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Programme mit dem Software Center installieren

13.05.2011 Wenn Linux für Sie Neuland ist, dann suchen Sie vermutlich im Internet nach neuen Programmen. Nicht so unter Ubuntu: Hier finden Sie alles im Software Center.

Anders als in Windows hüpfen Sie unter Ubuntu nicht von Webseite zu Webseite, um sich Ihre Software zusammenzusuchen. Vielmehr bauen Canonical und viele Freiwillige weltweit aus dem Quellcode freier Projekte installierbare Pakete für Ubuntu. Diese spielen Sie zentral über das Software-Center auf den Rechner (Abbildung 1), das Sie auf dem klassischen Gnome-Desktop über Anwendungen | Ubuntu Software-Center erreichen. Unter dem neuen Unity finden Sie das Software-Center in der Schnellstart-Leiste.

Abbildung 1: Das Software-Center von Ubuntu erspart Ihnen die Suche nach Programmen im Internet.

Software-Center im Einsatz

In der linken Seitenleiste finden Sie unterhalb des Eintrags Anwendungen installieren alle verfügbaren Softwarquellen (aktive und inaktive) vor. Details dazu, was eine Softwarequelle ist, finden Sie im Kasten "Wie funktioniert das?". Die meiste Software versammelt sich unter Bereitgestellt von Ubuntu. Neu in Maverick Meerkat ist der Eintrag Zum Kauf, hinter dem sich kommerzielle Software verbirgt, die Sie über Ubuntus Software-Center kaufen können. Das sind in erster Linie Spiele und Multimedia-Codecs von Fluendo. Canonical Partner ist eine von Canonical bereitgestellte Paketquelle für Firmen, die nicht quelloffene Programme vertreiben möchten. Verantwortlich für die hier bereitgestellten Programme sind die jeweiligen Firmen dahinter.

Software finden Sie wahlweise innerhalb der Bereiche links oder über die integrierte Suchfunktion. Klicken Sie auf den Eintrag Anwendungen installieren, erscheint rechts die nach Kategorien (Grafik, Multimedia etc.) sortierte verfügbare Software. Klicken Sie sich einfach bis zur gewünschten Anwendung durch. Darunter erscheinen einzelne Anwendungen als Empfehlung oder die gerade aktuell sind.

Alternativ nutzen Sie das Suchfeld rechts oben, um gezielt nach Paketen zu fahnden. Bereits beim Tippen des Namens erscheinen die Treffer. Wählen Sie ein Paket aus, taucht rechts darunter eine Schaltfläche mit der Beschriftung Weitere Informationen auf. Die führt zu einer ausführlicheren Beschreibung des Programms, oft versehen mit einem Screenshot. Über Installieren spielen Sie das gewünschte Paket auf den Rechner.

Erfahrenen Anwendern wird auffallen, dass das Software Center bestimmte Programme trotz eines passendes Suchbegriffs nicht anzeigt. Das Software-Center versteckt Bibliotheken, Entwicklerdateien aber auch einige Programme ohne grafische Oberfläche. Klicken Sie auf den Link Technische Dateien anzeigen ganz unten, um sämtliche gefundenen Pakete zu betrachten (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Suche nach "imagemag" bringt nur vier Treffer, 47 weitere Einträge verbergen sich hinter dem Link "Technische Dateien anzeigen".

Möchten Sie ein Programm aus Platzgründen oder weil Sie es nicht mehr benötigen wieder löschen, dann wählen Sie in der linken Fensterhälfte den Eintrag Installierte Anwendungen | Bereitgestellt von Ubuntu aus. Das Software-Center zeigt nun die verfügbaren Programme in alphabetischer Reihenfolge an, die Sie löschen können. Erscheint Ihnen die Auswahl zu umfangreich, dann schränken Sie die Liste auch hier über das Suchfeld in der oberen rechten Ecke ein.

Haben Sie Programme außerhalb des Ubuntu Software-Centers installiert (siehe unten), dann finden Sie diese unter Installierte Anwendungen | Sonstige zum Löschen. Hilfreich beim Löschen kann Ihnen auch die neue Verlauf-Funktion sein. Wählen Sie diesen Punkt an, dann sortiert Ihnen das Software-Center die verfügbaren Programme wahlweise nach dem Datum der Installation, eines Updates oder des Löschtermins.

Wie funktioniert das?

Software für Ubuntu liegt in Form von Debian-Paketen mit der Endung .deb vor. Dabei handelt es sich um Archive, in denen Bibliotheken, Konfigurationsdateien und ausführbare Programme stecken. Bei der Installation verteilt das Software-Center die Dateien an die richtigen Orte im Dateisystem.

