Wenn man ein Smartphone und die passende App hat, liest man die pixeligen Codes ganz einfach aus: man fotografiert das Bild und schon zeigt die App den Inhalt an. Doch was tun ohne Smartphone? Die Lösung heißt ZBar und steht auf Sourceforge in Version 0.10 im Quellcode und als Binärpaket für einige Distributionen bereit.
ZBar ist schon etwas älter, die RPM-Pakete passen deshalb nicht unbedingt. Wer das Programm unter OpenSuse 11.4 kompilieren möchte, installiert dazu über YaST die Schemata grundlegende Entwicklung und die KDE-Entwicklerpakete und zusätzlich das Paket python-gtk-devel. Danach kompiliert man den Quellcode über den üblichen Dreischritt: ./configure, und makesudo make install.
ZBar besteht aus zwei Komponenten: mit zbarimg lesen Sie die Informationen aus, die in eine QR-Bilddatei gespeichert sind. Dazu gibt man einfach den Dateinamen als Parameter an. Deutlich mehr Spaß macht jedoch zbarcam: Es startet das Bild der Webcam in einem neuen Fenster und gibt dann sämtliche Inhalte auf der Konsole aus. Somit lassen sich per zbarcam bequem mehrere Codes nacheinander lesen. Dem Programm ist es dabei relativ egal, wie nahe oder weit Sie den QR-Code von der Webcam entfernt halten. Sobald ein grüner Rahmen um den Code erscheint, hat ZBar ihn ausgelesen und die Werte auf der Konsole ausgegeben. Neben QR-Codes liest das Programm auch gewöhnliche EAN-Codes aus.
Auch wenn ZBar selbst über keine GUI verfügt, bringt das Programm entsprechende Bibliotheken für Gtk und Qt mit, sodass Entwickler darauf zugreifen können. ZBar ist definitiv der beste und schnellste QR-Code-Scanner für Linux, bei EAN-Codes braucht das Programm im Webcam-Modus manchmal etwas lange.