Hinter Gittern
Im Test: Windows Phone 7 aus Linux-Sicht
Der Marktplatz
Die Suche im Marketplace von Windows Phone 7 führt stets über sämtliche Einträge im Shop. Da sich darunter auch Musikalben befinden, muss man sich in der Regel zunächst durch zahlreiche Albeneinträge kämpfen, bevor man das gewünschte Spiel findet. Die Marketplace-App ist im direkten Vergleich zum Android Market schöner gestaltet aber weniger praktisch. Gut fanden wir hingegen, dass es nicht von jedem Spiel einen separaten Eintrag für die Demoversion und die Vollversion gibt sondern man sämtliche Titel zunächst testen kann.
Nicht gut
Windows Phone 7 unterstützt kein Multitasking (siehe Kasten). Das sorgt in erster Linie bei Spielen für Frust, denn allzu leicht passiert es im Eifer des Gefechts, dass man während eines Spiels auf die Suchtaste oder ein der zwei vorhandenen Standardtasten tippt. Bei den meisten Spielen ist damit Game Over und man kann höchstens hoffen, dass man nach einem Druck auf den Zurück-Button das Spiel fortsetzen kann. In den meisten Fällen muss man aber von Vorne anfangen.
Ebenfalls nicht besonders gut fanden wir den integrierten Browser. So ist zum Beispiel die Eingabe einer Adresse nur im Hochformat möglich, drehen Sie das Gerät ins Querformat, dann dürfen Sie nur noch browsen, keine Eingaben mehr machen. Microsoft setzt zudem auf die hauseigene IE-Engine, Webkit hat aber deutlich mehr zu bieten.
Der Nutzer hat unter Windows Phone 7 keinerlei Kontrolle über die Möglichkeiten der einzelnen Anwendungen. Es gibt keine Hinweise, welche Dienste des Smartphones die installierte App benutzen darf/will. Man ist hier also komplett auf das Vertrauen in Microsoft angewiesen.
Ohne Multitasking
Im Gegensatz zu Android unterstützt Windows Phone 7 kein Multitasking. Das fällt bei der üblichen Nutzung zunächst nicht negativ auf. Die meisten Apps setzen sich genau dort fort, wo man sie beendet hat, "gespürt" reagiert Windows Phone 7 somit wie ein Android. Was es genau bedeutet, ohne Multitasking-Support auskommen zu müssen, merken Sie am besten, wenn Sie die App Kitchen Timer Touch installieren. Starten Sie hier einen Timer – zum Beispiel von fünf Minuten für einen Tee – und möchten dann kurz die Mails lesen oder etwas im Internet nachschauen, dann arbeitet das Programm dabei nicht im Hintergrund weiter. Sie können zwar problemlos wieder zur Kitchen-Timer-Anwendung zurückwechseln, vergessen Sie jedoch diesen Schritt (weil soeben noch zwei sehr interessante Mails reinkamen), dann bleibt der Timer stumm – den geliebten Schwarztee können Sie dann wegschütten.
Zudem benötigt Windows Phone 7 für den Wechsel von einer App zu einer zweiten recht lange und in den meisten Fällen erscheint beim Wechsel ein Wartebildschirm. Die Wartezeiten soll aber das für den Februar geplante erste Update von Windows Phone 7 verkürzen. Multitasking-Support plant Microsoft hingegen nicht.