Häufig verfügen Programme über Abhängigkeiten: Installieren Sie Programm A, müssen Sie auf jeden Fall auch Programm B einspielen. Das Software-Center zeigt die Abhängigkeiten während der Installation nicht an. Installieren Sie zum Beispiel den Audioplayer Banshee, spielt das Software-Center die zugehörigen Pakete im Hintergrund automatisch auf den Rechner. Das Software-Center und die Paketquellen sind also praktisch das gleiche wie der App-Store von Apple oder von Android, nur unter einem anderen Namen und mit einer Tradition von rund 10 Jahren.

Fehlt ein Programm im Software-Center, erweitern Sie es um zusätzliche Paketquellen, um zum Beispiel bestimmte Videocodecs oder brandaktuelle Versionen einer Software zu verwenden. Medibuntu [1] verfügt zum Beispiel über eine Webseite und ein Repository, das eine Reihe von Multimediaprogrammen enthält, die in den Standardquellen von Ubuntu fehlen. Das VirtualBox-Projekt [2] liefert über eine externe Paketquelle aktuellere Versionen der Software aus als in den Standardquellen und so weiter.

Zudem – und das ist der große Vorteil – lösen die externen Paketquellen Abhängigkeitsprobleme ebenfalls automatisch: Anstatt 15 Pakete einzeln herunterzuladen und in der richtigen Reihenfolge zu installieren, nutzen Sie eine externe Paketquelle, die gleich alle nötigen Pakete kennt und einspielt.

Bei den PPAs (Personal Package Archive) handelt es sich um eine spezielle Variante der externen Paketquellen, die Sie auf Ubuntus Online-Plattform Launchpad vorfinden. Basteln Ubuntu-Anwender oder -Entwickler eigene Deb-Pakete einer bestimmten Software, dann speichern sie diese in ihr persönliches PPA auf Launchpad [3]. Von dort können es dann alle Ubuntu-Anwender als Paketquelle einbinden.

Paketquellen

Wie eingangs erwähnt stehen die Programme für Ubuntu in so genannten Repositories bereit. Ein solches ist zum Beispiel das Installationsmedium (in der Regel eine CD oder DVD), Canonical bietet zudem weitere Paketquellen auf seinen Servern an. Möchten Sie ein Programm installieren, das in keiner der vorhandenen Paketquellen zu finden ist (zum Beispiel den Browser Opera oder das Chat-Programm Skype), dann können Sie dazu eine zusätzliche Paketquelle einrichten. Der Vorteil eines Repositories gegenüber dem einfachen Download aus dem Internet besteht darin, dass Ihnen Ubuntu über das Software-Center beziehungsweise die Updates automatisch eine neue Version zur Installation vorschlägt, falls es bei einem Programm zu Stabilitäts- oder Sicherheitsproblemen kommt.

Ubuntu verwaltet die Repositories in der Datei /etc/apt/sources.list, zusätzliche Quellen legen oft einen Eintrag im Verzeichnis /etc/apt/sources.list.d/ ein. Diese Information brauchen Sie aber nur als fortgeschrittener Nutzer.

Um im Software-Center ein neues Repository hinzuzufügen, wählen Sie Bearbeiten | Software-Paketquellen. Auch für diese Aufgabe müssen Sie sich über Ihr Kennwort authentifizieren. Im neuen Dialog (Abbildung 3) sehen Sie auf dem Reiter Software von Ubuntu, welche Paketquellen bereits installiert sind. Bei einer langsamen Internetverbindung lohnt es sich, die CD-/DVD-ROM ganz unten anzukreuzen, da Ubuntu in der Grundeinstellung sämtliche Pakete über das Internet installiert, auch wenn diese auf der CD/DVD vorhanden sind. Möchten Sie, dass Ihr Ubuntu-System keine proprietären Treiber nutzt, dann entfernen Sie die Checkbox vor dem Eintrag Proprietäre Gerätetreiber (restricted). Beachten Sie allerdings in diesem Fall, dass unter Umständen die Grafikkarte oder das WLAN-Modul nicht mehr funktioniert, falls es für die Hardware keine freien Treiber gibt.

Abbildung 3: Hier fügen Sie weitere Softwarequellen hinzu oder schränken die Auswahl ein.

Um ein zusätzliches Repository einzurichten, wechseln Sie auf den Reiter Andere Software. Hier gibt es bereits einen Eintrag für das Partner-Repository von Canonical. Möchten Sie ein Repository hinzufügen, das sich nicht in der Liste befindet, wählen Sie unten links den Button Hinzufügen und geben anschließend die benötigte APT-Zeile ein. Diese beginnt stets mit deb http:// und muss für Ubuntu 11.04 auf natty enden.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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Marcel Hilzinger

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Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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