Linux Defenders gegen unsinnige Software-Patente

Gegen den Patent-Wildwuchs

Gegen den Patent-Wildwuchs

15.12.2008
Die Vereinigung Open Invention Network (OIN) hat ein Programm namens Linux Defenders ins Leben gerufen. Hier sollen Technikschaffende dazu beitragen, unsinnige Software-Patente aus der Welt zu schaffen.

Das Open Invention Network ist eine Organisation, die innovative Software-Technologien im Open-Source Bereich fördern will, unterstützt von Unternehmen wie Red Hat, IBM, Novell oder Sony. Mit dem neuen Projekt Linux Defenders will die Organisation den aktuellen Stand der Technik leichter zugänglich machen und damit Hilfsmittel liefern, um die Qualität von Patenten zu verbessern. Finanziell unterstützt wird das Projekt von den Open-Source-Juristen des Software Freedom Law Center (SFLC) und der Linux Foundation, der Stiftung hinter dem freien Betriebssystem.

Eben Moglen, Rechtsprofessor und Vorsitzender des SFLC, erläutert, warum seine Organisation das Projekt unterstützt: "Zahlreiche Patente schlechter Qualität haben das Potential, Innovation zu behindern." Auch der Geschäftsführer der Linux Foundation, Jim Zemlin hält das Programm für eine wesentliche Bereicherung für die Open Source Community und hofft, dass sich Open-Source-Entwickler dank des Projekts besser auf ihre Arbeit konzentrieren können. Er sieht darin ein Hilfsmittel, das "die Ablenkung einschränkt, die Organisationen verursachen, indem sie das Spiel von Furcht, Unsicherheit und Zweifel (FUD) spielen."

Das Projekt richtet sich sowohl an Organisationen wie auch an Einzelpersonen, die in irgendeiner Weise mit Patenten zu tun haben: Zum einen die Technikschaffenden selbst, aber auch Patentanwälte oder Mitarbeiter von Patentbehörden. Hierzu beitragen soll beispielsweise die Veröffentlichung von Referenztechnologie (prior art), die relevant für den technologischen Fortschritt ist. Diese soll von Prüfern genutzt werden, um Patentanträge effektiver zu prüfen und sicherzustellen, dass nur wirklich neue Ideen patentiert werden.

Keit Bergelt, CEO des Open Invention Network, ist überzeugt, dass es Open Source hilft, wenn es weniger Patente schlechter Qualität gibt. Er erläutert: "Sonst könnten diese (Patente) von Patenttrollen oder Strategen genutzt werden, deren Verhalten und Geschäftsmodell im Gegensatz zu echter Innovation stehen und die sich deshalb von Linux bedroht sehen."

Das Open Invention Network stellt die Informationen auf einer eigenen Webseite namens linuxdefenders.org kostenlos zur Verfügung und will alle erreichen, die diese Technologien schaffen oder die Organisationen und Personen, die mit Patenten und Handelsmarken befasst sind.

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