Ganz passabel

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Chromium-Browser im Kurztest

27.05.2009
Seit rund einer Woche befindet sich die Community-Version des Google-Browsers Chrome im Status "alpha". Grund genug, sich den Browser etwas näher anzuschauen.

Von Google selbst gibt es immer noch keine offizielle Linux-Version des Browsers Chrome. Umso rasanter entwickelt sich das Chromium-Projekt, welches den Quellcode von Chrome bereitstellt. In der neuesten Version zeigt der Browser beim Start nicht länger ein rotes Warnschild an, sondern weist darauf hin, dass sich Chromium im Alpha-Zustand befindet.

Baustellen

Wer einen vollwertigen Ersatz für Firefox sucht, wird an Chromium noch keine Freude haben. Der neue Browser unterstützt weder Flash noch andere Plugins, auch einen Drucker-Support vermisst man zurzeit noch vergebens. Ein Menüeintrag für den Import von Bookmarks und anderen wichtigen Daten existiert zwar bereits, aber auch hier sind die eigentlichen Funktionen noch nicht implementiert. Im aktuellen Status eignet sich Chromium somit in erster Linie als schneller Browser und als Preview auf ein eventuelles Release von Google.

Gut gelöst

Chromium arbeitet schnell. Das merkt man bereits beim ersten Start. Der Browser lädt die LinuxCommunity rund zwei Sekunden schneller als Firefox 3.0.10, auch das Navigieren innerhalb der Site geht deutlich flotter vonstatten als mit dem Feuerfuchs. Der Google-Browser zeigt auf dem gleichen Bildschirm mehr Inhalte an, da er auf die bei Firefox ziemlich breite Statuszeile verzichtet.

Durch die zusätzliche Statuszeile braucht Firefox (links) mehr Platz als Chromium. Der Google-Browser zeigt zum Beispiel Links als Popup an.

Ebenfalls deutlich besser schlägt sich Chromium beim Vergrößern von Seiteninhalten. Während Firefox hier Grafiken bereits in der niedrigsten Zoomstufe mit deutlichen Artefakten darstellt, ist bei Chromium praktisch kein Unterschied zwischen dem Original und der vergrößerten Version zu sehen.

Bei Firefox (links) zeigen sich bereits in der ersten Zoomstufe deutliche Artefakte um das LC- und das Linuxtag-Logo.

Sehr gut gefiel in den Tests auch die Incognito-Funktion. Öffnet man einen neuen Tab oder ein Fenster im Incognito-Modus, dann löscht Chrome für die darin aufgerufenen Seiten nach dem Schließen sämtliche Cookies, die History und weitere eventuelle Spuren. Unliebsame Seiten von Hand manuell aus der History zu löschen, gehört somit der Vergangenheit an, falls man nicht vergisst, rechtzeitig ein Incognito-Fenster zu öffnen.

Sehr gut gefiel uns auch der Übersichtbildschirm, der erscheint, wenn man einen neuen Tab öffnet. Er zeigt die zuletzt besuchten Seiten und -- sehr nützlich -- eben geschlossenen Tabs an. Auch hier kann allerdings eine Kombination aus Incognito-Modus und Standardmodus nötig sein, damit gewisse Seiten nicht auf dem Übersichtsbildschrim erscheinen.

Sehr praktisch: beim Öffnen eines neuen Reiters zeigt Chromium eine Übersicht der zuletzt besuchten Seiten an.

Ebenfalls punkten kann der schlanke Browser beim Speicherverbrauch. Bei Tests mit vier geöffneten Seiten (linux-community.de, linux-magazin.de, nzz.ch und linux.com) kommt Chromium auf 2,6 MByte RAM-Verbrauch, Firefox benötigt für die gleichen vier Tabs zwischen 7,7 MByte (ohne Flash) und 9,3 MByte (mit Flash).

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