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Ein bisschen Overclocking

44-faches oggenc mit dem Phenom II unter Linux

30.01.2009 Für richtiges Overclocking braucht man flüssiges Helium und flüssigen Stickstoff. Hobby-Bastler öffnen im Winter einfach das Fenster.

Der Phenom Z940 arbeitet von Haus aus mit einer maximalen Taktfrequenz von 3 GHz, er soll sich aber laut einem aktuellen Bericht von Slashdot.org auf bis zu 6,5 GHz übertakten lassen. Dazu benötigt die CPU allerdings Temperaturen nahe am absoluten Nullpunkt.

So derb wollten wir es nicht treiben, stellten deshalb unser Testsystem bei minus 5 Grad einfach auf die Fensterbank und führten ein paar Overclocking-Tests durch, obwohl unser Mainboard eigentlich schon etwas zu alt für den Phenom II ist.

Das M3A78-EM bringt dazu verschiedene Einstellungsmöglichkeiten mit. Einstellungen über den Frequency-Multiplyer ignorierte das BIOS komplett. Wir nutzten deshalb zunächst eines der drei vorhandenen Overclocking-Profile für fünf, acht und zehn Prozent schnellere Taktraten. Den ersten Versuch starteten wir mit fünf Prozent, mussten aber dann überrascht feststellen, das cat /proc/cpuinfo auch unter Last stets 3.000 MHz als Frequenz anzeigte. Dennoch schienen die Ergebnisse im Benchmark leicht besser zu sein.

Um einen Zufall auszuschließen, takteten wir den Z940 auf die per Overclocking-Profil maximalen 3,3 GHz hoch und sieh da: die Benchmark-Ergebnisse wurden klar besser und der Stromverbrauch stieg an, die CPU arbeitete also tatsächlich mit 3300 MHz, obwohl der 64-Bit-Kernel von OpenSuse 11.1 weiterhin nichts davon mitbekam.

Jetzt wollten wir es wirklich wissen und hoben die Taktrate über die Reference Clock auf 3,75 GHz an. Als Resultat lieferte der Kernel von OpenSuse 11.1 und Ubuntu 8.10 beim Start eine Kernel-Panic-Meldung, die CPU kam nicht mehr mit. Stabil arbeitete der Phenom Z940 hingegen mit 3,375 GHz, bei 3,5 und 3,6 GHz kam es bei den Testläufen sporadisch zu Abstürzen. Mit einem besseren Kühlkörper und professionellen Mitteln ließe sich aber aus dem Z940 bestimmt noch mehr herausholen.

Standardmäßig wandelt der Phenom II WAV-Dateien in 37-facher Geschwindigkeit um, mit etwas Overclocking schafft er bis zu 44-fachen Speed. Zum Vergleich eine Atom N270 CPU.

Wer sich das Diagramm anschaut, denkt zunächst vielleicht: "Wow, der Phenom II ist nur acht mal schneller als ein Atom-Prozessor". Dieser Schluss stimmt insofern nicht, da wir für die Diagramme nur einen Kern nutzten. In Wirklichkeit wandelt die AMD-CPU gleichzeitig vier WAV-Dateien mit dem Faktor 38 ins OGG-Vorbis-Format um, arbeitet somit bei etwa doppelter Taktrate rund 30 mal schneller als die Netbook-CPU Atom N270.

Natürlich starteten wir auch einen kurzen Test auf dem i7-System. So viel sei vorweg verraten, beim OGG-Encoding schlägt AMD den gleich schnell getakteten Vierkern-Prozessor von Intel klar. Der i7 kommt (ohne Overclocking) nur auf den Faktor 33 x. Beim Ffmpeg-Benchmark hat allerdings Intel dank Hyperthreading-Support die Nase vorne und die AMD-CPU müsste auf ca, 3,8 GHz getaktet werden, um an identische Werte zu kommen.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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