Hannah Montana basiert auf Kubuntu 9.04 und richtet sich in erster Linie an Fans des amerikanischen Fernsehstars Hannah Montana beziehungsweise alle, die auf Rosa und Lila stehen. Da der Hersteller der Distribution vermutlich die Markenrechte von Disney nicht erworben hat, gibt es die Klasse Linux-Distribution nur über Torrent-Downloads. Die Fan-Gemeinde steigt aber stets an und die meisten Seeder verfügen über eine schnelle Internetanbindung, sodass der Download relativ zügig vorangeht. Man beachte dabei die Zeitverschiebung mit Amerika: abends geht's schneller als am Vormittag. Für diesen Test haben wir die "New Version" benutzt.
Auf Ubuntu basierend startet man Hannah Montana Linux ganz normal von der Live-CD. Der Grafiker von Hannah Montana scheint früher Suse Linux benutzt zu haben. Nur so ist seine Vorliebe für Grün im sonst rosaroten und lila Umfeld zu erklären. Für eine deutsche Übersetzung des Bootmenüs suchen die Entwickler noch freiwillige, wer Hannah Montana Linux ohne Englischkenntnisse ausprobieren möchte: einfach den ersten Menüpunkt wählen.
Der Bootvorgang dauert auch auf langsamen Rechnern mit Intel Atom-Prozessor kaum länger als 30 Sekunden, das rosa Netbook startete in unseren Tests am schnellsten.
Schon beim Start von KDE merkt man, dass die Entwickler hinter der freien Distribution den KDE-Desktop mit sehr viel Liebe zum Detail verbessert haben. Anstelle des langweiligen blauen Splash-Screens von Kubuntu erwartet den Benutzer ein optisch stark angepasster KDM-Bildschirm mit Hannah Montana zur Linken und Tux dem Rockstar in der oberen rechten Ecke. Durch den Hannah-Montana-Schriftzug auf Brusthöhe wirkt Tux eigentlich noch sexier als Hannah Montana selbst.
Auch der KDE-4-Desktop gibt sich in diesem wunderbaren Design. Dank Kubuntu 9.04 kommen Sie hier auch in den Genuss der deutschen Übersetzungen. Beachten Sie die flüssigen Animationen, wenn Sie den Mauszeiger zum Beispiel über das Startmenü bewegen.
Sehr gut gelungen fanden wir auch die Integration des Dateimanagers Dolphin. Er zeigt für sämtliche Verzeichnisse ein passendes Logo an, sodass man gleich merkt, in welchem Verzeichnis man sich befindet. Auch hier haben die Designer die wichtigsten Funktionen in Grün mit der nötigen Portion Kontrast hervorgehoben.
Alles in Allem macht Hannah Montana Linux einen sehr soliden Eindruck und dürfte nicht nur durch das optisch ansprechende Äußere die junge Generation begeistern sondern durch die solide Ubuntu-Basis auch echte Geeks, die schon ein paar Jahre Linux-Erfahrung mitbringen.
Da es sich bei Hannah Montana Linux nicht um ein offizielles Disney-Produkt handelt, dürfte die Distribution mit dem aktuellen Artwork vermutlich nur für kurze Zeit erreichbar sein. Beim Download ist deshalb Beeilung angesagt. Die Redaktion hilft bei Bedarf gerne mit einem gesicherten ISO-Abbild aus.
Wer jetzt vor lauter Begeisterung nicht genug von Hannah Montana bekommen kann, findet auf der Projektseite zudem noch den zugehörigen Hannah-Montana-Linux-Song.