Schlankes NAS statt dickem Server

Free/Open-Source-NAS und Small Business Server im Schnelltest

Free/Open-Source-NAS und Small Business Server im Schnelltest

05.08.2010
Wer zuhause oder im kleinen bis mittelständischen Unternehmen einen File- oder Small-Business-Server aufsetzen will, sollte sich die zahlreichen verfügbaren Free-/Open-Source-NAS/SBS ansehen.

Gründe für den Einsatz gibt es zahlreiche: Meist soll dazu vorhandene, stromsparende oder ältere Hardware eingesetzt werden, gelegentlich steht auch die Realisierung kundenspezifischer Lösungen im Fokus. Auch Open Source oder geringe Kosten sind oft ein Killer-Kriterium. Viele Anwender nutzen auch heterogene Systeme und wollen ihre zentralen Daten nicht auf proprietären Systemen speichern.

Meine Anforderung: Einen freies NAS / Small Business Server selbst zu bauen, um bei diversen Leuten den vorhandenen Win-XP-Server oder Windows Home Server zu ersetzen in einer Umgebung, in der sonst nur Windows-Clients existieren. Es werden spezialisierte Linux-/FreeBSD-Distributionen getestet, die dennoch frei verfügbar sind. Zu jedem System bietet der Hersteller Dienstleistungen an, die Sie über das eine oder andere Hindernis hieven, das bei Ihnen speziell auftreten kann. Ich habe bei jedem NAS/SBS getestet, ob neben Windows XP auch über den SMB-Konnector von Mac OS 10.6 (Intel) auf das System zugegriffen werden kann, dies hat in allen Fällen funktioniert. Die angepeilte Useranzahl ist 3-25. Ein einfach zu administierender File-Server ist Bedingung, ein Print-Server ist erwünscht. Die Administration muss komfortabel über ein Web-Frontend möglich sein.

Da ich keine Lust zum Putzen meiner Wohnung hatte, habe ich mir mal viel Zeit genommen und alle folgenden Systeme der Reihe nach heruntergeladen, auf dem Testsystem installiert und auf meine Bedürfnisse getestet. Es wurde für den Server ein NVIDIA MCP67-basierendes Board mit Athlon64 X2 4400+ verwendet. Als Basis-Festplatte für das Grundsystem wurde eine eine 64-GByte-SATA-MLC-SSD Verwendet, auch das DVD-Laufwerk war eine SATA-Version. Die zusätzlichen Storage-Festplatten (zwei mal je 320 GByte im angepeilten RAID-1-Verbund) wurden altmodisch über 80-pol IDE angebunden -- das muss ja schliesslich auch gehen. Arbeitsspeicher (Shared mit Onboard-Grafikkarte) war 2 GByte. Diese Hardware-Kombination wurde gewählt, weil sie gerade hier herumgestanden ist, einen weiteren Grund gab es nicht. Ausserdem stellt das einen guten Durchschnitt in meinen Augen dar, der funktionieren muss.

Im Kurztest müssen sich beweisen: OpenFiler, FreeNAS, CryptoNAS, Eisfair, SME Server, eBox und ClearOS.

NAS (OpenFiler, FreeNAS)

Beide NAS-Systeme sind dafür ausgelegt, auf einem relativ schwachen Prozessor zu laufen, und das Basis-System soll auf einem kleinen Flash-Laufwerk Platz haben. Danach können über die Web-Oberfläche beliebige Laufwerke über USB, IDE/SATA oder iSCSI hinzugefügt und zu Volume Gruppen kombiniert werden. Will man das auf einem klassischen PC installieren, muss dieser Umstand berücksichtigt werden, z. B. ist eine kleine SSD für das System und 2 grosse Platten für das Software-RAID1 vorzusehen. AD/LDAP-Anbindung ist selbstverständlich möglich, ebenso Einbindung in fast jedes komplexe heterogene Netzwerk-Szenario. Daher sind auch umfanreiche Konfigurationsmöglichkeiten vorhanden, die den Einsteiger schnell überfordern. Das Forum hilft jedoch in allen Fällen weiter. FreeNAS ist FreeBSD-basierend, deshalb hat man evtl. Treiberprobleme beispielsweise mit externen Gigabit-Netzwerkkarten, wie ich erfuhr, im Gegensatz zum Linux-basierenden OpenFiler. Diesen Umstand gilt es zu überprüfen. Mit dem vorhandenen Test-System funktionierte jedoch alles. Print-Server ist erstmal nicht dabei, kann aber eventuell integriert werden. Beide Systeme erledigen die ihnen zugedachten Aufgaben sehr gut. Lediglich die insgesamte Transfer-Leistung über das Netzwerk soll bei diversen kommerziellen NAS höher sein, wäre in meinem Fall aber kein K.O.-Kriterium. Das OpenFiler ISO ist 315 MB groß, FreeNAS 72 MB.

OpenFiler Web-Frontend
FreeNAS Benutzerinterface

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Kommentare
Nexenta ZFS-Server ab 1GB RAM
Günther Alka (unangemeldet), Freitag, 06. August 2010 15:01:32
Ein/Ausklappen

Nexenta ZFS - Server
hat in etwa die gleichen Hardware-Vorraussetzungen wie Ubuntu, also Arbeitsspeicher ab 1GB und Systemplatte (auch USB-Stick) ab 4 GB. Nexenta ist ja auch quasi Ubuntu mit Opensolaris Kernel.

Was Datensicherheit, Handling und Erweiterbarkeit des Datenpools, Vermeiden von schleichenden Speicherfehlern ("Datenrost") , Windows ACL's aber auch anderes wie z.B. ISCSI (z.B. für Apples Time-machine) angeht, spielt Opensolaris und damit auch Nexenta in einer komplett anderen Liga und ist den anderen in vielen Punkten Jahre voraus. Von der OS-Installation geht es sicher so einfach wie Ubuntu, anderes wie z.B. den SMB-Server aufsetzen, geht sogar erheblich einfacher.

Setup: http://193.196.158.121/napp-it.pdf
Testinstallation: http://www.napp-it.org/pop.html

gea


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