Fraktales Feuerwerk

Jeder rote Punkt entspricht einem Planeten

Das Actionspiel Polynomial zeigt die künstlerische Seite der Mathematik

11.07.2009
Polynomial ist ein einfacher 3D-Weltraum-Shooter im Geiste von Wing Commander. Gegenüber der Konkurrenz generiert das Linux-Spiel jedoch sämtliche Szenarien aus mathematischen Formeln – und das mit optisch beeindruckenden Ergebnissen.

Direkt nach dem Spielstart findet man sich im Cockpit eines kleinen Raumschiffs wieder, von dem man aus in ein buntes Weltall blickt. Die Anordnung der Sterne bestimmen mathematische Formeln, die sich ansonsten um die Berechnung von Fraktalen kümmern. Wie die Funktionen genau aussehen, behält Entwickler Dmytry Lavrov jedoch für sich. Da Polynomial nur als fertiges Binary vorliegt, kann man auch nicht im Quellcode nachsehen. Immerhin bringt die Vollversion auch einen Editor mit, so dass man sich selbst Fraktalbilder basteln kann.

Jäger und Sammler

Ziel des Spiels ist es, die rot markierten Gegner abzuschießen und alle grünen Dinger einzusammeln. Um die Sache etwas zu erschweren, schießen die roten Punkte zurück. Bei zu ausgiebigem Einsatz der Laserkanone überhitzt das eigene Schiff, bis es schließlich in einer Rauchwolke aufgeht. Um die Lebensenergie zu regenerieren, fliegt man in die Nähe von Sternen – also genau den Kugeln, die von den mathematischen Funktionen strategisch im Raum verteilt wurden. Für jede Aktion vergibt das Spiel Punkte – oder zieht im Fall einer Selbstzerstörung wieder welche ab.

Die Steuerung ist ebenso einfach wie eingängig: Mit der Maus blickt man sich um, die Tasten [W] und [S] beschleunigen beziehungsweise bremsen ab, mit [A] und [D] rollt das Schiff um die eigene Achse und die linke Maustaste feuert Energiebälle ins All.

Noch ist alles ruhig im weiten All.

Die Pfeile an den Bildschirmrändern zeigen an, in welcher Richtung sich Gegner (rot) und Bonusgegenstände (grün) befinden. Das Radar in der unteren linken Bildschirmecke bietet eine zusätzliche Orientierungshilfe.

Wer die mitgelieferten Sternen-Arenen ausgiebig erkundet hat, darf im eingebauten Editor eigene Level entwerfen – oder ihn einfach zur Erstellung von schönen Grafiken verwenden. Dazu muss man lediglich ein paar Zahlen eintippen, die Sternenformation berechnet das Spiel dann selbständig. Wie die einzelnen Werte das Ergebnis genau beeinflussen, bleibt aber unklar.

Schon nach wenigen Sekunden wird eifrig geschossen.

Trotz Editor kann die Jagd nach dem Highscore nicht langfristig motivieren, dafür bleibt das Spielprinzip zu simpel. Wing Commander, Elite oder Privateer-Fans vermissen schnell eine Hintergrundgeschichte und fordernde Missionen. Durch die grenzenlose Bewegungsfreiheit verlieren Neulinge in diesem Genre zumindest am Anfang häufig die Orientierung. Deshalb sollten auch all diejenigen das Spiel mit der Kneifzange anfassen, die schnell an so genannter Motion Sickness leiden.

Hier bahnt sich eine gigantische Explosion an.

Fazit

Polynomial liegt derzeit nur in einer ersten Preview-Fassung vor, die es zudem in gleich zwei verschiedenen Ausführungen gibt: Während die kommerzielle Vollversion mit insgesamt 30 Leveln lockt, umfasst die kostenlose Demoversion lediglich 10 ausgewählte Szenarien und obendrein noch einen kastrierten Editor, der keine Karten speichert. Laut Dmytry Lavrov erhalten Käufer des Previews die finale Version kostenlos. Sie wird weitere Funktionen, wie etwa einen Multiplayer-Modus enthalten und deshalb wahrscheinlich für Neukunden noch einmal im Preis steigen.

Ob einem die 15 Euro für ein extrem simples Ballerspiel mit zugegebenermaßen hübschen Optik wert ist, sollte man am besten anhand der Demoversion selbst entscheiden. Polynomial läuft allerdings aufgrund der Abhängigkeiten nur unter aktuellen Distributionen mit aktivierter 3D-Beschleunigung und gibt sich relativ wählerisch bei der Grafikkarte.

Systemvoraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution und Grafikkarte mit aktivierter 3D-Beschleunigung.

Bezugsquelle: http://dmytry.pandromeda.com/games/buy_polynomial.html

Preis: 15 Euro

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