Kritikpunkte

MeeGo für Tablets ist aktuell noch nicht in einem Zustand, dass man es wirklich kritisieren könnte. Zu viele Dinge funktionieren noch überhaupt nicht oder nur schlecht. So fehlt zum Beispiel in der aktuellen Version eine Schlaf-Funktion, auch die automatische Helligkeitsregelung des Displays arbeitet auf dem ExoPC mehr schlecht als recht. Immerhin kann man die Helligkeit nun per GUI einstellen und der Wert bleibt auch erhalten. In den Schlafmodus lässt sich die aktuelle MeeGo-Version aber nur über die Konsole per

echo mem > /sys/power/state

versetzen. Der Einschaltknopf auf der Rückseite fängt dann an zu blinken und weckt das System durch einen kurzen Druck wieder auf Betätigt man den Einschaltknopf im laufenden System schaltet sich der Rechner aus. Auch die Reaktionsfähigkeit des Systems ist noch weit von Apple oder Android entfernt (vor allem im Browser). Machmal reagieren System und Anwendungen ganz passabel, dann ruckelt wieder alles. Inwieweit das mit der Hardware des ExoPCs zusammenhängt, lässt sich schwer beurteilen. Das auf der gleichen Hardware installierte WeTab OS verhielt sich allerdings deutlich flotter.

Auch mit externen Speichermedien kann das System noch nicht umgehen. Diese lassen sich zwar als root (Passwort: meego) via Terminal einhängen und nutzen, ein entsprechendes grafisches Tool fehlt jedoch noch.

Neben diesen noch behebbaren Fehlern gibt es ein paar grundlegende Dinge, die sich vermutlich bis zum Release nicht mehr ändern werden. Dazu gehört der fehlende Zurück-Button. Man kommt zwar immer wieder zum Hauptbildschirm zurück, aber manchmal wünscht man sich dennoch einen Zurück-Button. Das Zurück-Feature ist aber einzig den Anwendungen überlassen, systemweit existiert es nicht.

Abbildung 8: Die Systemeinstellungen kommen relativ spartanisch daher.

Auch mangelt es einigen Anwendungen an der nötigen Benutzerfreundlichkeit: Bestes Beispiel dafür ist die Notizblock-Anwendung. Nach dem Start müssen Sie zunächst ein neues Notizbuch erstellen. Anschließend zeigt die Anwendung wieder den Startbildschirm an und weist darauf hin, dass man jetzt einen neue Notiz erstellen kann. Um eine neue Notiz zu erstellen, müssen Sie dieser aber zunächst einen Namen geben, erst danach kann der Benutzer tun, was er eigentlich gleich nach dem Start möchte: seine Notiz eintippen. Die Bedienung der Anwendung richtet sich somit nach dem logischen Denkmuster des Programmierers. Der Nutzer möchte lediglich ein hübsches Frontend, um einen Text einzutippen.

Abbildung 9: Das Notizbuch ist ein Paradebeispiel für eine schlechte App. Die Onscreen-Tastatur von MeeGo ist hingegen sehr angenehm.

Die meisten Anwendungen brauchen zudem beim Start viel zu lange. Ein Sanduhrsymbol ist schlicht nicht mehr Zeitgemäß, hier muss etwas grundlegend verbessert werden.

Maemo statt MeeGo beim Nokia N9

Laut diversen Quellen im Internet stellt Nokia am 21. Juni sein erstes (und letztes?) MeeGo-Smartphone vor. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein echtes MeeGo-Handy auf Basis der aktuellen MeeGo-Version 1.2, sondern um einen Nachfolger des Maemo-Geräts N900. Nokia arbeitete auch nach dem Zusammenschluss mit Intel unter dem Codenamen "Harmattan" an Maemo 6 weiter und hat dabei zwar einige Dinge aus MeeGo zurückportiert, die Grundlage für das vermutlich N9 getaufte Gerät bildet aber Maemo, nicht MeeGo. Bis das erste echte MeeGo-Handy auf dem Markt erscheint, drüfte somit noch etwas Zeit verstreichen, da zurzeit zum Beispiel noch kritische Komponenten wie die Dialer-App auf Qt/QML umgestellt werden.

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