Intel bewirbt die neue 510-er Serie für die 6-GBit-SATA-Schnittstelle mit Leseraten von bis zu 500 MByte/s und Schreibraten von bis zu 315 MByte/s [1]. Diese Werte treffen allerdings nur unter idealen Bedingungen zu und gelten zudem nur für das 250-GByte-Flaggschiff. Das 120-GByte-Modell bringt es laut Pressemeldungen auf Höchstwerte von 450 MByte/s beim Lesen und 210 MByte beim Schreiben. Wir haben uns das 120-GByte-Modell unter Linux angeschaut.
Kernel 2.6.38
Die Performance von Solid State Drives hängt sehr eng mit dem SSD-Support des Dateisystems und des benutzten Betriebsystems zusammen. Hier scheint sich seit Kernel 2.6.38 unter Linux einiges verbessert zu haben. Vor allem mit dem Dateisystem Btrfs kommt es nicht mehr zu der unter Kernel 2.6.37 noch festgestellten Speed-Bremse, die auch andere Tester festgestellt haben [2]. Für unsere Tests benutzten wir die aktuelle Entwicklerversion von Ubuntu 11.04 (Stand: Ende März 2011).
Wer vor dem Kauf einer SSD steht, sollte zunächst überprüfen, ob das BIOS des PCs überhaupt über eine 6-GBit-SATA-Schnittstelle verfügt. Danach lohnt es sich ein paar Tests mit den vorhandenen SATA-Schnittstellen und den BIOS-Einstellungen zu fahren. So arbeitete auf unserem Gigabyte-Mainboard die Intel-SSD zunächst über die 6-GBit-Schnittstelle langsamer als über den 3-GBit-Anschluss. Erst nachdem wir die Systemplatt an eine 3-GBit-Schnittstelle und nur die SSD an den schnellen SATA-Port hängten, erhielten wir die erwarteten Transferraten.
Von einer SSD erwartet man eigentlich einen komplett lautlosen Betrieb. In den Tests mit bonnie++ und hdparm war bei den sehr schnellen Schreibvorgängen ein zwar leises aber deutliches Fiepen zu hören. Im normalen Betrieb trat dieser Lärm nicht auf, nur bei den Stresstests.
Die Benchmarks
Bevor wir dedizierte Benchmarks starteten, testeten wir die Lesegeschwindigkeit über hdparm -tT. Hier zeigte die 510 von Intel Werte von 352 MByte/s. Zum Vergleich: die für die Tests benutzte 500-GByte-Systemplatte von Seagate (Barracuda STX-ST3500320AS (B)) bringt es auf 101 MByte/s.
Anschließend testeten wir die SSD mit den Benchmarks Bonnie++, einem einfachen dd-Aufruf und dem Compilebench von Chris Mason [3] auf den Dateisystemen Btrfs und Ext4. Am aufschlussreichsten von allen drei Tests war der dd-Befehl:
dd if=/dev/zero of=/mnt/testdatei bs=2G count=3 oflag=direct
Dabei schrieben wir drei mal 2 GByte auf die Platte (der Parameter oflag=direct ist wichtig, um keine durch Caching verfälschten Messergebnisse zu erhalten). Die mit Btrfs erreichten Werte waren dabei relativ ernüchternd. Anstelle der erhofften rund 200 MByte/s erreichten wir lediglich Spitzenwerte von 117 MByte/s beim Schreiben. Etwas schneller gab sich Ext4: hier kamen wir immerhin auf Werte von 128 MByte. Wie viel das Dateisystem tatsächlich ausmacht, zeigte ein kurzer Testlauf über die SSD als Raw-Medium (also ohne Dateisystem). Hier erreichten wir Schreibwerte von 160 MByte/s. Zum Vergleich: die Barracuda-Systemplatte bringt es auf Schreibwerte von 60 MByte/s mit Ext4.



