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Hinter Gittern

Im Test: Windows Phone 7 aus Linux-Sicht

03.02.2011 Microsoft versucht schon seit Jahren, mit Windows nicht nur auf dem Desktop und auf Servern Fuß zu fassen, sondern auch auf Mobiltelefonen. Mit Windows Phone 7 nimmt Redmond einen neuen Anlauf – wir haben uns zwei Geräte und das OS angeschaut.

Für alle Leser, die sich jetzt wundern, was ein Test von Windows Phone 7 auf der LinuxCommunity zu suchen hat, hier zunächst die wichtigsten Informationen: Windows Phone 7 ist eine komplett geschlossene Plattform und in vielen Bereichen sogar noch weniger offen als iOS von Apple. Smartphones mit WP7 lassen sich nur über Zune verwalten. Die Geräte lassen sich weder als USB-Massenspeicher ansprechen noch kann man ohne Zune ein Firmware-Upgrade durchführen. Für Hardcore-Linux-Nutzer ist der Test somit hier zu Ende, wer sich für die Details interessiert, darf weiterlesen.

Quadratisch, praktisch

Die neue grafische Oberfläche von Windows Phone 7 nennt sich Metro und ist an den viereckigen Kacheln auf den ersten Blick zu erkennen. Wer schon einmal ein Android-Smartphone oder ein iPhone in den Fingern hatte, wird sich damit schnell zurecht finden. Die von der Redaktion getesteten Geräte – das Mozart 7 von HTC und das Optimus 7 von LG – machten in den Tests einen guten Eindruck, wobei das Mozart 7 in puncto Formfaktor und Display das leicht bessere Preisleistungsverhältnis bietet. Das Mozart 7 besitzt zudem einen sehr guten Soundchip und SRS-Support.

Smartphones mit Windows Phone 7 verfügen über identische Grundparameter: CPU mit 1 GHz, mindestens 512 MByte RAM, 8 GByte interner Speicher, Touchscreen mit 800 x 480 Pixeln und drei Tasten für die Bedienung. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal von Windows Phone 7 gegenüber Android ist die fehlende (Kontext)Menü-Taste. Windows Phone 7 verzichtet so gut wie möglich auf Kontextmenüs, was die Bedienung im direkten Vergleich mit Android an vielen Stellen erleichtert, aber auch für viel Verdruss sorgt.

Generell gibt es an der Bedienung von Windows Phone 7 nichts auszusetzen. Das System reagiert flüssig, die Effekte sind gut gemacht und wenn auch ein oder zwei mal ein "Hoppla, das hätte nicht passieren sollen" Hinweis erschien, gab es keine Abstürze oder ähnlich gravierende Probleme. Sehr gut gefiel in den Tests auch die Tastatur von WP7 mit unterschiedlichen Tastentönen je nachdem ob man einen Buchstaben oder ein anderes Zeichen berührt. Auch die Platzierung des Cursors in einem Text funktioniert deutlich einfacher als bei Android.

Abbildung 1: Das HTC Mozart 7 gleicht dem Nexus One, hat aber Windows Phone 7 an Bord, kein Android.

Spielen

Das Spieleangebot von Windows Phone 7 umfasst zwar im direkten Vergleich zu iOS oder zu Android deutlich weniger Titel, beschränkt man sich aber auf die grafisch wirklich ansprechenden und gut gemachten Titel, dann ist das Angebot recht gut. Einer der Top-Titel – Need for Speed – braucht sich hinter Asphalt 5 nicht zu verstecken, hat aber in puncto Grafik nicht wirklich mehr zu bieten. Das einzige Spiel, das es bislang nur für WP7 gibt und auch wirklich Spaß macht, ist Ilo und Milo [2]. Es wurde ursprünglich auf und für Android entwickelt [3], Microsoft scheint hier also etwas nachgeholfen zu haben.

Extrem nervig im Marketplace von Windows Phone 7 sind die vielen Puzzles. Es gibt praktisch für jede Comicfigur und was auch immer ein Puzzle als eigenständige App. Ebenfalls nicht besonders gut fanden wir bei einigen Spielen die deutsche Übersetzung (zum Beispiel Rise of Glory). Hier scheinen sich einige Studios einfach bei Google Translate bedient zu haben.

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Kommentare
Sinnloser Versuch
Zettmaster (unangemeldet), Sonntag, 06. Februar 2011 23:15:04
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Irgendwie kommt Microsoft nicht klar damit, das andere Firmen bessere, kostenfreie, offene und innovativere Produkte anbieten. Nun schnell noch mitmischen wollen. Schon klar wenn man bedenkt das Googles Android 3 auch gefährlich nah an bestehenden Desktop Installationen schrammen könnte. Die mündigen Bürger könnten theoretisch, weil vom Smartphone bekannt, auch Android als Desktop Betriebssystem einsetzen. Für Microsoft wäre es das Ende wenn sich ein offenes Betriebssystem mit freien Codecs und Schriften etc. als Selbstverständlichkeit und Quasi Standard auf über 30% Marktanteil verbreiten würde. Softwarefirmen müssten Produkte nicht nur auf Microsoft anbieten um zu überleben. So wird sich, meiner Meinung nach, keiner der iPhone OS oder Android kennt Windows Phone7 zulegen. Ich habe nichts gegen Wettbewerb, aber wer Microsoft kennt wird bald Angst haben müssen das wieder alle Wettbewerber, wie beim Desktop, nur eine Suppe löffeln können, die nicht jedem schmeckt und auch noch was kostet.


