Ohne groß mit der PR-Trommel zu lärmen hat Canonical das Angebot hinter seinem Cloud-Dienst Ubuntu One für das kommende Release 10.10 alias "Maverick Meerkat" noch einmal deutlich verbessert. Dies trifft auf die Client-Seite und die Serverseite zu. Während man in den bisherigen Ubuntu-Versionen für einen Account noch auf die Ubuntu-One-Webseite weitergeleitet wurde, genügt es nun im Me Menü nach der Auswahl des Menüpunktes Ubuntu One eine E-Mail-Adresse und ein Passwort anzugeben, sowie die kryptischen Zeichen des Antispam-Captchas zu erkennen.
Danach bekommt man per Mail einen Bestätigungscode zugeschickt, den man im zweiten Dialog eingeben muss, fertig. Das restliche Setup funktioniert wie in den bisherigen Versionen: Man muss einen oder mehrere Rechner zum Account hinzufügen, diese synchronisieren sich dann automatisch.
Das Angebot von Canonical umfasst zurzeit zwei Apps: Mit Ubuntu One Music können Sie Musik hören, die Sie in der Ubuntu-One-Cloud gespeichert haben. Der Player gibt allerdings nur Songs im MP3-Format wieder und zeigte zudem in den Tests auch keine Albumcover an. Ubuntu One Contacts sorgt dafür, dass Sie Ihre Kontakte auf dem Handy und sämtlichen Ubuntu-One-Rechnern stets auf dem neuesten Stand halten. Beide Anwendungen funktionieren nur mit einem Abo für Ubuntu One Mobile, wobei Ubuntu One Contacts noch den Status "Beta" aufweist.
Canonical bewirbt den Dienst mit 30-Tage-Versuchsversion (30 days trial). Sie benötigen aber zwingend einen Account und müssen mindestens für einen Monat bezahlen. Während der Versuchsperiode können Sie den Ubuntu-One-Mobile-Dienst aber jederzeit kündigen, die rund 3,20 Euro werden erst nach den ersten 30 Tagen von der Kreditkarte abgezogen, daraus ergibt sich somit die 30-tägige Versuchsperiode.
Android-App
Für die Tests haben wir die aktuelle Ubuntu-One-Music-Anwendung aus dem Android-Market installiert. Als Testhandy benutzten wir das Motorola Milestone XT720. Beim ersten Start müssen Sie sich mit Ihrem Ubuntu-One-Account anmelden, danach erscheint das Hauptmenü. Beim ersten Start benötigt das Programm etwas mehr Zeit, um sämtliche Informationen auf den Rechner zu holen, die vier Alben für den Test standen aber relativ zügig bereit.
In unseren Tests hatte das Programm Probleme mit angeblich ungenügend Platz auf der Speicherkarte. Die Fehlermeldung beanstandete, dass 500 MByte an Cache auf der Speicherkarte keinen Platz hätten und das Programm deshalb 847 MByte mehr Speicher benötige. Nachdem wir über die Einstellungen den Cache auf 200 MByte reduziert hatten, trat die Fehlermeldung nicht mehr auf. Je nachdem, wie viele Android-Anwendungen Sie benutzen, reicht somit eine 4-GByte-Karte nur Bedingt zur Nutzung von Ubuntu One Music aus.
Die Anwendung selbst ist relativ schlicht gehalten: Im Hauptfenster wählen Sie über Select Mode zwischen lokalem Playback und Wiedergabe aus der Cloud aus. Shuffle Play startet die Wiedergabe im Zufallsmodus und über Settings erreichen Sie die Einstellungen, die man idealerweise auf den zugehörigen Android-Button gelegt hätte. In den Einstellungen legen Sie unter anderem den Cache und die Anzahl der Tracks fest, die die App für ein möglichst sauberes Playback im Voraus laden soll. Bei den voreingestellten 3 Songs gab es keinerlei Aussetzer in den Tests. Für Freunde von Last.fm gibt es zudem auch eine Möglichkeit, um die gespielten Songs zu scrobbeln.
Der Player selbst ist relativ schlicht gehalten und zeigt leider keine Cover-Bilder an. Er sortiert nach Künstler und Alben, eine Bewertungsfunktion gibt es keine. Einzelne Tracks lassen sich auf dem Telefon speichern, um die oben erwähnte Offline-Funktion zu benutzen, die Dateien in der Cloud selbst lassen sich mit der App nicht administrieren.



