  • Nautilus (Dateimanager): Hat einen Link zum Samba User share Ordner und Einen zum Gruppenordner (falls vorhanden) Beide Links liegen auch bequem auf dem Desktop!
  • Ekiga (VoIP): Der Asterisk Account des Users ist hinzugefügt. Zur Zeit ist noch ein Workaround nötig, um dem User beim ersten Start ein Passwort abzufragen. Ekiga kann das noch nicht so gut managen.
  • Pidgin (Jabber Service): Auch der Jabber-Account ist vorhanden. Es wird eine Conference für die Buddy List erstellt. Und das für jede Gruppe, falls Sie unterschiedliche erstellt haben.
  • Firefox (Zarafa Groupware & Der User Corner): Die Links zu den beiden Diensten sind als Lesezeichen in der Leiste (Toolbar) integriert. Es fällt beispielsweise das Eintippen der Portnummer (8888) weg.

Abbildung 2: Auch der Dienst Jabber lässt sich mit Zentyal verwalten.

Getestet haben wir das Ganze mit einem Zentyal Server 2.0 und mit mindestens einem Client PC mit Ubuntu 10.04 (Lucid) und 10.10 (Maverick) vorinstalliert. Bis auf das kleine Ekiga-Problem ist Zentyal-Desktop wirklich eine Arbeitserleichterung für den geplagten Turnschuh-Admin. Und der Zentyal Desktop wird auch ständig weiterentwickelt Auf der Roadmap der Entwickler steht beispielsweise noch eine interessante Funktion an: Das sogenannte Roaming [2] von Profilen. Wie man den Zentyal Server für die Anmeldungen vorbereitet, beispielsweise LDAP und Firewall anpasst, und wie man das PPA zu den Clients hinzufügt, wird in der Dokumentation [3] ausführlich erläutert.

Abbildung 3: Und so sieht dasd Ganze unter Ubuntu aus.

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Infos zum Autor

Michael a/k/a majestyx

Michael (Majestyx) Kappes

Inhaber einer kleinen IT Firma, arbeitet seit über 10 Jahren mit Freier Software.
(http://glx-consult.com)

Aktives Mitglied der FSFE Berlin (Fellow)
(http://blogs.fsfe.org/majestyx/)

Die meisten Wege legt er zu Fuß, per Rad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Sein Interesse gilt ins besonders der gegenseitigen Beeinflussung von Sozialen und gesellschaftspolitischen Bereichen auf und von Freier Software.

Zum Blog von Michael (Majestyx) Kappes →


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