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Also jetzt ist Klar:
Arne (unangemeldet), Sonntag, 06. Februar 2011 07:47:49
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M$ hat auf all Ebene verloren.
Fuer Mich jedenfalls.

Gruess,
Arne



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kein Multitasking
AL (unangemeldet), Freitag, 04. Februar 2011 08:50:23
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kein Multitasking: Das sagt schon alles


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Re: kein Multitasking
AL (unangemeldet), Freitag, 04. Februar 2011 08:55:08
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Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass das wieder so etwas ist, wo MS gerne mitmischen will und so irgendetwas auf den Markt drängt, nur um etwas vorzeigen zu können.

Die wollen ja überhall ihre Hände mit drin habbben. Sogar im Zirkus.
Anders ist das clownhafte Auftreten des Zirkusäffchens S. Ballmer nicht zu deuten.



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Kaum zu glauben
Schugy (unangemeldet), Donnerstag, 03. Februar 2011 20:35:20
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Sehr gut, dass Ihr auch mal ueber den Tellerand schaut und die Verwendbarkeit mit Linux ausotet - auch wenn das Ergebnis nach dem Beginn des Vorhabens quasi sofort feststeht.

Da der Dateizugriff wie bei Android generell ein Muss ist, sollte Android um ein freies, wohldefiniertes Synchronisationsprotokoll erweitert werden (lokal, keine privaten Daten ungewollt ins Web), aber der Dateizugriff nicht ersetzt werden,

Dass in Windows Phone 7 allerdings ein Taskwechsel bei einer zur Zeit laufenden Anwendung (mehr geht ja nicht), 1GHz CPU und 512 MB RAM lange dauern soll, ist kaum zu glauben.

ARM-Programme sollen weniger Speicher als z.B. x86-Programme benoetigen, so dass ich einen blitzschnellen Wechsel erwarten wuerde.

Allgemein unterstuetzt schon mein olles HB620T von LG (kein Smart-Phone) fuer die Grundfunktionen Multitasking, auch wenn die Java-VM immer nur ein J2ME-Programm zur Zeit ausfuehrt und der Wechsel zwischen Jimm und Opera Mini oder Google Maps einige Sekunden dauert.

Wer will sich da noch in die Zeit von Windows 3.1 versetzen lassen?


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Re: Kaum zu glauben
Frank (unangemeldet), Mittwoch, 09. Februar 2011 09:45:01
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Hmmm, ich teile die gebgrenzte Begeisterung für WP7.
Aber warum tun hier alle so, als wäre Android besser?
OK, es ist Open Source. Aber da war's auch schon. Die Daten liegen alle bei Google auf dem Server, jede Firma kocht ihr eigenes Süppchen in Punkto Oberfläche und Design, und verzichtet dadurch auch schon mal aus Kostengründen darauf, die Updates von Google einzuspielen, weil sie das an ihre Veränderungen anpassen müssten.

Und Android als Desktop System??? Nein danke!!!
Dann kann ich Google gleich alles melden und meine Datenhosen
runterlassen...

Fazit für mich: Die Riesen schenken sich untereinander nichts.
Ob Apple, Windows oder Google, man muss sich höllisch in acht nehmen.....


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Android ist deutlich besser als WP7
max. (unangemeldet), Mittwoch, 09. Februar 2011 11:50:24
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Android _ist_ definitiv besser. Man kann es als USB-Massenspeicher anschließen, eigene Firmware installieren und eigentlich alles damit machen, was man auch mit einem normalen Linux-System machen kann. Windows Phone 7 hat vielleicht die etwas schickere Oberfläche, aber das war's dann auch schon...


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Re: Android ist deutlich besser als WP7
Grummty (unangemeldet), Montag, 14. Februar 2011 14:06:16
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Nun ja, ob Android besser ist als WP7 mag dahingestellt sein. Für den Nutzer, der das Phone einfach nur benutzen will ohne viel zu basteln und zu schrauben, für den ist WP7 doch genau das Richtige. Es kommt doch immer darauf an was man mit dem Teil will. Im übrigen lässt sich auch das Iphone nicht über USB als Massenspeicher verwenden und ist nur über Itunes zu verwalten. Es scheint in gewissen Kreisen schick zu sein über Microsoft herzuziehen; aber mit WP7 ist denen mal was wirklich Gutes gelungen; sicherlich noch ausbaufähig, aber immerhin.


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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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