In SuperTux springt das Linux-Maskottchen durch unwegsames Gelände, um seine entführte Freundin Penny zu retten. Das klassische Jump and Run-Spiel begeistert seit nunmehr zehn Jahren große und kleine Spieler.
Ausgerechnet bei einem gemütlichen Picknick entführt der fiese Drache Nolok die liebreizende Pinguindame Penny. Ihr Freund Tux kann dies selbstverständlich nicht auf sich sitzen lassen und macht sich umgehend auf den Weg zu Noloks Schloss. Die Hintergrundgeschichte ist damit nicht nur vollständig erzählt, sie dürfte älteren Spieler vielleicht auch bekannt vorkommen.
Bleibt alles anders
SuperTux bedient sich unübersehbar beim alten Videospielklassiker Super Mario Bros. So blickt der Spieler genau wie im Vorbild seitlich auf die von rechts nach links scrollenden Landschaften. Mit einem gezielten Tastendruck hüpft der Held über Abgründe oder erklimmt höher gelegene Plattformen.
Zu Beginn des Spiels ist der kleine Pinguin noch recht wehrlos. Erst im Level verteilte Bonusgegenstände lassen ihn wachsen oder statten ihn mit Feuerbällen aus. In der Regel sind diese nützlichen Objekte in bunten Steinen versteckt, die man mit einem gezielten Sprung von unten zerstören muss.
Happy Birthday!
Auch wenn man es dem Spiel und der niedrigen Versionsnummer nicht ansieht: SuperTux feierte am 11. April bereits seinen zehnten Geburtstag. Insbesondere die Grafiken haben sich im Laufe der Jahre stark verändert. Als Bill Kendrick die erste Version von SuperTux der Öffentlichkeit präsentierte, musste das Spiel noch mit kargen Landschaften und einem nicht animierten Hauptdarsteller auskommen. Erst fünf Jahre später erhielt das Spiel die liebevoll per Hand gezeichneten Grafiken, wie man sie heute kennt. Eine kleine Zeitreise erlaubt die Screenshotsammlung auf der SuperTux-Homepage [2].
Die lange Entwicklungszeit hat auch einen kleinen Versionsmischmasch hinterlassen. So trägt die aktuelle stabile Version die Nummer 0.1.3, auch kurz Milestone 1 genannt. Sie umfasst 26 Level und 9 verschiedene Gegnertypen, sowie einen Editor, mit dem jeder Spieler mit wenigen Mausklicks neue Level basteln kann.
Allerdings ist auch diese Version noch nicht fertig. So spielt sie ausschließlich in einer kühl blauen Eiswelt. Erst in der nächsten Version, dem Milestone 2, erforscht Tux auch ein Waldgebiet. Wer dort bereits jetzt einen Streifzug unternehmen möchte, installiert die Entwicklerversion 0.3.3. Gegenüber ihrem Vorgänger kann sie mit größeren Leveln umgehen, die zudem jetzt in alle Richtungen scrollen. Insbesondere in den Waldgebieten muss der Held hohe Gerüste erklimmen und tiefe Höhlen erforschen. Sein Leben erschweren zudem bewegliche Plattformen. Der Level-Editor wurde allerdings aus dem Spiel entfernt und in ein eigenständiges Programm ausgelagert.
Schnellstart
SuperTux liegt bereits seit Jahren jeder guten Distribution bei. Zur Installation genügt folglich ein gezielter Griff zum Paketmanager. Dabei sollte man jedoch aufpassen, welche Version man einspielt. Der Milestone 2 ist auch als SuperTux-2 bekannt.
Sollte die Version 0.3.3 nach dem Start kein Deutsch sprechen, wechselt man zunächst in den Options zum Punkt Select Language und wählt dort die entsprechende Übersetzung (German).
Nach einem Start Game wählt man zunächst einen freien Speicherslot, anschließend führt SuperTux mit einer kleinen Animation in die Rahmenhandlung ein. Wer die Geschichte bereits kennt, kürzt mit [Esc] ab. Auf einer Karte darf man nun den nächsten zu spielenden Level wählen. Zu Beginn ist man auf einen kleinen Einführungslevel festgenagelt.
Tux bewegt man mit den Pfeiltasten, mit der Leertaste springt er. Die linke [Strg]-Taste löst spezielle Aktionen aus. Beispielsweise schießt sie kleine Feuerbälle auf die Gegner ? vorausgesetzt man hat vorher den entsprechenden Bonusgegenstand eingesammelt. Geht man unter der Version 0.3.3 eine Weile in die selbe Richtung, beginnt der Held zu rennen. Unter der alten Version 0.1 erreicht man dasselbe, indem man beim Gehen die linke [Strg]-Taste drückt. Damit kommt man nicht nur schneller voran, im Laufen vollführt Tux auch höhere Sprünge.
Fazit
SuperTux erfindet das Rad nicht neu. Stattdessen klaut das Jump-and-Run-Spiel gekonnt bewährte Konzepte, die es unter einer knuffigen Grafik versteckt. Die Hintergrundgeschichte fällt genretypische recht dünn aus und ist somit bestenfalls als nettes Beiwerk anzusehen. Der Levelaufbau könnte zudem noch etwas Feinschliff vertragen. Nichtsdestotrotz bereitet SuperTux kleinen wie großen Kindern auch nach 10 Jahren viel Spaß. Wer diesen Klassiker unter den Linux-Spielen noch nicht ausprobiert hat, sollte dies schleunigst nachholen. Alle andere halten im Internet nach neuen Leveln Ausschau oder basteln mit dem Leveleditor eigenen Nachschub.
Im Internet ist derzeit eine 3D-Fassung in Arbeit, die außer einem watschelnden Pinguin auf einem weißen Rechteck allerdings noch nicht viel vorzuweisen hat [3].
SuperTux-Details
| Bezugsquelle: | http://supertux.lethargik.org |
| Lizenz: | GPL |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktivierte 3D-Beschleunigung |
Infos
[1] SuperTux Homepage: http://supertux.lethargik.org
[2] SuperTux Screenshots: http://supertux.lethargik.org/wiki/Screenshots
[3] SuperTux 3D: http://supertux.lethargik.org/




