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Tablet-PC - PC-Tablet

Kurztest: Archos 9 mit Linux

14.06.2010
Unter den neuen Internet-Tablets von Archos befindet sich auch ein besonders großes mit Atom-CPU und 9-Zoll-Display. Anstelle von Android setzt Archos hier allerdings auf Windows 7 als Betriebssystem. Wir haben Linux installiert.

Das Archos 9 ist so ziemlich das schlechteste Linux-Gerät, das man sich vorstellen kann. Es basiert auf der Atom-Z-Platform mit Poulsbo-Grafik, arbeitet somit ohne zusätzliche manuelle Treiber-Installation nur sehr langsam oder gar nicht. Zudem hat Archos dem guten Stück einen WLAN-Chipsatz von Broadcom verpasst (BCM 4312), der unter den meisten Distributionen ebenfalls nur nach der Installation der proprietären Firmware seinen Dienst verrichtet. Last-but-not-least ist auch das Setup des eGalaxTouch-Treibers nicht unbedingt für Einsteigerl. Vom Kauf des Geräts zur Nutzung unter Linux sei deshalb an dieser Stelle abgeraten. Einzig die Webcam und die Soundkarte verrichten ihre Dienste ohne zusätzliche Hacks. Wer sich das Gerät bereits gekauft hat und Linux damit nutzen möchte, findet hier einige Tipps und Hinweise.

Distro wählen

Generell eignet sich jede Distribution zur Installation, die man von einem USB-Stick aus starten kann. Auf ein externes DVD-Laufwerk kann man nur per USB-Hub zugreifen, da das Archos 9 über einen einzigen USB-Anschluss verfügt, der beim Booten aber für die Tastatur benötigt wird. Mangels USB-Hub nutzten wir für die Tests eine Apfel-Tastatur mit eingebauten zusätzlichen USB-Anschlüssen.

Abbildung 1: Für die Installation benötigt man eine Tastatur mit zusätzlichen USB-Anschlüssen oder einen USB-Hub.

Generell sollte man eine Distribution wählen, die den Grafikchipsatz und vor allem den WLAN-Adapter von Haus aus unterstützt. Das erleichtert die späteren Nacharbeiten. Wer über einen mindestens 8 GByte großen USB-Stick verfügt, kann die Installation zum Beispiel mit dem Recovery-Image des Fit-PC2 durchführen [1], auch Mandriva 2010 und Jolicloud unterstützen den Poulsbo-Treiber von Haus aus. Der Artikel zeigt im Folgenden die Installation von Mandriva One 2010 [2]. Wer das Tablet mit Ubuntu betreiben möchte, benutzt am besten Version 9.10, da dafür der Poulsbo-Support am besten ist [3].

Der auswechselbare Akku hielt in unseren Tests rund drei bis vier Stunden durch. Dank des stromsparenden Atom-Z-Prozessors kommt das Archos 9 mit einem Stromverbrauch von rund 8 Watt aus.

Touchscreen

Um den Touchscreen in Betrieb zu nehmen benötigt man den eGalaxTouch-Treiber [4] und den zusätzlichen Boot-Parameter i8042.nomux mit diesem Bootparameter funktioniert auch der kleine eingebaute Trackpad des Archos 9, man kann sich die Maus dann schon einmal ersparen. Für die Tests benutzten wir die Beta-Version vom 14. April 2010 mit der Versionsnummer 3.01.4001.

Die Installation erfolgt nach dem Auspacken des Archivs mit Admin-Rechten über den Befehl

sh setup.sh

Anschließend muss man einige Fragen beantworten, von denen die wichtigste die Art des Touchscreens ist. Hier wählt man PS/2. Findet das Installationsscript ein bereits vorhandenes Modul usbtouchscreen, dann schlägt es vor, dieses zu blacklisten. Nehmen Sie diesen Vorschlag an. Unter Mandriva One 2010 war zum Setup nur die Auswahl des Geräts (2 für PS/2) notwendig, zusätzliche Entwicklerpakete benötigte der Treiber keine. Jetzt muss noch das passende Kernelmodul beim Systemstart aktiviert werden. Dazu legt man folgenden Eintrag am Ende der Datei /etc/rc.local (aber vor dem Eintrag exit 0) an:

modprobe serio_raw
echo -n "serio_raw" > /sys/bus/serio/devices/serio0/drvctl

Unter Ubuntu muss laut einigen Kommentaren im Netz das Device serio1 anstelle von serio0 sein. Anschließend starten Sie das System neu und rufen danach zur Kalibrierung des Touchscreens eGalaxTouch auf. In unseren Tests unter Mandriva 2010 war das Setup allerdings nicht ganz erfolgreich. Die Achsen für links und rechts waren vertauscht.

Fehlt noch ein virtuelles Keyboard. Dazu eignen sich zum Beispiel Florence [5] oder das Matchbox-Keyboard [6]. Eine ausführliche Anleitung zum Setup von Ubuntu 10.04 gibt es inzwischen auch im Internet [7].

Abbildung 2: Das Archos-Tablet kommt mit einem auswechselbaren Akku und integriertem Standfuß.

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