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KDE SC 4.5 verschoben – Das sind die wichtigsten Neuerungen

04.08.2010 Das KDE-Projekt arbeitet mit viel Schwung an zahlreichen Verbesserungen und stabilisiert zugleich die bestehenden Funktionen. Das Resultat heißt KDE 4.5 und erscheint mit einer Woche Verspätung am 10. August.

Das KDE-Projekt bringt im Monatsrhythmus neue Unterversionen sowie alle sechs Monate eine neue Hauptversion. Das Release der Version 4.5 war eigentlich schon für heute geplant. Um die zahlreichen Fehlerberichte, die nach der Veröffentlichung des Release Candidate 3 noch eingingen, in aller Ruhe beheben und auch den Distributoren genug Zeit für das Paketebauen zu lassen, hat das Release-Team sich nun dazu entschlossen, KDE SC 4.5 erst in einer Woche zu veröffentlichen. Die LinuxCommunity hat sich den Release Candidate 3 mit dem Codenamen "Canny" angeschaut und stellt darauf basierend die neuen Features der KDE SC 4.5 vor.

Neuer Systemabschnitt

Die vermutlich am schnellsten sichtbare Änderung betrifft den Systemabschnitt des KDE-Panels. Da einheitliche Symbole professioneller als ein kunterbuntes Durcheinander wirken, hat sich nach Ubuntu auch das KDE-Projekt dazu entschlossen, dem Systemabschnitt einen einheitlichen Look & Feel zu verpassen und die Anwendungssymbole in Graustufen darzustellen. Dadurch und durch die gleichzeitige Umstellung auf D-Bus lassen sich Gnome-Programme quasi nahtlos in den KDE-Systemabschnitt integrieren und umgekehrt.

Abbildung 1

Abbildung 1: Der neue Systemabschnitt in KDE SC 4.5 ist weniger bunt und wirkt dadurch professioneller.

Gleichzeitig haben sich auch ein paar Details im Systemabschnitt geändert. Dazu gehört ein überarbeitetes und in zahlreichen Belangen verbessertes Benachrichtungssystem (weniger aufdringlich, trotzdem detailliert) und eine neue Art, die nicht aktiven Symbole zu verbergen. In guter alter KDE-Manier hält auch Version 4.5 am Links- und Rechtsklickmenü fest: während also zum Beispiel bei Ubuntus Gnome-Version sämtliche Symbole nur auf eine Art und Weise reagieren, zeigen die Symbole im KDE-4.5-Systemabschnitt ein anderes Menü an, je nachdem ob man mit der rechten oder linken Maustaste daraufklickt.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die nicht aktiven Symbole klappen nun nach oben auf, nicht mehr seitwärts wie bei früheren KDE-Versionen.

Die Größe des Panels haben die Entwickler ebenfalls angepasst. In der Grundeinstellung ist das Panel der KDE SC 4.5 deutlich schlanker als in früheren Versionen. Damit einher gehen allerdings auch ein paar Rückschritte: so muss man das neue Panel relativ hoch machen, damit im Systemabschnitt die Symbole untereinander erscheinen. In früheren Versionen war das besser gelöst. Auch wirkt die Uhr neben den schönen neuen Symbolen ein wenig veraltet. Sehr gut weiß hingegen der separate Setup-Dialog des Systemabschnitts zu gefallen. Hier kann man sehr detailliert einstellen, welche Symbole ständig im Systemabschnitt verweilen sollen und welche KDE bei Untätigkeit ausschalten soll.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Einstellungen des Systemabschnitts lassen ein sehr präzises Setup zu.

Aktivitäten

Bug oder Feature? Die Geister streiten sich um die Frage der Aktivtäten der KDE Software Compilation. Mit Version 4.5 haben die Entwickler erneut einen Schritt in die richtige Richtung getan. Das Handling der Aktivitäten ist einfacher und vor allem verständlicher geworden. Das beginnt bereits beim Plasma-Menü in der oberen rechten Ecke. Es wirkt unter KDE 4.5 deutlich übersichtlicher und enthält ein neues Symbol für die Aktivitäten.

Abbildung 4

Abbildung 4: So viel kann ein Symbol ausmachen: Die Aktivitäten sind unter KDE SC 4.5 deutlich besser zu erkennen.

Wählt man den Eintrag Aktivitäten aus, erscheint nicht wie bei früheren KDE-Versionen eine verkleinerte Desktop-Ansicht, sondern ähnlich wie beim Miniprogramm-Hinzufügen eine leiste am unteren Bildschirmrand. Über diese Leiste kann man zwischen den einzelnen Aktivitäten wechseln und neue hinzufügen.

Abbildung 5

Abbildung 5: Der neue Dialog sorgt für mehr Übersicht als die verkleinerten Desktop-Ansichten früherer KDE-Versionen.

Weiterhin nicht genug elegant haben die KDE-Entwickler hingegen den Wechsel zwischen den Aktivitäten gelöst. Der eingestellte Shortkey [Alt]+[D], gefolgt von [Alt]+[A] funktioniert zwar auf einem leeren Desktop, wird jedoch in der Regel durch ein bereits laufendes Programm abgefangen. Zudem erscheint dann erst der Auswahldialog. Für einen schnellen Wechsel muss man somit selbst Shortcuts einrichten. Da wohl kaum jemand mit mehr als drei oder vier Aktivitäten arbeitet, wäre es zum Beispiel einfach, unter dem bereits vorhandenen Plasma-Symbol in der rechten Ecke weitere anzubringen und die jeweils aktive Arbeitsfläche farblich hervorzuheben.

