Unity sieht nicht nur gut aus, sondern nutzt auch den Platz auf dem Bildschirm besser aus und beschleunigt dank intelligenter Tastenkombinationen die tägliche Arbeit. Der neue Standard-Desktop kommt immer dann zum Einsatz, wenn Sie Ubuntu 11.04 neu installieren. Führen Sie ein Update der Version 10.10 oder 10.04 durch, dann bleibt der klassische Gnome-Desktop erhalten.
Sie können aber jederzeit auch zum klassischen Gnome wechseln, wie im Kasten "Zurück zur klassischen Version" beschrieben. Ubuntu prüft beim Start des Desktops, ob Ihr Rechner den 3D-Anforderungen genügt. Wenn nicht, erscheint ein Hinweis, dass Sie die Version Ubuntu Classic benutzen sollen, wie im Kasten beschrieben. Unity verhält sich in vielen Bereichen gleich oder ähnlich wie Gnome 3.0. Canonical hat aus diesem Grund für Ubuntu 11.04 auf den Gnome-3.0-Desktop verzichtet.
Zurück zur klassischen Version
Bei einer Neuinstallation von Ubuntu 11.04 kommt in der Standardeinstellung der neue Desktop "Unity" zum Einsatz. Der klassische Gnome-Desktop, wie Sie ihn eventuell von älteren Ubuntu-Versionen her kennen, wird aber auch installiert. Möchten Sie zum traditionellen Gnome (Version 2.32, nicht3.0) wechseln, dann müssen Sie sich dazu über das Ausschaltsymbol in der oberen rechten Ecke vom System abmelden. Im Login Dialog wählen Sie dann aus der Liste mit den verfügbaren Desktop-Versionen den Eintrag Ubuntu Classic. Beachten Sie, dass die Auswahlliste am unteren Rande erst erscheint, nachdem Sie auf Ihren Loginnamen geklickt haben.
Das System merkt sich die jeweils letzte Sitzung. Fahren Sie also den Rechner aus einem klassischen Gnome-Desktop heraus herunter, dann begrüßt Sie beim nächsten Systemstart das traditionelle Gnome. Melden Sie sich von Unity heraus ab, dann startet beim nächsten Bootvorgang Unity.
Was ist Unity?
Da Unitys Bedienung von der des klassischen Gnome-Desktops abweicht, erklärt Ihnen dieser Artikel zunächst den Aufbau und die Bedienung des Desktops mit der Maus. Oben links sehen Sie den Home Button. Bewegen Sie den Mauszeiger dorthin, taucht auf der linken Seite der halbtransparente Starter auf (quasi das Panel). Hier legen Sie die Starticons für Ihre Lieblingsprogramme fest.
Klicken Sie auf das graue Ubuntu-Logo, erscheint das Dash (Abbildung 2). Dabei handelt es sich zugleich um eine Startrampe für die zahlreichen Programme und um eine Suchmaschine, die lokale Dateien aufspürt. Die unteren vier Icons lassen Sie blitzschnell im Internet browsen, Musik hören, Bilder ansehen und ihre E-Mails abholen. Etwas differenzierter suchen Sie über die Einträge Multimedia Anwendungen, Internet Anwendungen und Mehr Anwendungen nach Programmen aus einem bestimmten Bereich.
Folgen Sie dem Link, stoßen Sie auf ein dreigeteiltes Fenster (Abbildung 3): Oben finden Sie die zuletzt genutzten Anwendungen – die am häufigsten aufgerufenen stehen ganz links. In der Mitte zeigt das Dash die installierten Programme an. Schön ist der unterste Bereich: Hier präsentiert das Dash Software zum gesuchten Thema, die noch im Paketmanager steckt. Geben Sie zum Beispiel media ein, erscheinen dort alternative Mediaplayer. Klicken Sie auf eines dieser Icons, landen Sie auf dem kurzen Dienstweg direkt im Softwarecenter, um die Anwendung zu installieren.
Neben den Kategorien finden Sie im Dash auch eine Eingabezeile, über die Sie gezielt nach Anwendungen und Dokumenten suchen. Geben Sie bansh ein (Abbildung 4), taucht oben der Audioplayer Banshee auf, darunter finden Sie Dokumente, die irgendwie mit diesem Audioplayer zusammenhängen, dazu Bilder, Audio- und Videodateien, PDFs usw. Da die Ergebnisse sofort auftauchen, eignet sich die Zeile auch für die Suche nach Dokumenten und Anwendungen, deren Namen Sie nicht mehr hundertprozentig wissen. Ein Rechtsklick auf das Unity-Panel lässt das Dash verschwinden.
Als Ubuntu-Neuling kommen Ihnen viele Anwendungsnamen sicher eigenartig vor. Aber nicht nur unbeschlagene Nutzer wissen oft nicht, welches Tool beim Bewältigen einer bestimmten Aufgabe hilft, etwa beim Rippen einer CD, beim Entwerfen einer Skizze oder beim Schneiden eines Videos. Hier helfen die Kategorien eines Starter-Icons. Ganz unten im Starter fällt ein graues Icon mit einem Pluszeichen ins Auge, über das Sie gezielt nach Anwendungen aus bestimmten Bereichen fahnden. Ein Rechtsklick auf das Icon ruft ein Menü mit Kategorien auf den Bildschirm, aus dem Sie die zu Ihrer Suche passende Kategorie wählen (Abbildung 5). Das Dash startet dann wieder in der Anwendungsübersicht, zeigt aber nur die zur Kategorie gehörigen Programme an.
Solche speziell angepassten Dash-Ansichten bezeichnen die Entwickler auch als Lenses (dt. Linsen). Sie fokussieren einen bestimmten Aspekt einer Suche, in Abbildung 5 etwa die Suche nach Anwendungen aus dem Bereich Bildung. Hinter dem Icon direkt darunter verbirgt sich auch eine Linse, über die Sie gezielt nach Dateien und Ordnern suchen. Linsen sind vergleichsweise einfach zu programmieren, von ihnen soll es zukünftig einige geben [2]. Sie erlauben es zum Beispiel, sich per Mausklick schnell mit einem SSH-Server zu verbinden [3]. Sie können die Linsen auch zum Verwalten von Webseiten, Büchern, Videos und für einen schnellen Zugang zu aktuellen Sportergebnissen verwenden.
Wo sind die Einstellungen?
Während man sich auf dem neuen Ubuntu-Desktop auch als Anfänger relativ schnell zurecht findet, bleibt ein Menüpunkt relativ gut verborgen: Die Systemeinstellungen. Ubuntu hat diese für 11.04 in das Logout-Menü oben rechts verfrachtet. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber spätestens beim Abmelden oder Herunterfahren des Rechners findet man den neuen Menüpunkt auch von alleine.



