Intel stellt überraschend Unterstützung für XMir ein

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Intel stellt überraschend Unterstützung für XMir ein

08.09.2013 Intel wird Canonicals X11-Ersatz XMir nicht mehr unterstützten. Die Entwickler entfernten jetzt den entsprechenden Programmcode aus dem quelloffenen Intel-Grafiktreiber.

Der Treiber hatte erst am 4. September eine Unterstützung für XMir erhalten. Nur drei Tage später entfernte Entwickler Chris Wilson den Code wieder. Als Grund hinterlegte er nur den kurzen Kommentar: „Auf Anweisung des Managements“ („Ordered-by: The Management.“). Anschließend erstellte er eine neue Vorabversion des Open-Source-Treibers xf86-video-intel. In dessen Ankündigung heißt es, dass das Intel-Management Canonicals Kurs weder billigen noch unterstützen würde. Aus diesem Grund würde man keine Patches mehr für XMir bereitstellen.

Die Gründe für Intels Rückzug dürften politischer Natur sein: Das Unternehmen ist an der Entwicklung von Wayland beteiligt, das allgemein als Nachfolger des in die Jahre gekommenen X-Servers gehandelt wird. Der Vater von Wayland, Kristian Høgsberg, ist derzeit sogar bei Intel angestellt. Mit Mir versucht Canonical, einen eigenen, zu Wayland konkurrierenden Ersatz zu etablieren. XMir setzt wiederum auf Mir auf und soll es ermöglichen, alte X-Anwendungen weiterhin zu betreiben. Durch den Rückzug von Intel muss Canonical ab sofort selbst die Treiber anpassen.

Mir läuft derzeit nur auf Systemen mit freien Grafikkartentreibern und soll erstmals in Ubuntu 13.10 zum Einsatz kommen. Die Ubuntu-Derivate Kubuntu und Xubuntu haben bereits angekündigt, Mir vorerst nicht einsetzen zu wollen. Somit bleibt derzeit Ubuntu die einzige Distribution, die auf Mir setzt.

Nvidia und AMD unterstützten Mir derzeit nicht. Die freien Treiber für AMD- und Nvidia-Karten xf86-video-ati und xf86-video-nouveau sowie die OpenGL-Bibliothek Mesa musste Canonical bereits selbst anpassen, um sie so unter Mir und XMir nutzen zu können.

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