Abbildung 6

Abbildung 6: Dieser Vorschlag der Redaktion könnte den Wechsel zwischen den Aktivitäten noch einfacher machen.

Neue Schaltzentrale

Im KDE-Kontrollzentrum haben die Entwickler ebenfalls aufgeräumt und die einzelnen Module besser gruppiert. So finden sich nun sämtliche Einstellungen für das Keyboard-Layout im Modul Hardware | Eingabegeräte | Tastatur. Bislang musste man das Layout (welche und wie viele Tasten) sowie die Sprache in zwei verschiedenen Modulen einstellen. Mit der neuen Anordnung alleine begnügt sich die neue KDE-Version hingegen nicht. Wer das erwähnte Modul zur Auswahl der sprachlichen Belegung anschaut, findet anstelle des gewohnten chaotischen Dialogs ein sauberes, klar strukturiertes Fenster.

Abbildung 7

Abbildung 7: Die Tastatureinstellungen befinden sich endlich in einem einzigen Modul.

Ebenfalls überarbeitet haben die KDE-Entwickler das Modul zur Auswahl der Fensterdeko. Es unterscheidet nun nicht mehr zwischen verschiedenen Engines, sondern zeigt nur noch die Themes an. Wird für ein bestimmtes Theme eine Engine benötigt, geschieht der Wechsel automatisch. Dadurch wirkt das Modul aufgeräumter und übersichtlicher. Leider gibt es mit einigen Themes ab und zu Darstellungsfehler, diese Probleme sollten sich aber relativ einfach beheben lassen.

Abbildung 8

Abbildung 8: Die Wahl einer Fensterdekoration ist deutlich einfacher geworden.

Diverses

Wer die Desktop-Effekte von KDE nutzt, wird mit Version 4.5 ein paar neue Effekte bemerken. So erscheinen nun Menüeinblendungen mit einem Verwisch-Effekt und anstelle des Fensterwechsels über [Alt]+[Tab] im Stil von Apples Cover Flow haben die KDE-Entwickler kurzfristig eine leicht abgeänderte Lösung auf die Beine gestellt. Letzterer Schritt war notwendig, da Apple ein Software-Patent auf den Cover-Flow besitzt.

Abbildung 9

Abbildung 9: Den Effekt für den Fensterwechsel per [Alt]+[Tab] haben die Entwickler leicht abgeändert.

Ebenfalls neu auf dem KDE-Desktop ist der Verwaltungsmodus Tiling des KDE-Fenstermanagers KWin. Er ordnet die Programmfenster stets so an, dass es keine Überlappungen gibt und verkleinert dabei die Fenster bei Bedarf automatisch.

Deutlich verbessert haben die KDE-Entwickler auch die Handhabung der Netbook-Version. Fügt man eine neue Aktivität vom Typ Tageszeitung hinzu, dann erscheinen die einzelnen Widgets sauber untereinander mit einem Setup-Symbol zur linken Seite. Das separate Plasma-Symbol für das Setup der Netbook-Oberfläche verschwindet zudem nicht mehr hinter dem KDE-Panel wie noch bei Version 4.4.4, sondern erscheint in der oberen linken Ecke, beziehungsweise unten links, falls der Nutzer das KDE-Panel am oberen Bildschirmrand nutzt. Wer auf der Netbook-Oberfläche scrollen möchte, muss dies zudem wie bei einem Touchscreen tun, also anfassen und schieben, nicht am Mausrad drehen.

Abbildung 10

Abbildung 10: Ein Schritt in die richtige Richtung: Die Netbook-Oberfläche wirkt deutlich aufgeräumter.

Analog zum OSD-Menü für die Lautstärke-Regelung erscheint nun auch ein kleines Menü auf dem Bildschirm, wenn man bei Notebooks die Hintergrundbeleuchtung regelt.

Abbildung 11

Abbildung 11: Das neue On-Screen-Menü für die Bildschirmhelligkeit.

Auch Dolphin hat ein paar Detailverbesserungen erfahren. Kopieren oder verschieben Sie per Drag & Drop mehrere Ordner, dann zeigt der KDE-Dateimanager diese als Minibild an. Das zusätzliche visuelle Feedback sorgt so für mehr Sicherheit und verhindert ein unerwünschtes Verschieben.

Abbildung 12

Abbildung 12: Im neuen Dolphin sieht man, dass man mehrere Dateien oder Verzeichnisse zum Verschieben oder Kopieren ausgewählt hat

Fazit

Die neue Version 4.5 der KDE Software Compilation macht einen rundum gelungenen Eindruck. Die Handhabung des Desktops und vor allem der Aktivitäten hat sich an zahlreichen Stellen verbessert, der komplette Desktop macht einen einheitlicheren Eindruck. Wir freuen uns schon auf das Release am 10. August.

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Kommentare
global shortcuts
Chani (unangemeldet), Samstag, 14. August 2010 19:38:11
Ein/Ausklappen

instead of alt-d, alt-a you can also use meta-q to open the Activity manager. and meta-tab to change activity. :)


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